+
Gefährlich: An dieser Kurve gab es schon einige Unfälle.

Bislang letzte Crash am Mittwoch

Hier scheppert's dauernd: Die gefährliche Unfall-Kurve von Ried 

Bernbeuren - An einer Kurve im kleinen Weiler Bernbeuren-Ried ereignen sich regelmäßig schwere Verkehrsunfälle – der vorerst letzte geschah am Mittwoch. Woran liegt's?

Totalschaden: der Unfall am Mittwoch

Ried ist ein kleiner Weiler mit einer Handvoll Häusern. Eines davon steht genau an einer scharfen Kurve. Die Folge: regelmäßig schwere Verkehrsunfälle – der vorerst letzte geschah am vergangenen Mittwoch. „Es hat nicht nur laut gescheppert, sondern man hat den Aufprall auch gespürt“, sagt Markus Panagiotopoulos. Mittwochabend, 18 Uhr: Wieder einmal ist ein Auto gegen seine Gartenmauer und sein Haus gekracht. Für den Bernbeurer mit griechischer Abstammung ist das nichts Neues. In den vergangenen vier Jahren, seitdem er in Ried (Kreis Weilheim-Schongau) wohnt, ist das nun schon der dritte Unfall.

Im ersten Fall saß ein Betrunkener am Steuer, der die scharfe Rechtskurve zu spät wahrnahm. Als nächstes schleuderte dann eine Frau mit Pkw gegen sein Anwesen, und im jüngsten Fall, am Mittwochabend, war es ein 82-jähriger Autofahrer, der aus bislang unbekannten Gründen in der Kurve geradeaus fuhr und gegen die Gartenmauer prallte, wobei auch noch am Haus kleine Schäden (Risse in der Wand) aufgetreten sind, wie Markus Panagiotopoulos später bei Tageslicht festgestellt hat.

Durch den lauten Rumpler aufgeschreckt, sind nicht nur Panagiotopoulos, seine Frau Karina und Tochter Julia aus dem Haus gerannt, sondern auch der Nachbar Peter Merbeler und seine drei Töchter Anna, Lucia und Maria haben den „Rumser“ vernommen und sind ebenfalls sofort an die Unglücksstelle gestürmt. „Wir haben das Unfallopfer aus dem Wagen gezogen, auf die Terrasse gelegt und Erste Hilfe geleistet“, schildert Peter Merbeler das Geschehen am Mittwochabend. Der 82-jährige Mann, der am Steuer saß, war zunächst bewusstlos und wachte erst eine Viertelstunde später auf.

Die Töchter von Peter Merbeler hatten zu diesem Zeitpunkt schon längst Polizei und Rettungsdienst alarmiert und – ausgerüstet mit Warnwesten – die Unfallstelle bis zum Eintreffen der Feuerwehr abgesichert. Während der Unfallaufnahme durch die Polizei musste die Kreisstraße gesperrt und im Kurvenbereich ausgeleuchtet werden. Am Pkw entstand Totalschaden.

Vor der gefährlichen Kurve: 80 km/h sind keine Seltenheit

„Durch Ried wird oft viel zu schnell gefahren“, klagen Markus Panagiotopoulos und Peter Merbeler. Sie brauchen nur aus dem Fenster zu schauen, dann sehen sie die Autofahrer vorbeirasen. „Vor allem die aus Richtung Bernbeuren sind oft zu schnell unterwegs, weil es etwas bergab geht“, berichtet Peter Merbeler. 80 km/h seien dann keine Seltenheit – und dies, obwohl nur 50 km/h erlaubt sind, so wie in allen geschlossenen Ortschaften.

Peter Merbeler kennt das Problem mit den Rasern in Ried schon lange. In den vergangenen 20 Jahren ist es immer schlimmer geworden, vor allem Motorräder kommen oft zu schnell um die Kurve. „Bei uns hängen die Warnwesten immer griffbereit im Hausflur“, berichtet Merbeler. „Wir haben bei der Polizei schon mal beantragt, in Ried verstärkt Geschwindigkeitsmessungen vorzunehmen“, berichtet Markus Panagiotopoulos.

Da habe es aber geheißen, dies sei schlecht möglich, weil man für den Einsatz von Radar eine Messstrecke von mindestens 200 Metern ab Ortsschild benötige. Und dies sei in Ried nicht gegeben.

Das mit den 200 Metern bestätigt auch ein Sprecher der Verkehrspolizei in Weilheim. Näheres konnte er dazu nicht sagen, verwies allerdings darauf, dass man sich – bei einem entsprechenden Antrag – die Örtlichkeiten noch einmal anschauen werde, ob nicht doch Radarmessungen möglich seien. Peter Merbeler könnte sich auch vorstellen, dass mit einer Insel oder anderen Hindernissen der Verkehr durch Ried etwas abgebremst werden kann.

Vor über 30 Jahren ist in der Ortsdurchfahrt ein Mädchen überfahren und getötet worden. Muss erst wieder ein Unfall mit Todesfolge passieren, bevor die Raserei in Ried endlich gestoppt wird?

Von Michael Gretschmann

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Asylbewerber hatten 135 Gramm Marihuana daheim
Den richtigen Riecher hatten Polizisten der Inspektion Schongau, die am Freitag zusammen mit Kollegen anderen Dienststellen eine Asylbewerberunterkunft in Schongau nach …
Asylbewerber hatten 135 Gramm Marihuana daheim
Magdalena aus Hohenpeißenberg
Magdalena ist da Noch sehr müde von ihrer anstrengenden Geburt ist Magdalena Satzinger. Das Mädchen erblickte am 21. April im Krankenhaus Weilheim das Licht der Welt. …
Magdalena aus Hohenpeißenberg
Münzschatz im Schongauer Stadtmuseum
Der Internationale Museumstag stand, zumindest in Schongau, im Zeichen eines verschollenen Münzschatzes: Am vergangenen Sonntag hat das Stadtmuseum Schongau mit Franz …
Münzschatz im Schongauer Stadtmuseum
1800 Musikanten im Wettstreit
Was die Musikkapellen aus dem Raum Landsberg, Schongau und Kaufbeuren so draufhaben, konnten sie am Wochenende bei den Wertungsspielen in Denklingen nicht nur den …
1800 Musikanten im Wettstreit

Kommentare