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Modelleisenbahn in Hohenfurch zieht immer wieder Schaulustige an

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Die kleine große Welt von Karlheinz & Roswitha. Besucher sind herzlich willkommen, wie hier diese Radlergruppe mit Alina, Caro, Felix und Steffi.
Die kleine große Welt von Karlheinz & Roswitha. Besucher sind herzlich willkommen, wie hier diese Radlergruppe mit Alina, Caro, Felix und Steffi. © Hans-Helmut Herold

Nicht nur für Zug-Fans ist die Garteneisenbahn der Familie Dörner in Hohenfurch allemal einen Besuch als Zaungast wert: Eine Auswahl von mehr als 100 Lokomotiven und 400 Waggons tuckern hier bei schönem Wetter durch den Garten.

Hohenfurch – Man kann auf alle Fälle von einer kleinen Sehenswürdigkeit sprechen, die im Garten eines Hohenfurcher Ehepaars aufgebaut ist. Dutzende von Radfahrern, die auf der Romantischen Straße oder auch Via Claudia unterwegs sind, legen hier einen Zwischenhalt ein, um neugierig über den Gartenzaun zu blicken. Weit mehr als 1000 Besucher haben sich schon im Gästebuch verewigt.

Hier ist eine Garteneisenbahn Anlage von nicht alltäglichen Ausmaßen aufgebaut: Gute 14 Meter in der Länge und acht Meter in der Breite erstreckt sich die Miniaturwelt des Eisenbahnfans Karlheinz Dörner. Gute 100 Lokomotiven und 400 Waggons besitzt er in seiner Sammlung. Nicht zu vergessen seine Frau Roswitha, die nicht nur für die Gestaltung der Anlage und der vielen Figuren ist, sondern auch mit ihrem grünen Daumen die Blumenpracht in dem Garten liebevoll pflegt. Leider hat der Hagelschlag vom vergangenen Dienstag einige Schäden verursacht, die längst wieder beseitigt sind.

Ein Rückblick: Es ist ein Weihnachtsfest mit ungeahnten Folgen. Damals im Dezember 1960 in Meißen. Der kleine Karlheinz, gerade mal fünf Jahre alt, bekommt eine elektrische Eisenbahn geschenkt. Eine Bahn der Firma „Piko“, die damals in der DDR die Herzen der Buben höher schlagen lässt. Karlheinz steckt die Schienen zu einem Kreis zusammen und lässt die Lok mit den beiden Wagons fahren. Runde um Runde. Wie er sich erinnert, war eine Batterie für den Stromanschluss in dem Trafo eingebaut. Das Ergebnis: Schon in der Nacht des Heiligen Abends ging nichts mehr. Batterie leer, Ersatzbatterie ebenfalls. Alle Läden über Weihnachten geschlossen. Enttäuschung groß.

Das Geschenk aber wirkt wegweisend für das weitere Leben von Karlheinz. Nach Abschluss der Schule studiert der Eisenbahnfan in Dresden Gleisbau. Danach fängt er bei der Bahnmeisterei in Thüringen als „Reichsbahn Technologe“ an. Er wird im Jahre 2000 nach Murnau versetzt. Dort entdeckt er seine Faszination für Großbahnen, die so richtig mit allem Drum und Dran im Garten aufgebaut werden können.

Ehefrau begeistert sich für den Aufbau der Häuser, Gebäude und Alltagsszenen neben den Schienen

Mit seiner Frau Roswitha hat er die ideale Partnerin an seiner Seite. Sie begeistert sich für den Aufbau der Häuser, Gebäude und Alltagsszenen neben den Schienen. Sie ist die Gestalterin auf der großen Platte. In den letzten Jahren hat sich das Treiben im Garten um eine Etage höher verlagert. Karlheinz und Roswitha sind nach Hohenfurch gezogen, um hier das Rentnerdasein zu genießen. Die große Anlage hat das Ehepaar auf stabile Platten verlegt, die wiederum auf Pfählen montiert sind.

Die Einteilung im Garten der beiden ist klar aufgeteilt: Karlheinz ist für die Züge und den Gleisbau, Roswitha für Häuser, Fahrzeuge und Figuren verantwortlich. Das heißt im Klartext, dass Roswitha quasi Bürgermeisterin der Gemeinde „Neu-Hohenfurch“ mit gut 150 Häusern ist. Von den Einwohnern gar nicht zu sprechen. Diese gehen zur Arbeit in den Lokschuppen, der Erinnerungen an den in Schongau wachruft, in das Bahnbetriebswerk, das Schotterwerk oder in die groß gestaltete Raffinnerie. Überall können die Wagons be- oder entladen werden. Klar, dass es auch ein Rathaus, jede Menge Kneipen und eine Kirche gibt. Sogar an eine Badeanstalt mit FKK- Bereich hat Roswitha gedacht. Und wie gesagt: Hohenfurch hat wieder seinen eigenen Bahnhof.

Das Besondere aber ist die Gastfreundlichkeit von Roswitha und Karlheinz: Keiner der vorbeiradelnden Besucher muss sich am Zaun den Hals ausrenken. Vor allem Kinder genießen es, ganz nah an der Schienenanlage den Zugverkehr zu beobachten. Da fällt das Weiterfahren wirklich schwer. Besucher sind jederzeit willkommen. Die Anlage ist in Hohenfurch im Garten an der Kreuzung Kinsauer Straße – Lechstraße nicht zu übersehen.

HANS-HELMUT HEROLD

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