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Drei Prinzenpaar-Generationen bei den Dreharbeiten am Kaffeetisch im Hause Zeidlmaier: (v.l.) Waltraud und Peter Zeidlmaier (1974), Manfred und Silvia Baum (1991), Cindy Baum und Christoph Ranz (2018).

Hohenfurch

Faschingsdynastie ist reif fürs Fernsehen

Diese Geschichte lässt selbst das Fernsehen nicht kalt: Drei Generationen aus einer Familie haben zum Zepter eines Faschings-Prinzenpaares gegriffen. Jetzt hat der Bayerische Rundfunk der „Hochburg Zeidlmaier-Baum“ in Hohenfurch einen Besuch abgestattet, um die närrische Geschichte und auch die obernärrische Familie zu dokumentieren.

Hohenfurch – Die Geschichte dieser narrenmäßig einmaligen Familie, die am 13. November in den Schongauer Nachrichten zu lesen war, ist auch den Redakteuren des Bayerischen Rundfunks in die Finger gekommen. „So eine Story kann man sich doch nicht entgehen lassen“, ist der Gedanke von Alexander Hilmer, einem der Redakteure für Landesberichte. „Ein super Thema für die Abendschau am Lumpigen Donnerstag“, trägt er bei der Besprechung vor. Der Redakteur bekommt den Zuschlag. Auf geht’s nach Hohenfurch.

Die Geschichte nochmals kurz in Erinnerung gebracht: Am 11.11. vergangenen Jahres wurde Cindy Baum (22) als Prinzessin „Cindy I. Thronfolgerin vom Königreich der Narren“ vorgestellt. Ihr zur Seite Christoph Ranz als Prinz „Christoph I. zum Bayerischen Hofe der Melodie“. Ein Prinzenpaar wie jedes Jahr, sollte man meinen. Doch weit gefehlt. Wie die Hohenfurcher Narrenschar weiß, waren die Eltern von Cindy im Jahre 1991 selbst Prinzenpaar. Als „Manfred II. von der Monetenburg“ und „Silvia II. vom Birkenschloss“ führten sie damals in den tollen Tagen und Nächten die Regierungsgeschäfte.

Nicht genug der Narrenschar in der Familie. Genau vor 44 Jahren haben die Großeltern von Cindy das Zepter geschwungen. Als „Peter I. von der Trompetenburg“ und „Waltraud I. vom Blumenschloss“ waren die beiden das dritte Prinzenpaar seit Bestehen des Faschingsclubs Hohenfurch. Zu guter letzt: Josef Zeidlmaier, der Urgroßvater von Cindy, war 1971 Gründungsmitglied des FCH.

BR-Redakteur Hilmer ist vor Ort von der Großfamilie begeistert. Alles ist für den Dreh am Nachmittag vorbereitet. Der Kaffee-Tisch mit Nusszopf, Krapfen und anderen Leckerli gedeckt, Luftschlangen sind zwischen Tassen und Tellern trapiert. Ein buntes Bild, das das Herz des Kameramanns gleich höher schlagen lässt. Von der Stimmung ganz zu schweigen, da braucht nichts gestellt zu werden, die ist im Hause „Zeidlmaier-Baum“ immer vorhanden.

Im Vorgespräch die Regieanweisung. Alexander redet von „geplantem Durcheinander“ oder „gestellt unordentlich“ – alles kalter Kaffee. Die Truppe ist schon in Fahrt und lässt sich nicht mehr bremsen. Beim Durchblättern alter Fotoalben schwelgt man in Erinnerungen, die kein Drehbuch besser wiedergeben könnte. „Schau, da ist der Deschler Hans. Da hat er seine Anita kennengelernt. Der war ganz schön aktiv...“, so ein Kommentar zu den Fotos. Nur Cindys Opa Peter muss ab und zu gebremst werden, da er mehr Flaschen mit alkoholischer Füllung aus dem Keller holt, als die Truppe vertragen könnte.

Nach dem zweiten Positionswechsel der Kamera lernt der Redakteur sogar den gefürchteten Schnapshobel von Peter kennen. Alle Stamperl erst voll, dann leer. Drehbuch adé, aus dem Stegreif ist ab sofort gefragt. Obwohl: Einige Fragen, die Hilmer vorbereitet hat, kann er doch noch in all dem Trubel stellen. So will er die Unterschiede im Faschingsgeschehen von damals und heute wissen. Oder bohrt noch intensiver nach, ob denn aus dem jetzigen Prinzenpaar auch eine „dauerhafte Bindung“ entstehen wird.

Erste Schweißperlen sind auf der Stirn des Prinzen zu entdecken. Die Antworten werden natürlich hier nicht verraten. Aber garantiert am „Lumpigen Donnerstag“ in der Abendschau. Einen Vorgeschmack gibt es natürlich hier ganz exklusiv. Es sind die beiden Schlachtrufe, mit denen die Großeltern von Cindy ihre Narrenschar damals vor 44 Jahren bei den Auftritten begrüßt haben. „Peter I. von der Trompetenburg“ wählte ein: „Es lebe die Liebe, Leichtsinn, Suff und Radau – Schönau“. Prinzessin „Waltraud I. vom Blumenschloss“ setzte noch eins drauf. Hammerhart, aber kurz und bündig: „Seid lustig und vergnügt, bis der Arsch im Sarge liegt - Schönau.“ Na, neugierig geworden?

Der Beitrag

über die außergewöhnliuche Faschingsdynastie in Hohenfurch wird am Donnerstag, 8. Februar, in der BR-Abendschau zwischen 17.30 und 18.30 Uhr gesendet.

Hans-Helmut Herold

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