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Auch das gehört zur täglichen Arbeit in der Töpferstube: Eva kratzt die Reste des Tons nach Bearbeitung von den Holzscheiben.

Zu Gast bei Keramikerin Franziska Zimmermann

Ferien einmal anders: Praktikum in der Hohenfurcher Töpferstube

Ferienzeit einmal anders: Eva Wawrschin hat Teile ihrer Ferienzeit in Hohenfurch bei Keramikerin Franziska Zimmermann verbracht, um sich dort auf ihr letztes Gesellenjahr an der Fachschule vorzubereiten. Wir haben in der Töpferstube der jungen Künstlerin über die Schulter geschaut.

Hohenfurch – Die Hohenfurcherin Franziska Zimmermann ist eine Künstlerin, die sich mit Haut und Haaren dem Werkstoff Ton verschrieben hat. In ihrer Werkstatt am Lech werkelt sie fast täglich an neuen Gestaltungen in Sachen dieses gut formbaren, weichen Materials. Neben Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens kreiert sie immer wieder außergewöhnliche Formen und Farbkompositionen.

Ihre Kreationen sind dann auf Töpfermärkten zu bewundern und auch zu erwerben. Ein bekannter Markt in Schongau, auf dem man sie immer findet, ist der Weihnachtsmarkt im Gerbersaal.

Von der Hohenfurcher Töpferin Zimmermann hat Eva Wawrschin (24) vor einem Jahr bei einer Kollegin am Chiemsee erfahren. Eva, die damals die erste Klasse an der Berufsfachschule für Keramik in Landshut besuchte, hat mit Zimmermann Verbindung aufgenommen und für diese Sommerferien die Möglichkeit für ein weiteres Praktikum erhalten.

„Schon beim ersten Treffen habe ich gemerkt, dass Franziska sehr große Erfahrung auf allen Gebieten der Töpferei hat“, erzählt Eva. Eigentlich wollte sie das Fach Glas & Keramik studieren, erkannte aber nach geraumer Zeit, dass sie das Handwerk mehr fasziniert. „Hier kann ich mit meinen Händen formen, was in meinem Kopf mit Kreativität und Phantasie entstanden ist“ sagt die junge Frau.

Und Eva hat jetzt bei Franziska Zimmermann täglich geformt. Hauptsächlich an der Drehscheibe. Einmal, um nicht aus der Übung zu kommen, zum anderen, weil sie von ihrer routinierten Ferien-Lehrerin ganz tolle Ratschläge bekommen hat: „An der Schule wird auch gedreht, aber nicht so intensiv“, sagt Wawrschin und klatscht sich einen neuen Batzen Ton auf die Drehscheibe.

Praktikantin Eva präsentiert ihren Eigenentwurf „Kaffeekanne Design Eva“ ihrer Ausbilderin Franziska Zimmermann, die von der Arbeit sehr angetan ist.

Mit sehr viel Gefühl und natürlich immer feuchtnassen Fingern zieht Eva die Wandung nach oben. Schaut locker aus, ist es aber ganz und gar nicht. Denn Zimmermann hat ihr eine Aufgabe gestellt: Es soll eine Serie von Kaffeetassen entstehen, die exakt alle gleich in der Formung sein müssen. Und die „Lehrerin“ setzt noch eins drauf: Am Ende müssen die Tassen auch noch absolut gleich gehenkelt werden.

Ganz klar, dass da einiges an Tassen den Bach runtergeht. Wie gesagt, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Und eine gut gelungene Tasse ergibt noch lange kein Service. „Wenn der Ton dann lederhart ist, muss der Fuß auch noch ganz gleichmäßig ausgedreht werden“, erklärt Eva dabei noch ganz nebenbei.

Wawrschin zeigt Kreativität: Sie sammelt die misslungenen, deformierten oder nicht maßentsprechenden Stücke und formt daraus ein ganz tolles Unikat. Aus den Teilen baut sie eine Kaffeekanne zusammen, von deren Design sogar Franziska Zimmermann begeistert ist.

In weiteren Schritten glasiert Eva ihre Becher, Schalen und natürlich die Kanne innen und außen. „Soll ja alles nicht nur zum Ansehen, sondern wirklich zum Gebrauch Verwendung finden“, bemerkt sie, während sie die Schöpfkelle zurück in den Eimer mit der Glasur hängt.

Nach dem „Schrühbrand“, also dem ersten Brand, der nicht so heiß ist, folgt der Glasur- oder Glattbrand. Da geht’s richtig heiß zur Sache. Danach wird von Zimmermann ausgesiebt, oder besser gesagt, sie gibt ihren Kommentar zu jedem gelungenen oder auch nicht gelungenen Stück.

Die Kaffeekanne im „Eva-Design“ ist auf alle Fälle gelungen. Da sind sich Schülerin und Lehrerin absolut einig. „Die Ferienzeit hier zu verbringen, hat sich auf alle Fälle gelohnt“, sagt Eva Wawrschin am Ende ihres Praktikums. Und sie will wiederkommen.

VON HANS-HELMUT HEROLD

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