Der Hohenfurcher Künstler Dietrich Kothe mit seinem neuesten Buch.
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Der Hohenfurcher Künstler Dietrich Kothe mit seinem neuesten Buch.

Hohenfurcher Künstler hat neues Buch zur Glaubenssuche herausgebracht

Dietrich Kothe: Mal Bildhauer, mal Autor

Im Körper von Dietrich Kothe aus Hohenfurch müssen in Sachen Kunst zwei Herzen schlagen. Dabei wechseln diese sich zeitweise in ihrer Leidenschaft ab. Mal greift Kothe beherzt zu Stemmeisen und Holzschlegel, mal spitzt er seinen Bleistift oder klopft auf die Tasten seines Computers. Immer wieder überrascht Kothe mit außergewöhnlichen Ideen und Arbeiten.

Hohenfurch – Dietrich Kothe hat seinen Traumberuf ausüben dürfen. Über 50 Jahre lang war er als Lehrer an beruflichen Schulen in Schongau, Weilheim, Landsberg und auch Herzogsägmühle tätig. Und das mit Haut und Haaren, mit ganzer Leidenschaft. Sein Hauptfach: Agrarwirtschaft. Später kamen Deutsch und Ethik dazu. Für seine Schüler war Kothe nicht nur Ansprechpartner in schulischen Belangen. Er versuchte immer, durch universale Gespräche die Jugend zu motivieren und aufzubauen.

In seiner Freizeit setzt Kothe seine Gedanken künstlerisch um. Da greift er zu Stemmeisen und Schlegel, um aus einem groben Stück Holz seine Figuren entstehen zu lassen. „Lieber Holz bearbeiten als verschüren“, sagt er mit einem schelmischen Lächeln. Vor allem hat er sich Themen rund um seine Gemeinde Hohenfurch angenommen. Mal erarbeitete er grobförmig die beiden Wappentiere der Ortschaft in Übergröße, mal stemmte er aus einem Baumstamm den gesamten diskutierenden Gemeinderat.

Seine Bücher haben breite Leserschaft gefunden

Dann wurde er feinfühliger und schnitzte aus einer Platte aus Lindenholz die St. Ursula mitsamt der Kapelle. Mit seiner Skulptur „Verbandelt“ ließ er einen Baum im eigenen Garten weiterleben, der sonst hätte gefällt werden müssen. Als „praktizierender“ Katholik und bekennender Christ ist es für Kothe ein Anliegen, den Gekreuzigten selbst in Großformat zu schnitzen und der Skulptur an der Wand seines Hauses einen würdigen Platz zu geben.

Das andere Herz von Kothe pumpt pausenlos Buchstaben, die er dann selbst literarisch verarbeitet. Seine Bücher haben eine breite Leserschaft gefunden. Egal ob „Bärlapper“ oder „Landglut Hopfensud“, bei jedem seiner Werke hat er ein Stück Heimat mit eingebunden. Auch bei seinen Erzählungen „Traumgalerie“ kann sich mancher Leser irgendwie wiedererkennen. Kothe recherchiert genau und kritisch.

Mit seiner Erfahrung als Ethik-Lehrer

In seiner gerade auf den Büchermarkt gekommenen Neuerscheinung „Confessio20“ erstellt Kothe „Notizen zur Glaubenssuche in unserer Zeit“. Direkt und ohne Schnörkel. Dabei geht er mit manchem Thema ehrlicher um, als manchem kirchlichen Würdenträger lieb ist.

Als Lehrer hat Dietrich Kothe viele Jahre lang jungen Menschen das Fach Ethik zu vermitteln versucht. Mit seiner Erfahrung aus dieser Zeit und täglichen Beobachtungen geht er davon aus, dass in der heutigen Gesellschaft das erforderliche Hineinwachsen in die mythisch-bestimmte religiöse Tradition kaum mehr möglich ist. Nach seiner Einschätzung existieren geschlossene homogene religiöse Umfelder nur in abgesonderten Gesellschaften.

„In der modernen vielgestaltigen Welt wird die Begegnung mit Religion kritisch verstandes-, nicht schlicht gewohnheitsmäßig geprägt sein müssen, um ihren Inhalten und Zielen nahezukommen“, beschreibt es Kothe. Das natürliche Glaubensbedürfnis der Menschen will jedoch gegenwartsnah bedient sein.

Nicht als Reformator oder missionierend auftreten

Kothe sagt, dass er das gerne den Kirchen zurufen würde, die darüber klagen, dass sie zu wenige Menschen erreichen. Dabei betont er, dass er in seinen Texten nicht etwa als Reformator oder gar missionierend auftreten will. Kothe macht sich lediglich Gedanken darüber, wie der heutige rational orientierte Mensch sich mit den Mitteln der Zeit sein über Konfessionsgrenzen hinausgreifendes Glaubensrefugium schaffen kann. Und das, ohne Gefahr zu laufen, in bloßen Nachvollzug oder gar auf Abwege modernistischen Gefabels zu geraten.

Das Buch

Dietrich Kothe, „Confessio20“, Notizen zur Glaubenssuche in unserer Zeit, Bernardus Verlag, ISBN-10:3-8107-0344-3

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