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Einer der vielen Wägen: Grimms Märchen der gleichnamigen Familie.

9. Nachtfaschingszug in Hohenfurch

Die Faschings-Lawine an der Schönach

Musik, feiernde Zuschauer, dann zwei Kanonenschläge: Das war am Samstagabend das Startzeichen für den 9. Nachtfaschingsumzug des Faschingsclubs Hohenfurch, der alle zwei Jahre veranstaltet wird. Ein Spektakel mit einer Lawine aus bunten Lichtern wälzte sich durch das Oberdorf der Gemeinde.

Hohenfurch – „Wehe wenn sie losgelassen!“ Dann sind alle von einem Fieber infiziert, das durch kein Medikament kuriert werden kann. Die nächtliche Kälte wird locker weggesteckt oder besser gesagt weggetrunken. In der Faschingshochburg an der Schönach haben die Narren das Sagen. Elferrat, Garde, Prinzenpaar und viele, viele Freunde haben im Vorfeld ganze Arbeit geleistet, um das Highlight im Hohenfurcher Fasching über die Bühne gehen zu lassen.

Diese Bühne ist an diesem Freitag die Hauptstraße des Oberdorfs. Wie eine Lawine wälzt sich der Zug an den Zuschauern vorbei. Hochaktuell die Themen der Wagen und Fußgruppen, ideenreich präsentiert. Vor allem die Lichteffekte kommen in der Dunkelheit gut zur Geltung. Das i-Tüpfelchen jedoch, da sind sich die am Hauptplatz dicht gedrängten Zuschauer einig, sind die Narrengruppen zu Fuß. Hautnah am Publikum, geradezu zum Anfassen. An vorderster Front führt Präsident Johannes Linder mit den vier Ehrenpräsidenten und Fackeln den Zug an, daneben Bürgermeister Guntram Vogelsgesang. Bunt schillernd als lebende Werbeträger für das 2018 anstehende Musikfest dahinter die Stimmungsmacher der Blaskapelle als Fußgruppe. Sie spielen was das Zeug hält.

Aus luftiger Höhe begrüßt Hofmarschall Martin Knopp die Teilnehmer und stellt die jeweiligen Gruppen den Zuschauern und Gästen vor. Traditionell führt der Prinzenwagen des Faschingsclub Hohenfurch die Lichterlawine an. Gefolgt vom ersten Fußgruppen-Schmankerl. König Karl (Grimm) mit seiner Königin (die Eltern von Prinzessin Melanie I.) werden in einer goldenen Kutsche durch die Straßen gezogen. Vier Vorreiter mit Standarten bahnen den Weg durch die Menge, gefolgt durch die Vierspänner-Kutsche. Eines der Prachtrösser: Vize-Bürgermeister Josef Epple. Süddeutsches Kaltblut auf zwei Beinen.

Hinter der Formation im Schlepptau der Froschkönig, Rotkäppchen, Hänsel & Gretel, Frau Holle und natürlich Schneewittchen mit den sieben Zwergen. Alle Märchenfiguren bunt und ideenreich in Szene gesetzt – Grimms Märchen lautet das Motto. Nach dem Wagen der Minigarde deckt die Landjugend Hohenfurch den Doping- Skandal der Russen auf. Gnadenlos mit allen Einzelheiten, nachgespielt durch muskelbepackte Männer und maskulin wirkende Frauen. „Wir können zwar auch ohne, aber mit ist geiler“, so der Leitspruch.

Leuchtende Haartrends präsentiert eine weitere Fußgruppe. Die Turnerinnen des Sportvereins zeigen eine neue Version der Frisur, die eine Frisörmeisterin (Christa Friebel) beim Inthroball getragen hat. Turmhoch getaftet, niedervoltmäßig beleuchtet. Dann die Landjugend Sachsenried. Sie entführt in ihre Wunderwelt, in dem ein weißes Einhorn alle Sorgen abnimmt.

Das nächste Thema musste ja kommen. Vogelgrippe. Die wilden Hühner der Landjugend Schwabbruck empfehlen dagegen „Vogeltaren“. Von wegen Tabletten, alles abgefüllt in Halbliterflaschen mit dem Mönch auf dem Etikett. Hochprozentig dahinter die Fußgruppe. „Mon Cheri“ nennen sich die süßen Mädels, bei ihnen darf sogar genascht werden. Eine Nummer kleiner, aber fast so süß die Apfeldorfer Minigarde.

„Streiche Sotschi, setze Königssee.“ Das ist die Forderung der Faschingsgesellschaft Epfach in Hinblick auf die russischen Dopingsünder. Der Motivwagen mit Rampe und Eiskanal ausgestattet, ein Bob fährt immer wieder mit Schmackes vor die Zuschauer. Das kommt gut an. Genauso wie der wilde Hühnerhaufen der Landjugend Rott, die sich ebenfalls dem Thema Vogelgrippe widmet. Die wilden Mädels alle gut im Stall eingesperrt, und das im Fasching.

Hohenfurch feiert Nachtfasching: Die Bilder

Nicht eingesperrt, Gott sein Dank, die Garden aus Schwabsoien und Schongau. Man erkennt sie an den Schlachtrufen „Soien Alaaf“ und „Lechau“. Die Landjugend Altenstadt zeigt sich mit dem Schongauer Schrägaufzug. „Entstehen Ideen für solche Teile, hat Falk wohl wieder Langeweyle“, so der Slogen. Weitere Themen werden bunt angepackt, nicht zu vergessen die vielen ideenreich maskierten Gäste, die sich bis in die Morgenstunden im großen Festzelt tummelten.

Hans-Helmut Herold

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