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Spielen, Toben, Basteln, Ausruhen: Die Angebote der Kinderhilfe Oberland setzen den Fokus unter anderem auf gelungene Inklusion.

Inklusion von Anfang an

Kinderhilfe Oberland – für einen guten Start im Leben

Die Kinderhilfe Oberland – gemeinnützige GmbH ist ein anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe und Mitglied der Diakonie. Das oberste Ziel: Kinder ganz individuell fördern.

In den Einrichtungen und mit Fachdiensten soll Babys, Kleinkindern und Kindern sowohl mit altersgemäßer Entwicklung als auch mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderung, durch gezielte Förderung durch pädagogische und therapeutische Fachkräfte in Zusammenarbeit mit Eltern und Ärzt*innen ein guter Start im Leben und Teilhabe am sozialen Geschehen ermöglicht werden.

Geschichte der Kinderhilfe Oberland

Gegründet wurde die Kinderhilfe 1973 auf Initiative von Dr. Albrecht Schätz als Verein in Weilheim. Grundgedanke war, Kinder mit Behinderung nicht, wie bislang üblich, auszusondern, sondern in Gruppen zu betreuen, damit sie von gegenseitigem sozialem Lernen profitieren können. Insofern entstand 1974 eine heilpädagogische Tagesstätte für Kinder mit Behinderungen, Verhaltensauffälligkeiten oder Entwicklungsverzögerungen, die in Regeleinrichtungen nicht betreut wurden. Gestartet wurde mit fünf Gruppen, die von Kindern aus dem ganzen Landkreis, aber auch den Nachbarlandkreisen von Lenggries bis Wolfratshausen genutzt wurden. Angegliedert wurde 1977 die allererste Frühförderstelle, vom ersten Tag an, als so etwas möglich war. Drei Mitarbeiter*innen tourten damals durch den ganzen Landkreis. Heute hat die Frühförderung über 60 Mitarbeiter*innen. 1975 wurde dann der erste heilpädagogische Hort eingerichtet.

Erfahren Sie hier mehr über die Kinderhilfe Oberland

Nach einem kompletten Führungswechsel 1978 wurde daran gearbeitet, Betreuungsmöglichkeiten im gesamten Landkreis vor Ort anzubieten und ein paar Jahre später standen die bisherigen Konzepte auf dem Prüfstand: “Warum sollten Kinder mit Behinderung nicht gemeinsam mit anderen Kindern betreut werden und aufwachsen dürfen?“ Begleitet vom deutschen Jugend-Institut entwickelte sich ein Projekt, das heute noch deutschlandweit als „Weilheimer Modell“ bekannt ist. Zunächst wurden Kinder mir „regulärer“ Entwicklung in die bestehenden heilpädagogischen Gruppen aufgenommen, woraus dann Mitte der 80iger Jahre integrative Kindergärten wurden. Durch diese Initiative der Kinderhilfe, die nicht nur eigene Einrichtungen betrieb, sondern auch als Fachdienstliche Begleitung für Kinder mit besonderem Förderbedarf in Regelkindergärten agierte, entwickelte sich die gesamte Versorgung von Kindern mit Entwicklungsbeeinträchtigung oder Behinderung im Vorschulalter anders als in anderen Landkreisen.

2008 gründete der Gründungsverein zusammen mit Herzogsägmühle die gemeinnützige GmbH Kinderhilfe Oberland.

Herzogsägmühle feiert 125. Jubiläum – hier geht's zum Programm

Mitgründer Herzogsägmühle: Einrichtungen der Kinderhilfe Oberland

Heute betreibt die Kinderhilfe Oberland mit 350 Mitarbeiter*innen (umgerechnet 190 Vollzeit-Stellen) verschiedene Einrichtungen in der Region. Interdisziplinäre Frühförderstellen gibt es in Penzberg, Weilheim, Peißenberg, Peiting, Schongau und Steingaden. Dazu kommen integrative Kindertagesstätten in Bernried, Polling, Peißenberg, Hohenpeißenberg, Peiting und Penzberg sowie heilpädagogische und integrative Horte in Bernried, Penzberg, Weilheim, Polling, Peißenberg und Peiting. Zusätzlich wird in Seeshaupt, Bernried, Penzberg, Weilheim, Wielenbach und Wessobrunn Mittagsbetreuung an Schulen angeboten sowie offenen Ganztagsangebote an den Grundschulen in Peiting und Peißenberg.

