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Der Bereich der Kiesgrube in Hohenfurch, wo derzeit noch produziert wird. Der graue Wurm ist das Förderband, das den Kies zur Verarbeitung transportiert. 

Gemeinderat Hohenfurch

Rekultivierung: Kiesgrube bleibt ein Loch

Bis 2045 soll die Rekultivierung der Kiesgrube bei Hohenfurch abgeschlossen sein. So sehen es zumindest die Pläne vor, die ein Ingenieurbüro nun dem Gemeinderat vorgestellt hat. Dabei wurden auch die bisherigen Probleme angesprochen und weitere Details zur Produktion bekannt.

Hohenfurch – Zu übersehen ist das Tagebauloch südlich von Hohenfurch, in dem Kies abgebaut wird, nicht. Über 900 Meter lang ist die Grube, die sich westlich der B 17 in nordwestlicher Richtung bis zum Ortsrand Hohenfurchs erstreckt und maximal gut 300 Meter breit. Waren es früher die Firmen Haseitl, Glück und Hafenmeier, die hier Kies abgebaut haben, so teilen sich nunmehr nur noch die Firmen Streif und Haseitl das gut 20 Hektar große Areal.

Noch einmal will die Firma Streif den Abbau nach Südosten hin erweitern, die Abbaugenehmigung für die schon auf Schongauer Flur liegende Flächen gibt es bereits. Verarbeitet wird der Kies in der Nordostecke des Areals. Hier liegen auch Büros, eine Lkw-Waage sowie Lagerbunker und die Brecher, die den Kies zerkleinern.

Derzeit darf die Firma Streif bis zwei Meter über der Grundwasseroberfläche abbauen. Damit ist die Grube an der maximalsten Stelle um die 23 Meter tief. Bei jeder Erweiterung der Kiesgrube mussten die Betreiber ein Renaturierungs- bzw. Rekultivierungskonzept vorlegen, in dem es um die Wiederauffüllung und Begrünung der Grube ging.

Teilbereiche sind gar nicht rekultivierbar

„Klar ist, dass das (alte) Rekultivierungskonzept vom Grundsatz her schon nicht funktionieren kann“, erklärte Bürgermeister Guntram Vogelsgesang. Denn der Kiesabbau bewege sich von den Verarbeitungsgebäuden weg. Und damit seien verschiedene Bereiche der Kiesgrube gar nicht rekultivierbar, solange der Abbau betrieben werde. „Und das ist das Problem von Herrn Streif, der Rechtsnachfolger der Firma Glück ist“.

Man habe sich als Gemeinderat zur Erweiterung und zum Abbau positioniert, so der Bürgermeister, und stehe dem im Grundsatz positiv gegenüber, wenn denn die Rahmenbedingungen stimmten. Dazu gehöre auch ein „technisch durchführbares Rekultivierungskonzept, also etwas, wo man dann auch sieht, dass sich etwas bewegt“. Und da habe sich in den vergangenen vier Jahren nichts bewegt, betonte Vogelsgesang.

Nun habe sich Josef Streif neue Berater, in Form der Mooser Ingenieure, gesucht. „Das ist eine Konzeptvorstellung“, begrüßte der Bürgermeister den Ingenieur Thomas Konter, einen der beiden Geschäftsführer des Consultingbüros, „damit wir wissen, wie man weitermachen kann“. Man müsse im Vorfeld wissen, wie die Gesamtplanung aussehe, wenn Anfragen von Fachbehörden oder Ämtern, vor allem mit der Fragestellung der Rekultivierung, kämen. Darauf gab Konter eine umfangreiche Antwort. Und begann damit, weshalb sich die Rekultivierung als sehr schwierig gestalte. Über einen Kilometer lang ist das Förderband, mit der der gewonnene Kies zur Aufarbeitung transportiert wird. Entlang dieser Trasse, die sich durch die ausproduzierten Bereiche der Grube zieht, könne derzeit nicht mit der Renaturierung begonnen werden. Bis 2015 habe man in einer ersten Phase diese Bereiche wieder auffüllen wollen, bis 2030 sollte bis auf ein bestimmtes Niveau weiter verfüllt werden. Konter machte aber klar: „Es bleibt a Loch“.

Die Streif-Grube dürfe nur mit absolut unbelastetem Material, so genanntes Z-Null, verfüllt werden. Aber ein gut 30 Meter breiter Korridor um das Förderband müsse bleiben, solange produziert werde. So werde ein schmaler Randstreifen entstehen, der vor allem durch die natürliche Sukzession der Pflanzen wieder begrünt wird. Bleiben wird auch der Bereich der Verarbeitung, allerdings will Josef Streif die über 50 Jahre alte Stabrohrmühle durch mobile Brecheranlagen ersetzen. Wobei man auch die Staubbelastung für die Anrainer minimieren möchte.

Betreiber ist gewillt, Probleme zu lösen

Nur bei einer Sache blieben die Räte kritisch. Wie könne man sichergehen, dass die vorgelegten Pläne zur Rekultivierung auch umgesetzt würden? Gemeinderat Josef Schmidbauer hakte nach und wollte wissen, welche Garantien man habe, dass bis 2019 etwa, die Randbereiche verfüllt würden. Eine Frage, die Josef Streif so beantwortete: Durch die Erweiterung stehe ja nicht nutzbarer Oberboden und Rotlage zur Verfügung, den man konkret zur Verfüllung einsetzen werde: „Dafür steh ich hin“, betonte Josef Streif. Und unterstrich: „Ich bin gewillt, die Probleme zu lösen“.

Oliver Sommer

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