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Ehrungen bei den Bienenzüchtern (von li.): Kreisvorsitzender Norbert Moser, Ortsvorsitzender Paul Knofe (Schongau), Thomas Nagel, Honigobfrau Susanne Frunder, Paul Schneider, Siegfried Tremer und Ortsvorsitzender Johann Linder (Hohenfurch).

Kreisversammlung der Imker

Honignaschen fördert die Gesundheit

Schon zu biblischen Zeiten schätzten Menschen den Geschmack naturreinen Bienenhonigs, und sie wussten auch um dessen Energiereichtum und die unmittelbar stärkende Wirkung nach seinem Genuss. Ein Vortrag rund um Inhaltsstoffe und Verwendung des Honigs lockte nicht nur Mitglieder zur Kreisversammlung der Imker nach Hohenfurch.

HohenfurchHippokrates hat die Heilwirkung des Honigs gerühmt, und auch Paracelsus behandelte Ende des Mittelalters mit ihm erfolgreich Fieber und Furunkel. Studien in Großbritannien belegten, dass mit Honigauflagen behandelte Wunden schnell unter einer geringeren Narbenbildung abheilten. Andere Studien zeigen, dass Honig in der Krebstherapie nicht nur ausgleichend bei Mangelernährung der Krebspatienten wirkt, auch Nebenwirkungen wie Entzündungen der Schleimhäute können durch die regelmäßige Einnahme von Honig stark gemindert werden. Bei der Behandlung von Magen- Darm-Erkrankungen und Hautkrankheiten wiederum konnten große Erfolge durch die Verwendung von Honig erzielt werden.

Mit der Bayerischen Honigobfrau Susanne Frunder aus Höchstädt im Landkreis Dillingen hatte der Imker-Kreisverein Schongau einmal mehr eine hochkarätige Referentin für seine Frühjahrsversammlung gewonnen. Vorsitzender Norbert Moser konnte in Hohenfurch einmal mehr Gäste aus Peißenberg, dem Ostallgäu und dem Nachbarlandkreis Garmisch-Partenkirchen begrüßen. „Es ist der Wirkstoffcocktail, der den Bienenhonig auszeichnet,“ stellte Frunder deutlich heraus. Jeder Honig ist einzigartig. Keine Ernte gleicht hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe, ihres Geschmacks oder ihrer Farbe der vorherigen und der folgenden. Denn vor allem die Tracht eines Bienenjahres bestimmt den Honig, sie ist nie identisch mit der anderer Jahre. Je nach Sorte enthält Honig zu etwa 80 Prozent verschiedene Zuckerarten, in erster Linie aber die Einfachzucker Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker).

Die Ein- und Mehrfachzucker des Honigs werden zu unterschiedlichen Zeiten und auf unterschiedliche Weise verarbeitet, haben sozusagen Depotwirkung, sodass der Stoffwechsel nicht überlastet wird. Der Blutzuckerspiegel steigt nicht explosionsartig an, sondern erhöht sich in Maßen und bleibt über einen längeren Zeitraum hinweg konstant. Deutscher Imkerhonig beinhaltet zudem 15 bis 18 Prozent Wasser sowie zwei bis fünf Prozent anderer Inhaltsstoffe, zu denen Aminosäuren, Eiweiße, Inhibine (keimhemmende Stoffe), Vitamine und Mineralstoffe gehören.

Die Rohstoffe, die die Bienen in ihren Stock tragen, stammen aus zwei Quellen, dem Nektar und dem Honigtau. Die Sammelbienen geben dem eingesaugten Nektar oder Honigtau Enzyme aus ihren Futtersaft-, Kopf- und Brustspeicheldrüsen zu. Im Bienenstock nehmen die Stockbienen den Sammelbienen den Nektar ab und setzen dem Sammelgut erneut Enzyme zu. So entsteht das kostbare Produkt Honig, und das gleichzeitige Zusammenwirken aller Inhaltsstoffe bringt die Heilwirkung. Naschen fördert demnach die Gesundheit.

Gerhard Heiß

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