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Die komplette Familie ist zur Gratulation angetreten. Inmitten der Gäste Paula und Karl Welz umringt von ihren Kindern mit Ehepartnern, Enkelkindern und dem Urenkel.

65 Jahre gemeinsamer Weg

Am alten Kriegerdenkmal hat es gefunkt: Hohenfurcher Paar feiert Eiserne Hochzeit

Karl und Paula Welz gehen seit 65 Jahren gemeinsam durch dick und dünn – Drei Kinder, fünf Enkel und ein Urenkel haben dem Hohenfurcher Paar jetzt zur Eisernen Hochzeit gratuliert.

Hohenfurch – „Es ist schön zu wissen, dass Menschen so lange durch viele Jahrzehnte zusammenleben, alles teilen und Verantwortung füreinander und andere übernehmen“: Diese Worte hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem Ehepaar Karl und Paula Welz aus Hohenfurch zur Eisernen Hochzeit in einem persönlichen Schreiben übermittelt. Ja, es ist nicht vielen Ehepaaren vergönnt, das Jubelfest nach 65 Jahren zu feiern.

Das haben Karl und Paula Welz geschafft, die dafür auch Glückwünsche von Hohenfurchs Bürgermeister Guntram Vogelsgesang bekommen haben. Unterstrichen durch eine Flasche Sekt, verziert in den Hohenfurcher Farben. Und Ministerpräsident Markus Söder schickte ein Teeset mit bayerischem Wappen der Marke Rosenthal.

Karl Welz ist im Oberdorf geboren

Karl Welz wurde 1926 im Hohenfurcher Oberdorf geboren, fünf Jahre später Paula im Unterdorf. Mit seinen Eltern musste Karl nach Epfenhausen umziehen, wo er auch die Schule besuchte und 1941 nach Hohenfurch zurückkam. Dort sollte er auf dem kinderlosen Hof des Onkels arbeiten. Es folgen zwei Jahre Arbeitsdienst, danach wurde Welz 1944 zur Kriegsmarine in Ostfriesland eingezogen.

Nach seiner Ausbildung in der U-Boot-Lehrdivision in Gotenhafen bei Danzig diente Welz noch kurz auf dem Lazarettschiff „Wilhelm Gustloff“. Glücklicherweise war er im Januar 1945 nicht an Bord, als das Schiff durch ein russisches U-Boot versenkt wurde: „Über 9000 Menschen mussten damals sterben“, erinnert sich Karl Welz heute noch.

Nach englischer Gefangenschaft in Dänemark schlug Karl Welz sich über viele Umwege bis in die Heimat durch. „Oft haben wir unterwegs das Futter aus den Sautrögen gestohlen, um zu überleben“, erinnert er sich. Ende 1945 half er schon auf dem Bauernhof des Onkels, die Ernte einzubringen.

Bei einer Feier des Trachtenvereins lernt er seine Paula kennen

Bei einer Feier des Trachtenvereins in Rott lernte Welz im Jahr 1949 seine Paula kennen: „Wir waren alle mit dem Fahrrad dort“, erzählt Paula Welz. Gerne hätte sie sich von Karl zum Maitanz einladen lassen, aber sie durfte nicht hin, war noch zu jung.

Aber es gab eine Lösung: Die Verliebten trafen sich am alten Kriegerdenkmal beim Gasthof Negele in Hohenfurch. Dort funkte es auch, 1954 wurde geheiratet. Paula arbeitete damals schon bei Bellinda in 

So sah es vor 65 Jahren aus, als Karl Welz seine Frau Paula vor den Altar führte.

Altenstadt. Füllte die Haushaltskasse größtenteils alleine auf. Karls Onkel zahlte nicht so wohlwollend. „Am Freitag war standesamtliche Trauung, am Montag die kirchliche“, erzählt Paula Welz weiter. Denn der damalige Pfarrer hatte Trauungen am Samstag untersagt, weil die dann noch alkoholisierten Hochzeiter am Sonntag dem Gottesdienst fernbleiben würden.

Karl Welz arbeitete ab 1963 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1981 als Heizer in der Kaserne in Altenstadt. Paula blieb ihrer Arbeitsstätte Bellinda bis zum Schluss treu.

Der Krautgarten ist ihre große Leidenschaft

Ihre große Leidenschaft ist ihr Krautgarten. Karl zog es in seiner Freizeit zu den Schützen und zur Liedertafel. Zum Gratulieren gab es ein volles Haus: Drei Kinder, fünf Enkel und ein Urenkel gaben sich die Ehre, dem Jubelpaar zu gratulieren.

Hans-Helmut Herold

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