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Jürgen Fischer, Kommandant der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle.

Das aktuelle Interview

„Er ist viel zu weit gegangen“

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Die „Altneihauser Feierwehrkapell’n“ ist seit mehr als 30 Jahren Kult bei Fastnacht in Franken, doch jetzt prasselt auf die Truppe um Kommandant Norbert Neugirg Kritik ein: Er hatte am Freitagabend über den Altersunterschied zwischen Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und seiner 24 Jahre älteren Ehefrau Brigitte Witze gemacht, bezeichnete die Französin als „gut eingefahr’nen Schlitten“, „gut abgehang’ne Dame“ und „schärfste alte Hütte“. Wir sprachen darüber mit Jürgen Fischer, als Kommandant der „Hohenfurcher Feuerwehrkapelle“ ebenfalls berühmt-berüchtigt.

-Herr Fischer, Sie haben Fastnacht in Franken sicher gesehen.

Nicht direkt, weil ich am Freitag mit der Hohenfurcher Garde unterwegs war. Aber nachdem es so viel Kritik gab, wollte ich natürlich wissen, weshalb die Feierwehrkapell’n so geschimpft worden ist, und habe mir ihren Auftritt im Internet angeschaut.

-Und, wie fanden Sie ihn? Sind die Altneihauser zu weit gegangen oder war es noch vertretbar?

Kommandant Neugirg ist viel zu weit gegangen, auf jeden Fall. Er macht sich auf Kosten einer gut funktionierenden Partnerschaft lustig. Bei Berlusconi etwa war das damals kein Problem. Wenn ich so etwas aufgreife, steckt immer ein wenig Wahrheit dahinter, was hier nicht der Fall ist. Ich schätze ihn sehr, er hatte eigentlich immer ein Gespür, wie weit er gehen kann. Aber man hat schon gemerkt, dass es von Jahr zu Jahr grenzwertiger wird. Meiner Meinung nach war der ganze Auftritt am Freitag nichts, zu derb.

-Wie ist das bei Ihnen: Haben Sie auch schon einmal derartige Kritik abbekommen?

Ich stehe jetzt schon seit 25 Jahren auf der Bühne, da habe ich ein sehr gutes Gefühl entwickelt, was geht und was nicht. In dieser Zeit gab es vielleicht eine Handvoll Auftritte, wo es im Nachhinein Ärger gab.

-Was war da passiert?

Da waren dann die Personen eingeschnappt, die sich vorher am besten amüsiert haben. Es ist doch so: Wer über die anderen am meisten lacht, ist selbst am empfindlichsten. Wobei es schon immer schwieriger wird, dass sich niemand verletzt fühlt.

-Sprechen Sie mit Ihren Kapellen-Kollegen vorher über die Gags?

Klar, die haben auch ein gutes Gespür und wissen, wenn etwas die Geschmacksgrenze reißt. Weil ich bei jedem Auftritt schaue, wer im Publikum sitzt, mache ich einige Witze noch spontan, aber da hat es auch nie Probleme gegeben.

-Wenn tatsächlich mal eine negative Kritik wegen eines derben Witzes kommt: Wie gehen Sie damit um?

Ich denke mir: Der Auftritt hat eine Stunde gedauert, und der regt sich über 30 Sekunden auf? Aber leider nehme ich mir so etwas schon zu Herzen und denke dann, der ganze Auftritt war nichts. Wenn so etwas vorkommt, ist aber klar, dass ich künftig über die betreffende Person nichts mehr sage. Es gibt aber auch Leute, die beleidigt sind, wenn sie nicht drankommen, nach dem Motto: ,Hast Du dieses Jahr nichts über mich gewusst?‘

-Am Schongauer Schockerberg, dem Starkbieranstich der CSU, sind Sie seit Jahren einer der Höhepunkte mit Ihrer Feuerwehrkapelle. Hat es da jemals Probleme gegeben?

Nein, wobei das dort schon etwas anderes ist wie in Hohenfurch selber. Im Heimatort wird schon nochmal härter hingelangt als in der großen Nachbarstadt. Aber da warten die Leute drauf, schließlich ist unsere Art von Humor mittlerweile bekannt.

Das Gespräch führte Boris Forstner

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