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So sieht die Bergstraße in Hohenfurch aktuell aus. Bis zum Sommer 2020 soll sie nach dem Stand der Technik ausgebaut werden.

Erterschließung

Hohenfurch: Anlieger protestieren vergeblich gegen Ausbau der Bergstraße

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Die Bergstraße in Hohenfurch ist noch nicht ersterschlossen. Das will die Gemeinde jetzt nachholen. Die Zeit drängt, denn nur noch bis 2021 kann sie die Kosten auf die Anlieger umlegen. Die sind davon alles andere als begeistert. Ihr Protest hatte allerdings keinen Erfolg.

Hohenfurch – Schon im Mai hatte der Hohenfurcher Gemeinderat die Weichen für die Ersterschließung der Bergstraße gestellt. Damals kündigte Bürgermeister Guntram Vogelsgesang an, dass man die Anlieger noch im Rahmen einer Versammlung informieren werde, wenn die genaue Planung samt Kosten vorläge. Diese Zusammenkunft habe mittlerweile stattgefunden, berichtete der Rathauschef in der jüngsten Gemeinderatssitzung, die sich vornehmlich um das Thema Bergstraße drehte.

Der Gesprächsbedarf, das verhehlte Vogelsgesang nicht, sei groß gewesen. Schließlich geht es für die elf Eigentümer der Grundstücke – sechs davon sind noch nicht bebaut – um viel Geld. Zwischen 14 000 und 29 000 Euro müssen sie für den Ausbau der 200 Meter langen Straße berappen. Denn die gibt es zwar seit den 1960er Jahren, wurde aber nie im Sinne des Gesetzes ersterschlossen. Zwar existiert bereits eine Beleuchtung, doch weder der vor Jahrzehnten aufgebrachte Teer noch der Unterbau und die Breite von gerade einmal drei Metern entsprechen laut Bürgermeister den Anforderungen, eine Entwässerung fehle gänzlich genau wie eine seitliche Begrenzung der Straße. 

Auf 245 000 Euro bezifferte Vogelsgesang die Baukosten, laut Erschließungsbeitragssatzung müssten davon 90 Prozent die Anlieger stemmen. Nicht umlegen will die Gemeinde die anfallenden Kosten für die Entsorgung des Teers, die sich auf rund 20 000 Euro belaufen. Inwieweit die darunter liegende Kiesschicht belastet sei, müsse man abwarten, der Großteil könne aber voraussichtlich wieder verwendet werden.

Verständlicherweise seien die Anlieger vom Vorhaben nicht begeistert, sagte Vogelsgesang. Die Gemeinde allerdings habe keine andere Wahl. Denn nur noch bis Ende März 2021 könne die Fertigstellung von Straßen, mit deren erstmaligen Herstellung vor 25 Jahren oder mehr begonnen wurde, noch auf die Anlieger umgelegt werden. Schon aus Gründen der Fairness gegenüber den Bürgern, die in den Vorjahren ebenfalls bei Ersterschließungen zahlen mussten, könne man die Frist nicht verstreichen lassen, machte der Rathauschef klar. 

Dass man den Ausbau nicht schon früher angegangen sei, sei auch ein Entgegenkommen an die Anlieger gewesen, nachdem diese in den 90er Jahren beim Kanalbau hohe Rechnungen zu schultern hatten, erinnerte Vogelsgesang. Damals habe man vereinbart, dass man mit der Ersterschließung warte, bis alle Grundstücke bebaut seien. Durch den Stichtag müsse man nun früher reagieren, um die Gleichbehandlung zu wahren.

Anlieger befürchten finanziellen Ruin

An dieser Sicht änderte auch der Antrag der Anlieger nichts, in dem diese die Gemeinde aufforderten, auf den Ausbau zu verzichten. Darin warfen sie den Gemeinderäten unter anderem vor, noch schnell abkassieren zu wollen, bezweifelten, dass die Straße noch nicht ersterschlossen sei und gaben zu bedenken, dass Anlieger durch die Forderung in den finanziellen Ruin getrieben würden. Zumindest in letzterem Punkt konnte der Bürgermeister beruhigen. „Keiner muss deswegen sein Haus verlassen“, versprach er. In solchen Fällen habe man in der Vergangenheit immer eine Lösung gefunden.

Einstimmig folgte der Gemeinderat schließlich dem Vorschlag des Bürgermeisters, den bereits gefassten Ausbau-Beschluss zu bestätigen. Anschließend stellte Vogelsgesang die Planung des beauftragten Büros vor. Diese sieht vor, die Fahrbahn auf fünf Meter zu verbreitern. Rechts und links wird ein jeweils 1,5 Meter breiter Bankettstreifen angelegt. Auf die anfangs angedachten Inseln an den Einfahrten will man verzichten, stattdessen soll die Fahrbahn an drei Stellen durch Einbuchtungen mit Bäumen auf 3,40 Meter verjüngt werden, um die „schnurgerade Straße“ aufzulockern. Die Wasserleitung wird in öffentlichen Grund verlegt. Um ein günstiges Angebot zu bekommen, habe man das Baufenster weit gefasst, sagte Vogelsgesang. Bis August 2020 soll der Ausbau über die Bühne gehen.

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