Neuauflage des Hitler-Buches

"Mein Kampf" stößt auf Ablehnung

Schongau/Peiting - Für die neue, kommentierte Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ liegen in den Buchhandlungen in Schongau und Peiting bereits Anfragen vor. Allerdings hält sich die Nachfrage in Grenzen. Auch in den Schulen, wo das Werk genutzt werden soll, zeigt man sich zurückhaltend.

„Ich persönlich werde das Buch nicht lesen“, sagt Armin Eder, Leiter der Pfaffenwinkel-Realschule in Schongau, gleich mal vorweg. Und er werde auch keine Werbung für dieses Buch betreiben. Wer es lesen wolle, der solle dies tun. „Ich lese lieber was Positiveres“, so seine Einstellung. Hitlers „Mein Kampf“ werde er sich jedenfalls nicht „reinziehen“. Gleichzeitig betonte Eder aber, dass er keine Angst habe, sich mit diesem Thema zu befassen, wenn es in der Schule angesprochen werde. „Aber derzeit ist dies bei uns noch kein Thema“, berichtet der Realschul-Direktor.

Ähnliches gilt auch für das Welfen-Gymnasium in Schongau, wie Schulleiter Wolfgang Gebler andeutete. Bevor dieses Buch in den Unterricht gelange, solle sich seiner Meinung nach zuerst einmal die Fachschaft Deutsch Gedanken darüber machen, wie „Mein Kampf“ in den Fächern Deutsch und Geschichte thematisiert werden könnte. „Ich zerbreche mir da jetzt nicht den Kopf“, verrät Gebler und verweist darauf, dass er derzeit ganz andere Dinge zu bewältigen habe als sich mit diesem Buch zu befassen.

In der Bücher-Galerie in Schongau liegt ganz konkret eine Anfrage nach Hitlers „Mein Kampf“ vor. „Von einem historisch gebildeten Herrn“, verrät Susanne Segmihler-Pye, Inhaberin der Bücher-Galerie. Sie verweist darauf, dass dieses Buch nur in der kritisch kommentierten Edition vertrieben werden dürfe. Sie persönlich werde dieses Werk nicht auflegen, sondern nur auf Bestellung den Kunden besorgen.

Auch in der Buchhandlung am Bach in Peiting sind bereits Anfragen zu Hitlers „Mein Kampf“ eingegangen. Wieviele? „Weniger als zehn“, gibt Stefanie Kempf auf Anfrage zu verstehen. Die Erstauflage sei ja bereits vergriffen, und als Termin für die Neuauflage nennt Kempf den 15. Januar. Wann „Mein Kampf“ in der Buchhandlung am Bach zu beziehen sei, das lässt sie noch offen. „Wie sich die Nachfrage in den nächsten Tagen und Wochen entwickeln wird, kann ich jetzt noch nicht einschätzen“, so Stefanie Kempf.

Und wie sieht es in den Büchereien aus? Kann man sich dort Hitlers „Mein Kampf“ ausleihen? Mit Sicherheit nicht in der Gemeinde- und Pfarrbücherei Peiting. „Ich glaube nicht, dass dieses Buch so gut ist“, sagt Büchereileiterin Irene Wunder. Sie gibt zu verstehen, dass in der Peitinger Bücherei genug andere gute Geschichtsbücher auf Lager seien – auch aktuelle. „Wer das Hitler-Buch haben will, der soll es sich selber kaufen“, schlägt Wunder vor. Sie jedenfalls gebe dafür keine 59 Euro aus. Für dieses Geld würde sie lieber andere Bücher erwerben.

Und wie wird es in der Bücherei am Münztor in Schongau gehandhabt? Im Grunde genauso. „Ich werde dieses Buch nicht anschaffen“, kündigt Büchereileiterin Kornelia Funke an. Wer sich für „Mein Kampf“ interessiere, der müsse es schon selber kaufen.

Was derzeit allerdings nicht einfach ist, denn die erste Auflage ist – wie berichtet – bereits vergriffen, und wann die Neuauflage kommt, muss abgewartet werden.

Michael Gretschmann

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