Kniefall eines Präsidenten als Blumenkavalier vor den königlichen Hoheiten. Von links: Sabine Berghofer (2. Präsidentin) Hofdame Diana Kellhammer, das Prinzenpaar Tobias Kellhammer und Christina Linseis, Svenja Schratt (3. Präsidentin) und Tobias Linder (1. Präsident). foto: hans-Helmut he rold Die Falleschnappt zu

„Schönau“

Neue Faschingsregenten in Hohenfurch vorgestellt: Nur der Prinz war eine harte Nuss

Manege frei und los geht´s. Die Rakete der ausgelassenen Narren kann gezündet werden, die Lunte für die kommende Faschingssaison brennt. Das neue Prinzenpaar in Hohenfurch ist gefunden. 

Hohenfurch Es war eine lange Durststrecke, bis Hohenfurchs Narren jetzt wieder ihren Schlachtruf hinausbrüllen konnten. Um die neun Monate war in Sachen Fasching Funkstille, doch pünktlich zum 11.11. um 11 Uhr 11 ertönt er wieder, der Schlachtruf „Schönau“. Präsident Johannes Linder lässt es sich nicht nehmen, die neue Saison lautstark im Gasthof Piroschka (Negele) mit einigen Hartgesottenen der Szene zu eröffnen. „Getränke marsch!“ sein Kommando dazu.

Getränke waren es auch, die den Bund des neuen Prinzenpaares besiegelten. Vor gut sechs Wochen, als man noch gar nicht so recht an die kommenden tollen und ausgelassenen Tage dachte. Getränke ist untertrieben, es war die Summe aller alkoholischen Restbestände aus des Präsidenten-Kellerbar. Zusammengebündelt in einem übergroßen Einkaufskorb.

Aber der Reihe nach: Jedes Jahr wird vom harten Kern des Suchergremiums, welches Präsident Linder anführt, und seiner beiden Vertreterinnen, Sabine Berghofer und Svenja Schratt, dicht an seiner Seite, eine Liste mit Beliebtheitsgrad eventueller Regenten erstellt. „In diesem Jahr standen Pärchen der Gemeinde im Vordergrund“, so Linder. Pärchen, die sich schon einige Zeit kennen und aufeinander abgestimmt sind. „Das erleichtert die Arbeit des Texteschreibens enorm und stellt sich organisatorisch als unkomplizierter heraus“, so Linder weiter. Dazu ergänzt er noch seine geflügelten Worte: „Wer diese Zeit problemlos übersteht, ist für eine längere Bindung geeignet.“ Passt, sitzt!

Natürlich standen Christina und Tobias ganz oben auf der Liste. „Aber machen sie auch mit?“, ist immer wieder die große Frage. Ein kurzer Anruf klärt ab, ob die beiden zuhause sind. Positiv. Präsident Linder und sein Kassier Alex Grimm rücken an. Linder mit Unschuldsmine im Gesicht, Grimm mit dem alkoholischen Zauberkorb bewaffnet. Sie geben an, den Elferrat Christoph Ranz (Prinz eines Vorjahres) besuchen zu wollen, der ein Stockwerk höher wohnt.

Die Falle schnappt zu

Christina selbst öffnet die Haustüre. Als sie die beiden „Prinzenlader“ sieht, fragt sie nahezu gedankenlos, ob die beiden auf Prinzenpaarsuche seien. Tobias setzt noch eins drauf. Er bietet nichtsahnend, aber gastfreundlich den beiden in der Wohnung ein Bierchen an. Erst als Linder und Grimm sich überhaupt nicht mehr bewegen, gehen zu wollen und zum Inhalt des Korbes greifen, geht den beiden Gastgebern ein Licht auf.

Die Falle schnappt zu. „Die Prinzessin hat sehr schnell zugesagt, der Prinz aber war eine harte Nuss“, erzählt Linder. Aber die wurde schließlich auch geknackt, es soll so gegen drei Uhr morgens gewesen sein.

Hochspannung am Montag Abend im Saal des Gasthofes: Die Bekanntgabe des Prinzenpaares ist der letzte Punkt während der Hauptversammlung. Ein breites Grinsen des Präsidenten, dann die Vorstellung von Christina & Tobias. Als „Prinz Tobias II. vom Birkenauer Adel“ wird Tobias Kellhammer, als „Prinzessin Christina II. vom Klang der Herzen“ wird Christina Linseis vorgestellt. 

Wie Linder erklärt, kommt der Prinz, von Beruf Elektroniker bei Gustav Klein in Schongau, aus der Birkenau und ist 60er Fan. Die Prinzessin ist Heilerziehungspflegerin in Herzogsägmühle und begeisterte Gitarrenspielerin. Damit alles in der Familie bleibt, konnte die Prinzessin die Schwester ihres Prinzen als Hofdame gewinnen. Diana Kellhammer (23) wird den beiden im Fasching (fast) nicht mehr von der Seite weichen. Besonders erwähnenswert: Arbeitgeber und Eltern des Prinzenpaares werden von der Regentschaft erst heute durch Bekanntgabe in der Zeitung in Kenntnis gesetzt. „Schönau!!!“

VON HANS-HELMUT HEROLD

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