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Hier ist eine Biberfamilie gern gesehen

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Nager-Attacke: Auch diese Weide hat der Biber angefressen. „Es wäre schade, wenn der Baum kaputt geht, denn dort nisten sich im Sommer Bienen ein“, so Alesch. foto: sak
Nager-Attacke: Auch diese Weide hat der Biber angefressen. „Es wäre schade, wenn der Baum kaputt geht, denn dort nisten sich im Sommer Bienen ein“, so Alesch. foto: sak

Herzogsägmühle - Er fällt Bäume, vertilgt was ihm so mundet und hat jetzt sogar eine Familie - ein Biber hält Hans-Jörg Alesch (75) seit vier Jahren an den Fischweihern in Herzogsägmühle auf Trab.

Seit 2008 treibt ein „Lauser“ an den Fischweihern im Oberobland der Herzogsägmühle sein Unwesen. Hans-Jörg Alesch kennt ihn schon seitdem er sich hier niedergelassen hat: „Als er den ersten Baum gefällt hat, sah das richtig professionell aus. Wie mit einer Axt abgehackt.“ An einen Biber dachte Alesch damals noch nicht. Schließlich pflegt er das Biotop schon seit Mitte der 70er Jahre. „Ich achte darauf, dass dies ein unberührtes Fleckchen Natur bleibt“, so der 75-Jährige.

Fische, Schmetterlinge, Kreuzottern, Libellen, Wiesel, Sumpfschwertlilien und Iltisse fühlen sich hier zuhause. Und seit vier Jahren eben auch der Biber. Sorgen macht er Alesch zwar schon, doch das ist kein Grund, das Tier verscheuchen zu wollen. „Jedes Lebewesen ist auf der Suche nach seinem Platz in der Natur und die Landschaft wird ja eh immer enger.“ Darum hat Alesch sogar eine Futterstelle für den Nager eingerichtet. Säckeweise Äpfel könne man hinschütten - ein paar Stunden später ist alles wie leer gefegt. Alesch glaubt, dass der Biber das Obst in seinen Bau schafft. Ein guter Trick, denn wenn der Teichbewohner Äpfel knabbert, lässt er die Bäume in Ruhe.

Dass sich das Tier im Biotop wohl fühlt, kann man deutlich sehen: Mehrere Gänge von einem Fischweiher in den anderen hat er sich in den vergangenen Jahren gebuddelt, Bäume angenagt und sogar gefällt. Das wäre gar nicht so problematisch. Doch der Biber macht den Damm kaputt. Irgendwann muss der deshalb repariert und der Weg hinüber zum Staatsforst neu befestigt werden, erzählt der 75-Jährige.

Heuer hat sich der „Lauser“ sogar eine Familie angeschafft. Darum hat Alesch noch mehr zu tun. Die Löcher, die die Tiere ins Erdreich graben, muss er nämlich wieder verschließen. Meist macht er das mit Lehm, damit die Weiher nicht auslaufen. Schöne Bäume schützt der 75-Jährige mit Draht oder Harz. Nur so sind sie vor dem Nagetier sicher. Fische vertilgt der Biber übrigens nicht. „Der ist Vegetarier“, schmunzelt Alesch.

Wenn die Weiher dann im Winter zufrieren, macht sich die Biberfamilie sowieso auf die Reise. Über den Latterbach geht’s in die Peitnach und von dort in den Lech. Und auch wenn die Nager Alesch ganz schön viel Arbeit machen, freut er sich trotzdem schon wieder ein bisschen, wenn die Familie auch im kommenden Jahr wieder die Fischweiher unsicher macht.

Sabine Krolitzki

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