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Gewonnen: Swen Keysers Interpretation der diesjährigen Jahreslosung der Evangelischen Kirche hat die Jury überzeigt. Zu sehen ist das Bild in der Martinskirche in Herzogsägmühle. 

Herzogsägmühle

Swen Keysers Bild: Jahreslosung und Kunst im Einklang

Ein bemerkenswertes Kunstwerk aus der Werkstatt des Schongauer Malers Swen Keyser (47) ziert die Stirnwand des Altarraumes der denkmalgeschützten Herzogsägmühler Martinskirche. Er hat damit unter rund 30 Bewerbern den Wettbewerb um die Interpretation der Jahreslosung der Evangelischen Kirche „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“ (Hesekiel 36, 26) , gewonnen.

Herzogsägmühle – Aus einem sich zur Darstellung eines stilisierten menschlichen Herzens hin behutsam aufhellenden tiefen Dunkelblau, das für Vergangenheit und Gegenwart steht, geht das Bildnis in ein die Zukunft symbolisierendes lichtes, helles Blau über. Gleichsam ein Zeichen der Hoffnung. Das Herz umgibt ein weißer, angedeuteter Kreis, Darstellung des Geistes.

Die Jury des von der Diakonie Herzogsägmühle ausgeschriebenen Wettbewerbes hielt diese Interpretation der mit deutlichem Bezug zum Reformationsjahr im Hesekiel-Wort verkündeten „göttliche Herztransplantation“ für so überzeugend, dass sie ihr den Vorzug vor anderen eingereichten Arbeiten gab. Wolfgang Baur, Vorsitzender der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB), hat zu dem Bibelwort dies formuliert: „Neu werden – wie schön das wäre! Frei werden von dem, was das Leben schwer macht, von Lasten und Leiden, von Schuld und Scham, von Vergangenem und Verkorkstem. Neu werden – gesund, gereinigt, gestärkt. Mit Lebensmut und Energie neue Wege einschlagen. Wenn ich mir anschaue, wie viele Menschen zur Psychotherapie gehen und versuchen, loszukommen von all dem, was ihr Herz beschwert, dann ist das ein sehr hoffnungsvolles Wort, ein neues Herz zu bekommen.“

Diesen Gedanken an ein sich erneuerndes Herz hat Swen Keyser beeindruckend auch im Detail an der bildnerischen Gestaltung des Herzens selbst getroffen – das alte Herz gewinnt sichtlich an Kraft, was sich an der Leuchtkraft anschaulich betrachten lässt, die es in einem nachgerade dynamischen Prozess gewinnt.

Der Familienvater Keyser, von Beruf Computerfachmann, hat eine fundierte künstlerische Ausbildung absolviert. Er verfügt über reichlich Begabung und hat seine Technik bei Isabelle Zacher-Finet, artteams in der Schweiz, und glashaus4 in Schongau verfeinert. Er ist hier kein Unbekannter, hat er doch schon beim Historischen Markt, in den Räumen der früheren Kreissparkasse, in Arztpraxen und im Museum von Herzogsägmühle ausgestellt. In absehbarer Zeit wird er an einem Ausstellungs-Projekt in München mitwirken.

Seine Bilder sind in der Regel abstrakt, gegenstandslos und in Acryl in verschiedenen Techniken gestaltet. Bei dem in der Martinskirche zu sehenden Werk hat er ebenfalls auf Acryl und Mischtechniken zurückgegriffen. Er arbeitet jedoch auch mit Kohle. Dass der Künstler, der freundlich-bescheiden und angenehm allürenfrei begegnet, über vielfältige Begabungen verfügt, mag man daran ablesen: er schreibt auch Haikus. Dabei handelt es sich um eine traditionelle japanische Gedichtform, die als kürzeste der Welt gilt.

Rüdiger Matt

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