Mann verschanzt sich in Wohnung - offenbar mit Waffen - Großeinsatz

Mann verschanzt sich in Wohnung - offenbar mit Waffen - Großeinsatz
Nepo Fitz begeisterte auf der Schalander-Kleinkunstbühne mit Witz, Mimik und Gestik. Foto: schmid

"High-Speed-Hitlering" mit Nepo Fitz in Schongau

Schongau - Ein Rock’n’Roller in der Reihenhaussiedlung? Das kann nicht gut gehen! Jedenfalls nicht im Soloprogramm von Nepo Fitz, das der Kabarettist im Eulenspiegel in Schongau präsentiert hat.

Ein Rock’n’Roller in der Reihenhaussiedlung? Das kann nicht gut gehen! Jedenfalls nicht im aktuellen Soloprogramm von Nepo Fitz, das der Kabarettist im Eulenspiegel in Schongau präsentiert hat. „Brunftzeit - Wildwechsel und Liebestaumel“ heißt das zweite Programm des jungen Künstlers, über das sich das Publikum der Schalander-Kleinkunstbühne köstlich amüsierte.

Wie der Titel schon andeutet, arbeitet Fitz diesmal das Thema Beziehungen auf und erzählt von seinen Erfahrungen mit den Frauen, der Liebe und dem Häuslichwerden. Und dabei landet er mit seiner Freundin auch gleich mal in einer typischen Reihenhaussiedlung in Neufahrn - bereit für den „bayerischen Neun-Punkte-Lebensplan“, dem nach Schule, Studium und Beruf jetzt nur noch Bausparer, Heirat, Kinder, Haus, Hund und Tod folgen sollten.

So sieht jedenfalls der 31-Jährige seiner Zukunft entgegen, als er in die Reihenhausidylle einzieht -„dort, wo alle Rasen auf exakt drei Millimeter gemäht sind, wo jedes Haus wie das andere aussieht und jeder Mensch dem anderen gleicht“, wie er bald entsetzt feststellen muss. Das ist natürlich nicht ganz leicht für jemanden, der - als Sohn der berühmten Kabarettistin Lisa Fitz von klein auf im Künstlermilieu zuhause - doch in einer gänzlich anderen Welt aufgewachsen ist.

Und der schon als Dreijähriger im Kindergarten Mamis Emanzenlieder trällerte. „Wenn ich früher nachts nicht einschlafen konnte, dann sagten meine Eltern zu mir: ‚Sei stad, sonst kimmst‘ ins Reihenhaus“’, erinnert sich Nepo Fitz noch ganz düster an seine Kindheit. Doch bekanntlich reizt das Unbekannte ja am meisten: Und so verwirklichte der Sprössling aus der Künstlerdynastie doch noch seinen „LBS-Traum“, wo er dann sogleich mit den „Siedlungscowboys von Neufahrn“ Bekanntschaft macht - eine Spezies, der er auf der Schalander-Bühne jetzt mit reichlich Wortwitz nachäffte. Die Rentner, die den ganzen Tag lang nur nach Falschparkern Ausschau halten, die Heckenschneider und schließlich die überaufmerksamen Bewohner, die alle „Klingel-Falschbeschrifter“ sofort aufspüren.

Köstlich sind auch die Schilderungen des Reihenhaus-Neulings, als er sich gleich nach dem Einzug schon bald in einer „Feng Shui-Höhle“ wiederfindet. Feng Shui sei ja so etwas wie „Ikea für Spirituelle“, meint Fitz, der als harter Rock’n‘Roller die Hauspantoffel scheut wie der Teufel das Weihwasser.

Aber nicht nur auf die Reihenhäusler hat es Nepo Fitz in seinem Programm abgesehen: Auch alle Nazis und sonstigen Rassisten werden von dem 31-Jährigen gekonnt veralbert. Sehr zur Belustigung des Publikums im Eulenspiegel, das den Kabarettisten, der sonst eigentlich nur in großen Hallen auftritt, einmal exklusiv auf einer kleineren Bühne erleben durfte. Für alle Nazis hat der Kabarettist sogar eigens ein Anti-Gewalt-Programm entwickelt: Das „High-Speed Hitlering“, das er - mit Hitlerbart bewaffnet - auf der Bühne demonstriert.

Nach gescheiterter Zweisamkeit im Reihenhaus war Fitz schließlich irgendwann wieder Single - und machte als „brünftiger Stier“ seine Erfahrungen mit der Partnersuche im Internet: „Da kann man sich einen Partner rausfiltern, wie wenn Sie einen Hund aus dem Tierheim holen“, berichtet er - und landet selbst in einer Affäre mit einer verheirateten Frau, die ihn - aller SMS-Liebesschwüre zum Trotz - als „Ein-Mann-Heuschreckenplage“ abstempelt.

Apropos Internet: Fitz weiß auch, warum immer mehr Senioren heutzutage im Internet verschwinden. Nämlich „weil sie aus Versehen gleichzeitig die Tasten ,Alt’ und ,Entfernen’ drücken.“

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