Impressionen: Kinderhilfe Oberland

Interdisziplinäre Frühförderung

Seit 1977 besteht die Frühförderung im Rahmen der Kinderhilfe. Ein Team aus ergotherapeutischen, logopädischen, physiotherapeutischen, sozialpädagogischen, heilpädagogischen und psychologischen Fachkräften arbeitet mit Eltern, Kinderärzt*innen und Kindertagesstätte zusammen und ist Ansprechpartner für Eltern bezüglich aller Fragen rund um die Entwicklung ihres Kindes. Da die ersten Lebensjahre für die Entwicklung eines Kindes ganz entscheidend sind und die Lernbereitschaft sowie das Auffassungsvermögen eines Kindes nie mehr so ausgeprägt sind wie in diesen Jahren ist, werden Kinder von 0 bis 6 Jahren, die entwicklungsverzögert, in ihrer körperlichen, geistigen oder seelischen Entwicklung beeinträchtigt sind oder eine Behinderung haben, von Anfang an bestmöglich gefördert. Die Leistungen werden in der Regel von den Kassen und vom Bezirk Oberbayern übernommen.

Kinderhilfe Oberland: Integrative Kindertagesstätten

Das Besondere an den integrativen Kindertagesstätten ist der inklusive Ansatz: Alle Kinder, auch die mit Entwicklungsverzögerung und Behinderung, spielen, basteln, singen und toben gemeinsam, machen zusammen Ausflüge und lernen so mit- und voneinander. Der spezielle Personalschlüssel, höher als im Regelkindergarten, ermöglicht individuelles Eingehen auf die Bedürfnisse jedes Kindes auf der Grundlage individueller Entwicklungspläne für die Kinder auf Förderplätzen sowie intensive Zusammenarbeit mit den Eltern. Die Kinder werden zudem in entwicklungsspezifischen Kleingruppen oder Projektarbeit gefördert. Für therapeutische Hilfen und Beratung steht der eigene Fachdienst zur Verfügung. Flexible Buchungszeiten im Rahmen der Öffnungszeiten auch während des Jahres ermöglichen die Anpassung der Betreuungszeiten an die Bedürfnisse von Eltern und Kind. Täglich gibt es ein warmes, frisch zubereitetes und kindgerechtes Mittagessen unter Berücksichtigung gesundheitlicher (z.B. Allergien) und glaubensspezifischer Anforderungen.

Unterstützung und Förderung der Kinder in integrativen Horten

In Gruppen mit bis zu 18 Plätzen werden Kinder im Grundschulalter bis etwa 12 Jahre mit altersgemäßer Entwicklung gemeinsam mit Kindern mit Entwicklungsbeeinträchtigung oder (drohender) Behinderung am Nachmittag durch je zwei pädagogische Fachkräfte - unterstützt von Praktikant*innen betreut. Durch soziales Lernen in der Gruppe, schulische Förderung, freizeitpädagogische Angebote und die Zusammenarbeit mit den Eltern werden die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützt und gefördert. Die Regelplätze sind für Kinder vorgesehen, die Betreuung nach der Schule und ggf. Unterstützung beim Lernen benötigen. Pro Gruppe gibt es 5 bis 6 Förderplätze für Kinder, die in ihrer Entwicklung beeinträchtigt oder verhaltensauffällig sind und Unterstützung in ihrem Lernverhalten benötigen. Kindern auf Förderplätzen stehen zusätzliche Förderstunden durch den gruppenübergreifenden Fachdienst zur Verfügung.

