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Auf der Wiese an der Erlachstraße in Peiting sollen die Flüchtlings-Container entstehen.

Wegen Asylbewerbern in Peiting

Anonyme Hetzbriefe an Pfarrer und Bürgermeister

  • Sabine Krolitzki
    vonSabine Krolitzki
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Peiting - Hetzbriefe zum Thema Asyl an Bürgermeister Michael Asam und Pfarrer Hans Speckbacher halten die Marktgemeinde in Atem. Vor allem, weil sie im Namen der Bürgerinitiative der Anwohner an der Erlachstraße unterzeichnet worden sind.

Ist das noch Meinungsfreiheit oder schon Rufmord? Briefe, unterzeichnet im Namen der Bürgerinitiative der Anwohner rund um die Erlachstraße, haben Rathauschef Michael Asam und Pfarrer Hans Speckbacher erreicht.

Inhaltlich geht es um eine massive Beschwerde, dass auf der grünen Wiese an der Erlachstraße in Peiting 75 oder mehr Flüchtlinge in Containern einquartiert werden sollen. „Es wurde zum Ausdruck gebracht, dass wir das verhindern und uns für die Bürger einsetzen sollen“, so Asam auf Nachfrage. Außerdem sei es „schäbig“, die Asylbewerber ausgerechnet an diesem Platz unterzubringen. Außerhalb des Ortes gebe es genügend freie Flächen. Mehr möchte Asam über den Inhalt der Schmähschrift nicht preisgeben. Der Rathauschef ist enttäuscht: „Ich bemühe mich seit 14 Tagen um eine bessere Lösung, bin ständig in Kontakt mit der Regierung von Oberbayern. Und jetzt muss ich mir vorhalten lassen, dass die Bürger mich dafür bezahlen, dass ich für sie kämpfe.“

Kleinere Quartiere werden ins Auge gefasst

Wie berichtet, hatte Asam erneut Kontakt mit der Regierung aufgenommen, da sich die Anlieger an der Erlachstraße mit einer so großen Menge an Flüchtlingen vor ihrer Haustüre überfordert sehen. „Nun versuche ich, Überzeugungsarbeit zu leisten, dass eventuell auch Unterbringungen à 25 Personen möglich gemacht werden.“ Knackpunkt ist die Finanzierung. Denn für mehrere Quartiere fallen höhere Kosten an. Allein die Erschließung wird teurer. Und die Regierung hat sich bislang nur bereiterklärt, ab einer Anzahl von 75 bis 100 Personen eine Gemeinschaftsunterkunft zu betreiben – inklusive einer halben Sozialpädagogenstelle, einem Hausmeister und einem Verwaltungsleiter. Rund 1,5 Millionen Euro beträgt die Bausumme für ein großes Quartier.

„Ich tue, was ich kann“, betont Asam. Dennoch müsse klar sein, „dass das Thema Asyl uns noch länger beschäftigen wird“. Die Flüchtlingswelle halte nämlich an.

"Wehret den Anfängen!"

Auch Pfarrer Hans Speckbacher ärgert sich über die aggressiven Zeilen, deren Wort laut er lieber für sich behält: „Hier handelt es sich um eine Einzelperson, die sich nicht traut, unter ihrem echten Namen ihre Meinung zu sagen.“ Es sei ein Rundumschlag, mit dem alle Beteiligten getroffen werden sollten. Kirche und Politik. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass die Kirche lediglich das Grundstück zur Verfügung gestellt habe – als Ausdruck christlicher Nächstenliebe. „Wie viele Menschen dort aber untergebracht werden, ist Sache der Politik.“ Der Pfarrer warnt: „Wehret den Anfängen. Solch eine Art der Hetze ist nicht gut.“ Das Thema Asyl müsse sachlich angegangen werden.

Bürgerinitiative weist Schuld von sich

Die Peitinger Bürgerinitiative rückt deutlich von den Drohbriefen ab. Sprecher Joe Sellmaier: „Wir haben damit nichts zu tun und das auch mit Bürgermeister und Pfarrer geklärt.“ Dass in ihrem Namen solche Pamphlete verfasst werden, darüber können Sellmaier und die anderen Anrainer nur den Kopf schütteln. „So etwas geht nicht.“ Gleichzeitig macht er klar: „Wir stehen weiterhin dazu, dass 75 Asylbeweber auf einem Fleck zuviel sind. Aber wir wollen helfen und sind bemüht, eine verträgliche Lösung zu finden.“

Sabine Krolitzki

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