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Aktive bis rezeptive Musiktherapie in Herzogsägmühle

Seelisches, körperliches und geistiges Wohlbefinden

Musiktherapie in Herzogsägmühle

Musik bietet viele Möglichkeiten, Dinge auszudrücken, die sich nicht so leicht in Worte fassen lassen: Musiktherapie in Herzogsägmühle hat eine lange Geschichte.

Musik entspannt, macht Freude und löst beim Zuhören wie auch beim selber-Spielen intensive Emotionen aus. Musik kann das Schmerzempfinden beeinflussen und die Stimmung heben. Die Musiktherapie greift das auf, um seelisches, körperliches und geistiges Wohlbefinden zu erzielen.

Musiktherapie ist ein ganzheitliches kreatives Therapieverfahren

„Musiktherapie ist der gezielte Einsatz von Musik im Rahmen der therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit“. (Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft - DMTG)

Musiktherapie ist für jeden geeignet. Ziel ist es nicht, schöne Musik zu spielen, sondern Instrumente kreativ zu nutzen. Es wird mit Problemen und Ressourcen gearbeitet, die der Patient mitbringt. Da die Therapie eine kreative und nonverbale Ausdrucksmöglichkeit ist, eignet sie sich besonders für Menschen, die ihre Gefühle und Gedanken nicht oder nur schwer mit Worten ausdrücken können. Besonders der Umgang mit Emotionen kann mithilfe von Musik verbessert werden.

Musiktherapie in Herzogsägmühle hat eine lange Geschichte

"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum" - das wusste schon Friedrich Nietzsche. Seit rund 30 Jahren wird in Herzogsägmühle mit der heilenden Wirkung der Musik gearbeitet. Derzeit besuchen etwa 15 Rehabilitand*innen die Musiktherapie. Die Teilnahme ist freiwillig, für jeden Teilnehmenden wird ein individueller Therapieplan erarbeitet. Die Musiktherapie hilft psychisch kranken Menschen zurück in ein gesundes, selbstbestimmtes und erfülltes Leben. Beim Spiel an den Instrumenten werden unbekannte Seiten und ungeahnte Fähigkeiten entdeckt und neue Kräfte entwickelt. Alte Wunden können heilen. In Herzogsägmühle wurden spezielle Instrumente, wie Marimba oder eine Klangwiege in Eigenregie für die Musiktherapie gebaut.

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So wirkt Musiktherapie

Musik bietet viele Möglichkeiten, die Sprache nicht hat. Viele Störungen haben ihre Wurzeln oft schon vor dem Spracherwerb. Die Musiktherapie kann auf Bereiche zugreifen, die sprachlich nicht zugänglich sind und bietet eine Möglichkeit miteinander in Kontakt zu sein, wenn es schwierig ist, Gespräche zu führen, weil sich Symptome einer Erkrankung auf die Kommunikation auswirken. Musik hat ihren eigenen Rhythmus und Tempo, greift Sprachmelodien auf. Laut und leise, langsam und schnell. Die Musiktherapie ist auch ein Mittel, um zum Unbewussten vorzudringen. Verletzungen oder Mobbingerfahrungen sind oft sprachgebunden. Hier bietet die Musik die Möglichkeit, einen wertungsfreien Raum zu schaffen. Die Instrumente sind ein Medium, um aktiv zu handeln und sich ganz aktiv im Handeln auszuprobieren. Zum Beispiel, seine Wut an der Trommel herauszulassen. Oder sich einfach trauen, sich hinzustellen und zu demonstrieren „da bin ich!“ Musiktherapie wird, um den unterschiedlichen Aufgaben gerecht zu werden, auf unterschiedliche Art realisiert. Man unterscheidet die Methoden der rezeptiven und der aktiven Musiktherapie.

Aktive Musiktherapie in Herzogsägmühle

Bei der aktiven Musiktherapie wird mit Instrumenten gespielt. Man braucht dazu weder Noten, noch muss man musikalisch sein. Im Musiktherapieraum stehen die verschiedensten Instrumente, wie Trommeln, Harfe, Gitarre, Klavier und auch Orff-Instrumente zur Verfügung, die ausprobiert und ausgewählt werden können. Jedes Instrument hat einen eigenen Charakter und eine eigene Größe. Sie werden frei oder themengebunden gespielt, improvisiert. Rehabilitand*innen drücken ihre Symptome, Ängste oder Sorgen sowie Hoffnungen durch Töne, Tonfolgen und Rhythmen aus. Es ist Einzel- oder Gruppentherapie möglich.

Impressionen: Musiktherapie in Herzogsägmühle

Rezeptive Musiktherapie in Herzogsägmühle

Die rezeptive Musiktherapie wirkt therapeutisch durch das Hören bestimmter, bereits fertiger oder improvisierter Musikstücke und durch den anschließenden Austausch im Gespräch. Rehabilitand*innen können selbst Musik mitbringen oder aus vorhandenen Musikstücken auswählen. „Die Leute überlegen sich sehr genau, was sie mitbringen. Meist steckt schon das Thema, um das es geht, mit drin“, weiß Musiktherapeutin Kati Bulwan. Auf einem speziellen Klangboden, der mit Lautsprechern ausgestattet ist, ist es möglich, die Musik körperlich zu spüren, was das Musikerleben stark intensiviert.

Soziale Fähigkeiten wiederentdecken

Im Wechselspiel von Instrumenten, im Zuhören und antworten mit Klängen werden soziale Fähigkeiten wiederentdeckt. Speziell die Erfahrung, wie kann ich antworten und trotzdem in meinem eigenen bleiben, wie kann ich reagieren, wenn es mir zu viel wird? Oft wurden im Laufe des Lebens dysfunktionale Bewältigungsstrategien entwickelt, die sich in einer verbalen Therapie weniger deutlich zeigen. Zum Beispiel, dass Menschen Dinge viel länger machen, als es Ihnen guttut. In diesem Fall könnte musikalisch das „Schluss machen“ oder zu sagen „mir reicht es!“ geübt werden. Die Stunden bestehen aus Musik und Gespräch um die Fragen: Wie hat das geklungen? Was hat das bewirkt? Und was zeigt sich darin von mir und meinem Umgang mit mir selbst und der Welt?

Musikalische Projekte über die Therapie hinaus

In Herzogsägmühle finden über die Therapie hinaus musikalische Veranstaltungen wie zum Beispiel Konzertabende oder Lesungen mit Musik statt, um das musikalische Miteinander zu fördern. Gemeinsames Musizieren schafft Zugehörigkeit und Geborgenheit.

Herzogsägmühle ist ein diakonisches Unternehmen im Süden Deutschlands mit Sitz in Peiting und beschäftigt mehr als 2.200 Mitarbeitende in acht Landkreisen.

Kontakt

Herzogsägmühle
Von-Kahl-Straße 4
86971 Peiting
Tel.: 08861 219-0
Web: www.herzogsaegmuehle.de
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