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Kreativität und Bescheidenheit zeichnen den Hohenfurcher Künstler Egon Stöckle aus. Ihm wird der Hubert-von-Herkomer-Preis, die höchste Auszeichnung der Stadt Landsberg am Lech, verliehen.

Auszeichnung für Hohenfurcher Künstler

Egon Stöckle erhält den Herkomer-Preis

Seit 1991 verleiht die Stadt Landsberg in Sachen Kultur den Hubert-von-Herkomer-Preis, benannt nach dem Schriftsteller und Maler, der in Landsberg gelebt hat. Geehrt werden mit diesem Preis Künstler, die durch ihre Werke eng mit Landsberg verbunden sind. In diesem Jahr erhält der Hohenfurcher Bildhauer und Künstler Egon Stöckle diesen Preis.

Hohenfurch – Es war wie ein Blitz aus heiterem Himmel, als Egon Stöckle in seinem idyllisch-gelegenen Atelier am Lech in Hohenfurch die Nachricht übermittelt bekam: In keinster Weise hatte der Künstler damit gerechnet, mit dem großen Kunst- und Kulturpreis der Stadt Landsberg, dem Hubert-von-Herkomer-Preis, ausgezeichnet zu werden. „Ich war völlig überrascht, dass meine Arbeiten so hoch eingeschätzt werden“, erklärt Stöckle in seiner bescheidenen Art.

Viele Arbeiten von ihm tragen seine unverwechselbare und beeindruckende Handschrift. Sei es der „Gute Hirte“ im Pfarrzentrum Mariä Himmelfahrt oder der Brunnen am Rupert-Meyer Platz in Landsberg. Alle seine Werke werden aufgrund ihrer Ausdruckskraft geschätzt.

Egon Stöckle ist im Jahr 1936 in Kaufbeuren geboren worden. Nach mehreren Semestern Philosophie und Theologie, hat sich Stöckle dem Studium der Kunst an der Akademie der Bildenden Künste zugewandt. Für ihn war ein rein theoretischer Beruf undenkbar, er wollte seine handwerklichen Fähigkeiten nutzen. Aus diesen Kombinationen der Fächer seines Studiums entstanden seine aussagekräftigen Arbeiten in Holz. Beispielgebend sein Kreuzweg, der in der Stadtpfarrkirche Kaufbeuren beeindruckt.

Seit 1964 arbeitet Stöckle als freischaffender Bildhauer, der seine Werke vor allem in Holz und Bronze gestaltet. Zahlreiche seiner Arbeiten sind im bayerischen Raum zu finden. Tirol und Sachsen haben sich im Laufe der Jahre dazugesellt. Doch vor allem in Landsberg hat Stöckle Spuren seiner künstlerischen und kreativen Schaffenskraft hinterlassen.

Beeindruckendes Kreuz für Sitzungssaal geschaffen

Aussagekräftig und unverwechselbar: So hat er für den Sitzungssaal des Rathauses ein beeindruckendes Kreuz geschaffen, ist im Herkomer Park mit der Doppelbüste des bekannten Malers und Schriftstellers vertreten sowie entwarf und schuf den Tabernakel in der Heilig Engel Kirche.

Nicht zu vergessen die beiden in Bronze gegossenen Büsten des Ehepaares Alois und Maria Elsner, die sich für KZ-Häftlinge im Außenlager Kaufering eingesetzt haben. Dieses Denkmal wurde erst im vergangenen Jahr durch Charlotte Knobloch feierlich enthüllt.

Für alle diese künstlerischen Arbeiten wird Egon Stöckle der Preisträger für 2019 sein. Der Hubert-von-Herkomer-Preis wird alle drei Jahre an einen Künstler vergeben, der sich in den Bereichen Bildende Künste, Musik, Fotografie, sowie Film und Literatur verdient gemacht hat. Vor allem müssen die Künstler mit ihren Werken eng mit Landsberg verbunden sein. So ist es festgeschrieben.

Der Künstler wird vom Stadtrat, regionalen und überregionalen Künstlervereinigungen vorgeschlagen. Auch der vorhergehende Preisträger hat ein Wörtchen mitzureden. Nach Abwägen aller Vorschläge und Argumente wird dann die Entscheidung durch ein Auswahlgremium, den Oberbürgermeister sowie den Kulturreferenten getroffen.

Der Preis, über den sich Stöckle jetzt freuen kann, ist die höchste Auszeichnung der Stadt Landsberg und mit einem Preisgeld von 7000 Euro dotiert.

HANS-HELMUT HEROLD

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