Die fünf Musiker von der hmbc-Band sorgten in Schongau für beste Stimmung. Foto: bse-pictures

hmbc-Band mit Konzert in Schongau: "Des san schon verreckte Hund"

Schongau - Blasmusik kann ziemlich grooven, eine Fetzengaudi machen und unterschiedlichste Menschen vereinen. Das bewiesen die fünf Vorarlberger Burschen vom holstuonarmusigbigbandclub (hmbc) in der Schongauer Eishalle.

Schon nach den ersten Beatboxing-Tönen standen die Ersten auf den Bänken, es wurde gekreischt und geklatscht.

„Was ist das für eine Band, die nach zehn Sekunden erste Begeisterungsstürme auslöst?“, wird sich so manch Uneingeweihter gefragt haben. Schon ihr Mode-Geschmack ließ auf eine unangepasste Vielfalt auch in der Musik hoffen: Da wurden Lederhosen mit Hawaii-Hemden kombiniert oder der gute alte Dandy-Look ausgegraben. Und so halten diese überaus begabten Musiker es tatsächlich auch mit ihrer Musik. Sie selbst behaupten, Musikstücke durch den Fleischwolf zu drehen, doch ist dieser Fleischwolf vielmehr ein Transformer: Vorne kommt Kategorie 3 Fleisch rein, hinten das feinste Filetstück heraus. Da wird Michael Jacksons „We are the world“ traditionell runtergebrochen, „Trumpets everywhere“ besticht durch ein Klarinetten-Solo, und Stefanie Hertels „Über jedes Bacherl geht a Bruckerl“ bekommt einen richtig coolen Groove und ist äußerst chartverdächtig. Die Vielfalt und vor allem das musikalische Talent der hmbc-Musiker verlangte auch den alteingesessenen Blasmusikliebhabern und -kennern, von denen fast genauso viele in der Halle anwesend waren wie junge, die ihre Ohren mit Fleischlöchern schmücken, gehörig Respekt ab. Da hörte man aus dem Gekreische des Öfteren ein anerkennendes „Des san scho verreckte Hund“, bevor auch sie auf den Bierbänken standen und zu selbstkomponierten Liedern mit Hip-Hop oder Punk-Einschlägen mitwippten und klatschten.

Lustig umrahmt wurde der Auftritt von den witzigen, sarkastischen, pseudo-philosophischen Ansagen von Trompeter Bartholomäus Natter und Sänger und Komponist Philipp Lingg, der sich in seinen Stücken u.a. Gedanken macht, ob es ein Leben nach facebook gibt oder „What happened to Edelweiß?“

Ihren bekanntesten Hit „Vo Mello bis ge Schoppornou“ spielten, nein zelebrierten die Vorarlberger am Ende ihres offiziellen Programms, und es war erstaunlich, wie textsicher die bayerischen Gäste waren, die meist noch nicht einmal ihren eigenen Dialekt sprechen.

Natürlich hatten die Musiker Zugaben im Gepäck, sogar Sonderwünsche wurden erfüllt. Dass sie das Konzert aber mit der Polka „Böhmischer Traum“ traditionell beschlossen, war der endgültige Beweis ihres Mottos: „Erwarten Sie das Unerwartete!“ Und ganz gleich, mit welcher Erwartung der einzelne Gast in die Eishalle zu dieser Band gekommen war: Enttäuscht wurde keiner, denn das war ein Konzert, das keine Wünsche offen ließ! cho

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