Die Vergleichsgrafik der VG Altenstadt zeigt die bisherige (von oben) , die von der Regierung gewünschte und die vom Hohenfurcher Gemeinderat beschlossene neue Abstandsflächenregelung.
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Die Vergleichsgrafik der VG Altenstadt zeigt die bisherige (von oben) , die von der Regierung gewünschte und die vom Hohenfurcher Gemeinderat beschlossene neue Abstandsflächenregelung.

Hohenfurch erlässt „Satzung über abweichende Maße der Abstandsflächentiefe“

Flächensparendere Abstandsregelung

„Erlass einer Satzung über abweichende Maße der Abstandsflächentiefe“: Diesen Punkt findet man derzeit auf allen Tagesordnungen der öffentlichen Gemeinderatssitzungen. Am Beispiel Hohenfurch erklären wir, was es damit auf sich hat.

Hohenfurch – Bisher galt laut Baugesetzbuch: Der Abstand zum Nachbargebäude muss der Wandhöhe des Hauses entsprechen (1H), mindestens aber drei Meter. Der neue Entwurf sieht vor, dass künftig das 0,f-Fache der Wandhöhe als Abstand ausreicht, bei Gewerbebauten gar nur das 0,2-fache.

Weil die Berechnungsmethode geändert wurde, und der Giebel auf der jeweiligen Abstandsflächenseite abgebildet werden muss, würden sich mit der bisherigen 1H-Regelung zu große Abstandsflächen ergeben. Deshalb müssen die Gemeinden handeln.

Ziel ist Schaffung von Wohnraum

„Die neue Regelung tritt am 1. Februar in Kraft, doch die Staatsregierung gibt den Gemeinden die Möglichkeit, abweichende Abstandsflächen per Satzung vorzuschreiben. Das muss aber bis zu diesem Datum beschlossen werden“, sagte Hohenfurchs Bürgermeister Guntram Vogelsgesang bei der jüngsten Gemeinderatssitzung und drückte auf die Tube.

Ziel der Novelle sei es laut Staatsregierung unter anderem, die Schaffung von Wohnraum zu erleichtern und flächensparender zu bauen. Doch gleichzeitig gibt sie den Gemeinden einen gewissen Spielraum, um beispielsweise den dörflichen Charakter erhalten zu können. Genau darauf beruft sich Hohenfurch: „Wir wollen das ländliche Ortsbild, die Wohnqualität und den Wohnfrieden erhalten“, so Vogelsgesang.

Drei Varianten in der Übersicht

Um zu verdeutlichen, wie genau die bisherige Regelung, die Variante des 0,4-fachen und der Vorschlag der Verwaltungsgemeinschaft mit dem Faktor 0,8 aussehen würde, zeigte das Gemeindeoberhaupt anhand einer sehr anschaulichen Vergleichsreihe (siehe Grafik), die die fünf Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt zusammen mit dem Baureferat ausgearbeitet hatten.

Darauf zu sehen ist auch das sogenannte 16-Meter-Privileg: Dies besagt, wenn die Mauerlänge 16 Meter unterschreitet, dürfen an einer der jeweiligen Seiten die Abstandsflächen halbiert werden – doch nie unter drei Metern betragen. Das war bereits bei der bisherigen Regelung so und gilt auch künftig.

Die Gemeinderäte konnten sich anhand der Vergleichsgrafik ein genaues Bild machen, und so wurde eine künftige Abstandsflächentiefe vom 0,8-fachen der Wandhöhe, mindestens aber drei Meter, einstimmig beschlossen. Diese entspricht mit der neuen Berechnung in etwa der bisherigen Regelung.

Christine Wölfle

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