Hoerbiger Automotive Komfortsystem Schongau: Dank Innovation wieder Weltmarktführer

Schongau - Nach längerer Durststrecke leuchtet am Horizont der Hoerbiger Automotive Komfortsysteme in Schongau wieder ein Silberstreif.

Nach längerer Durststrecke leuchtet am Horizont der Hoerbiger Automotive Komfortsysteme wieder ein Silberstreif. Nach zwischenzeitlichen Umsatzrückgängen von bis zu 60 Prozent schreibt der Konzernbereich seit Jahresanfang erstmals wieder schwarze Zahlen und meldet sich als Weltmarktführer zurück.

Es waren harte Jahre, mit denen der Unternehmensbereich zu kämpfen hatte. Als zwei große Kunden in Insolvenz gingen, traf das die Automotiven Komfortsysteme bis ins Mark. Zwischenzeitlich standen hunderte Arbeitsplätze auf dem Spiel. Um das Schlimmste zu verhindern, wurde ein radikaler Schnitt notwendig, die Strukturen erfuhren eine grundlegende Änderung. Im Klartext: Die über viele Jahre hinweg verlustbringende Hydraulik-Produktion wurde an den Standort Boleslawiec in Polen verlagert, der Verkauf des Geschäftssegments Sitzkomfort an den französischen Automobilzulieferer Faurecia bedeutete eine weitere Weichenstellung.

Künftig werden sich die Automotive Komfortsysteme auf zwei Segmente konzentrieren. Die Hydraulik widmet sich Entwicklung und Vertrieb hydraulischer Dachantriebe für Cabriodächer, Heckklappen und Heckdeckel. Im Getriebekomfort stehen derweil Pneumatiklösungen zur Schaltkraftunterstützung von Nutzfahrzeug-Getrieben im Fokus.

Die Produktion der Prototypen erfolgt hierbei in Schongau, die Serienherstellung in Polen sowie - für den amerikanischen Markt - in Auburn (Alabama). Bei einer Pressekonferenz erläuterte Geschäftsbereichsleiter Gerhard Messmer, „dass wir zu Beginn weitergemacht haben, als gäbe es keine Krise“. Dabei habe man verstärkt auf Innovationen gesetzt, was sich letztlich ausgezahlt habe.

Parallel erhielten Mitarbeiter, die innerhalb der Automotiven Komfortsysteme produktionsbedingt abgebaut werden mussten, an anderer Stelle im Konzern Arbeitsmöglichkeiten. „So konnten wir annähernd 90 Prozent der Mitarbeiter halten“, freut sich Messmer, der auch nicht ohne Stolz darauf verwies, „dass sich diese problemlos in andere Abteilungen einfügten und dort auch hervorragend aufgenommen und integriert wurden“. Heute beschäftigen die Automotiven Komfortsysteme noch zirka 105 Mitarbeiter in Schongau. Und die wollen sich laut Messmer auf den Sektor der Dachhydraulik völlig neu positionieren.

Oliver Gratzel, Segmentleiter von Vertriebs- und Produktmanagement, erläuterte unterdessen, dass man sich im Jahr 2008, als während der Automobilkrise der Cabrio-Anteil massiv eingebrochen sei, weiter auf Innovationen gesetzt habe und dafür belohnt worden sei. „Die Vielzahl der Cabrios existiert noch immer, wenn auch die Gesamtzahl etwas gesunken ist“, sagte Gratzel.

Die Zauberformel der Zukunft stecke in noch weniger Gewicht und Bauraum sowie noch mehr Geräuscharmut bei Verdecken. Von den etwa 50 unterschiedlichen Cabriomodellen weltweit profitieren heutzutage etwa die Hälfte von Hoerbiger-Entwicklungen, womit man Weltmarktführer ist.

Praktische Vorführungen gab’s auch noch. In den „heiligen Entwicklungshallen“ wurde aufgezeigt, wie sich die Geräuschentwicklung in punkto Cabrio-Verdecke weiterentwickelt hat, wobei Markus Weiss per Computer Geräuschpegel unterschiedlicher Fahrzeuge von heute und früher simulierte. Peter Müller, Entwicklungsleiter Hydraulik, informierte derweil über die Leichtbauweise und den damit verbundenen stufenweisen Gewichtsabbau in Fahrzeugen.

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