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Hoerbiger-Antriebstechnik: Neue Maschine für Serienproduktion

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Die neue Maschine für die Hoerbiger-Antriebstechnik wird mit einem Spezialkran in Stellung gebracht. Foto: herold
Die neue Maschine für die Hoerbiger-Antriebstechnik wird mit einem Spezialkran in Stellung gebracht. Foto: herold

Schongau - Der Countdown läuft: Nur noch wenige Tage, dann fällt der Startschuss für den neuen Standort (Werk 2) der Hoerbiger-Antriebstechnik in Schongau - und damit für eine neue Serienproduktion von Schaltmuffen für moderne Doppelkupplungsgetriebe.

Per Schwertransport erreichte die über 20 Tonnen schwere und etwa fünf Meter hohe Räummaschine am Montagabend das Werksgelände an der Martina-Hoerbiger-Straße in Schongau.

Geplant ist, die Maschine mit einem Schwerlastkran in die Produktionshalle hineinzuheben. Das Augenmaß von Klaus Lautenhammer gleicht der Genauigkeit eines Nivelliergeräts. Trotzdem überlässt er nichts dem Zufall, pausenlos ist der Juniorchef einer Spezialfirma für Industriemontagen am Ausmessen und Rechnen.

Gut 21 Tonnen wiegt die neue Presse, die in Zukunft am Standort Martina-Hoerbiger Straße neue Teile erarbeiten soll. Für Klaus Lautenhammer und seine eingespielte Mannschaft ist dies ein Leichtgewicht, schließlich hatten die Männer vor Weihnachten im Werk an der Bernbeurer Straße einen 120 Tonnen-Koloss eingebaut. Trotzdem kein leichtes Unterfangen, aus Platzgründen und der vorgegebenen Aufstellfläche muss jeder Handgriff genau durchdacht sein.

Mit zwei Spezialtransportern, sogenannten verbreiterbaren Keilaufleger-Lastwagen, waren Presse und dazugehörige Teile von Pforzheim nach Schongau transportiert worden. Vor Ort werden die Teile per Autokran in vorher bestimmte Bereiche abgesetzt und von dort aus mit den Rollenwagen der Spezialfirma Lautenhammer in die Halle transportiert. Mit einem Hubgerüst wird in der Nähe der endgültigen Stellfläche die komplette Presse um 90 Grad gedreht und auf Stahlrollen in die Endposition gerollt.

„Damit ist der Maschinenpark für die erste Produktionslinie im neuen Werk der Antriebstechnik komplett“, erklärt Werkleiter Georg Holzheu und ergänzt: „Im März können wir die vollstufige Produktion von Schaltmuffen für Doppelkupplungsgetriebe hier im Werk 2 aufnehmen.“

Doch das ist erst der Anfang. Hoerbiger plant, die Kapazitäten in naher Zukunft noch auszuweiten. In Summe wird das Unternehmen bis Ende April 2012 rund 28 Millionen Euro in den Aufbau der neuen Schaltmuffen- und Reibsystemfertigung am Standort Schongau investiert haben. Dafür werden rund 6200 Quadratmeter der ehemaligen Produktionsfläche der Hoerbiger Automotive Komfortsystem neu genutzt. Sie hatte zuvor die Produktion hydraulischer Antriebe für Cabrio-Verdecke an den Standort Boleslawiec in Polen verlagert.

„In Verbindung mit dem Aufbau der zusätzlichen Produktionsanlagen hat Hoerbiger rund 120 neue Arbeitsplätze in Schongau geschaffen“, berichtet Konzernsprecher Ludwig Schönefeld. Die besondere Herausforderung: Das Unternehmen hatte sich vorgenommen, die im Geschäftsbereich Automotive Komfortsysteme von der Produktionsverlagerung nach Polen betroffenen Mitarbeiter nach einer entsprechenden Qualifikationsphase im Unternehmensbereich Antriebstechnik weiter zu beschäftigen. Im April 2011 begann die Umschulung. Anfang 2012 waren bereits alle vom Geschäftsbereich Automotive Komfortsysteme übernommenen Mitarbeiter an ihrem neuen Arbeitsplatz. sn/hh

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