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Anfangs zögerlich haben die Hohenfurcher Frauen den Umgang mit dem Feuerlöscher und später mit der Löschdecke geübt. Unterm Strich überwog schließlich die Erfahrung: Die Übung war gut und wichtig!

hohenfurcher frauenverein

Frauen fit am Feuerlöscher

Hohenfurch - „Feuer!“, ruft die Frau. Sie packt sich einen Feuerlöscher, zieht gekonnt den Splint, hält vorschriftsmäßig das Schlauchende fest und den Wasserstrahl auf die Feuerstelle. In Sekunden löscht sie, von unten nach oben arbeitend, den Brandherd. Unter dem Motto „Feuer löschen, aber richtig – auch die Frau kann‘s“ hat der Hohenfurcher Frauenverein zu der Teilnahme an einem speziellen Feuerlöschkurs aufgerufen.

35 Frauen unterschiedlichen Alters haben sich zu diesem Kurs angemeldet, eine erfreulich hohe Anzahl für Conny Heger. Die Vorsitzende des Vereins erklärt auch den Hintergrund für diese Übung. „In Hohenfurch hat es immer wieder mal gebrannt“, sagt sie. Und da ein Brand am Herd oder im Haus schnell passieren kann, habe man sich für diesen Kurs entschieden.

Martin Rieger von der Freiwilligen Feuerwehr Hohenfurch führte zusammen mit seinen Kollegen Thomas Gornik und dem Kommandanten Frank Karczewski den Kurs durch. Nicht nur dem Frauenverein bieten sie diese Übung an. „Wir weisen auch andere Vereine und Lehrkräfte in Schulen und Kindergärten ein“, erklärt Rieger. Für diesen Feuerlöschkurs hatte sich die Freiwillige Feuerwehr von einer Sicherheitsfirma einen Hightech-Löscher ausgeliehen. „Wir planen aber, für Hohenfurch so ein Gerät zu kaufen“, sagt Karczewski. Zwischen 4000 und 10 000 Euro kostet so ein Übungslöscher, aber das Geld sei gut angelegt, so der Kommandant.

Der Löscher hat verschiedene Aufsätze, mit denen man unterschiedliche Brände simulieren kann. Zu Anfang liegt ein Metallgebilde in der Löschwanne, das einen Feststoffbrand vorgeben soll. Später kann man auch noch einen Papierkorbbrand löschen. „Ihr könnt nichts verkehrt machen. Nur, wenn Ihr nichts macht“, beruhigt Rieger die Frauen, die teilweise noch nie einen Feuerlöscher in der Hand hatten.

Ziel: Die Frauen sollen sich sicher fühlen

Und genau diese Unsicherheit über Handhabung und Vorgehensweise soll mit dem Kurs behoben werden. „Man fühlt sich sicherer, wenn man das einmal selbst gemacht hat“, sagt eine der Teilnehmerinnen später.

Denn, wer weiß schon so genau, wie sich ein sechs Kilogramm schwerer Feuerlöscher anfühlt? Und wie schnell dieser dann leer ist. Neun Sekunden erscheinen vielen Frauen sehr schnell. Aber kleinere Brände sind in dieser Zeit erstaunlich rasch zu löschen.

Aber es geht nicht nur um das Löschen. Zunächst werden die Frauen über die Dreipunkteregel informiert. „Alarmieren, retten, löschen“, lautet die Vorschrift. Und die wichtigste Botschaft überhaupt ist es, Ruhe zu bewahren. Ein schon einmal geübter Löschvorgang kann eine große Hilfe sein, wenn es einmal ernst werden sollte. Die Frauen erhalten Aufklärung über die verschiedenen Arten und Größen von Feuerlöschern. Es gibt Universalgeräte und spezielle.

Gut wäre es auch, eine Löschdecke im Haus zu haben. Zwei Feuerwehrler demonstrieren, wie schnell ein Kleinbrand mit so einer Decke erstickt werden kann. „Und eine Decke muss nicht gewartet werden“, gibt Rieger zu bedenken. Einen Feuerlöscher hingegen sollte man alle zwei Jahre überprüfen lassen. Eine Decke stinkt nur nach einem erfolgreichen Löschvorgang.

Ob man die auch waschen könnte, kam eine typisch praktische Frauenfrage. Rieger antwortet darauf etwas perplex: „Wenn es so eine Waschmaschine für Löschdecken gibt, dann natürlich“, sagt er lachend. Es wird überhaupt viel gelacht bei diesem Frauen-Feuerlösch-Kurs. Am Ende sind die Frauen begeistert: „Man muss sich einfach nur trauen“, sagt eine Teilnehmerin. Sie findet das Gewicht des Löschers nicht so schwer und auch die allgemeine Handhabung erstaunlich leicht. Zum Aufarbeiten und zum Durst-Löschen geht es anschließend noch gemeinsam ins Stüberl.

Regina Wahl-Geiger

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