Heilpädagogische Horte

In kleinen, überschaubaren Gruppen mit jeweils 8 bis 9 Plätzen werden Schulkinder bis zu 12 Jahren mit besonderem Förderbedarf am Nachmittag durch je zwei pädagogische Fachkräfte und Praktikant*innen betreut und durch soziales Lernen in der Gruppe, (therapeutische) Einzelarbeit, schulische und freizeitpädagogische Förderung sowie durch die Zusammenarbeit mit den Eltern in ihrer Entwicklung unterstützt und gefördert. Es wird ein geregelter Tagesablauf mit Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitbeschäftigungen angeboten. Eltern erhalten Beratung in allen Erziehungsfragen.

Mittagsbetreuung an den Schulen

In der Mittagsbetreuung erhalten Schülerinnen und Schüler nach Schulschluss in Räumen der Schule zuverlässig Aufsicht und Betreuung durch erfahrene Mitarbeiter*innen – je nach Buchung bis 14.00 oder 15.30 bzw. 16.00 Uhr. Ab 13 Uhr ist ein gemeinsames Mittagessen vorgesehen, danach eine Stunde verbindliche Hausaufgabenzeit, in der für ruhiges Arbeitsklima gesorgt ist. Daneben wird Zeit zum Reden und Ausruhen, zum Spielen, Basteln, Lesen und für Hausaufgaben geboten. Die Mittagsbetreuung ist flexibel nutzbar, findet auch an „hitzefreien“ Tagen statt und erfolgt in Abstimmung mit Schule und Elternbeirat. Die Mittagsbetreuung wird finanziert durch Elternbeiträge und einen Zuschuss vom Kultusministerium, das Mittagessen wird gesondert berechnet.

Offene Ganztagsschule - OGTS

Die Offene Ganztagsschule an Grundschulen ist ein freiwilliges schulisches Angebot zur ganztägigen Betreuung und Förderung an bis zu vier Unterrichtstagen pro Woche (Mo - Do) im direkten Anschluss an den Vormittagsunterricht in den Räumen der Schulen. Die OGTS bietet Zeit zum Reden und gemeinsamen Spielen, zum Basteln, zur Bewegung, für themenbezogene Angebote und vieles mehr, täglich ein warmes Mittagessen und verbindliche Hausaufgabenbetreuung.

Die Trägerschaft der Offenen Ganztagsschule obliegt der Regierung und der jeweiligen Kommune bzw. der Schulleitung. Die Kinderhilfe Oberland ist als Kooperationspartner mit der Organisation und der Betreuung der Kinder im Alltag der OGTS beauftragt. Wenn ein Kind angemeldet ist, ist die Teilnahme verbindlich wie der Schulbesuch. Es müssen mindestens 2 von möglichen 4 Tagen gebucht werden, wobei zwischen einer kurzen Gruppe bis 14.00 und einer langen Gruppe bis 16.00 gewählt werden kann.

„Wir sind begeistert von unserer Arbeit“ - Ein Konzept, das Erfolge erzielt

Vom Konzept, Kinder mit Behinderung oder Entwicklungsverzögerung in Gruppen mit Kindern ohne Beeinträchtigungen zu integrieren, profitieren beide Seiten gleichermaßen. Nicht nur, dass die Kinder voneinander lernen können – es werden auch Vorurteile abgebaut, beziehungsweise gar nicht aufgebaut. Durch gezielte Förderung von Anfang an kann bei den betreuten Kindern zudem viel erreicht werden. Kein Wunder, dass Geschäftsführerin Sigrid Klasmann sagt: „Wir sind begeistert von unserer Arbeit“. Und die ist angesichts von zunehmendem Förderbedarf und psychischer Auffälligkeiten bei Kindern heute wichtiger denn je.

Herzogsägmühle ist ein diakonisches Unternehmen im Süden Deutschlands mit Sitz in Peiting und beschäftigt mehr als 2.200 Mitarbeitende in acht Landkreisen.

Kontakt

Herzogsägmühle
Von-Kahl-Straße 4
86971 Peiting
Tel.: 08861 219-0
Web: www.herzogsaegmuehle.de
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