Die Tage dieses Hauses in der Schönachstraße in Hohenfurch sind gezählt. An seiner Stelle wird ein Neubau entstehen, den nicht alle Gemeinderäte befürworten.
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Die Tage dieses Hauses in der Schönachstraße in Hohenfurch sind gezählt. An seiner Stelle wird ein Neubau entstehen, den nicht alle Gemeinderäte befürworten.

Wieder gab es im Hohenfurcher Gemeinderat Streit über die dort vorgegebene Leitlinie

Ja zu Abriss, Neubau und Fußballplatz-Bewässerung

An der Schönachstraße in Hohenfurch steht erneut der Abriss eines Hauses und der Neubau eines Wohnhauses mit Garage bevor. Und wieder gab es bei der jüngsten Gemeinderatssitzung Streit über die dort vorgegebene Leitlinie.

Hohenfurch – Zur Erinnerung: Einen Bebauungsplan gibt es in diesem Teil Hohenfurchs nicht. „Die Zahl der dort entstehenden Wohneinheiten ist total Leilinien-konform“, stellte Bürgermeister Guntram Vogelsgesang gleich zu Anfang dieses Tagesordnungspunkts klar. Denn die Wohneinheiten waren es, die in der vergangenen Sitzung eine Diskussion über die Handhabe der dortigen Leitlinien ausgelöst hatten (wir berichteten).

Doch das ist nicht der einzige Punkt, der in den Leitlinien festgeschrieben ist. Die Erhaltung des dörflichen Charakters und die harmonische Ortsgestaltung sind dort ebenfalls erwähnt. Und deshalb gab es auch im aktuellen Fall „Knatsch“: „Ich finde das Haus sehr interessant, aber es passt nicht in die Umgebung“, meinte zum Beispiel Josef Schmidbauer.

Unterschiedliche Meinungen zu Stil und Optik

Und: „Auch wenn das Haus kleiner ist als das bisherige, finde ich es zu dominant.“ Zudem passe es seiner Meinung nach nicht zu den Bauernhäusern daneben. „Das Haus ist toll, aber am falschen Ort. Das entspricht nicht dem Geist der Leitlinie.“ Auch, weil in dieser Satteldächer als bevorzugte Bauweise aufgeführt wären, der Neubau hingegen ein Walmdach bekäme.

SPD-Parteikollegin Sieglinde Schuster war derselben Meinung: „Wir haben schon einmal einen Bauantrag abgelehnt, weil er nicht ins Ortsbild passte“, betonte sie. Der Argumentation wollten die anderen Gemeinderäte nicht folgen: „Ich finde nicht, dass das Haus direkt im Blickfang steht, und damit ist es auch nicht störend“, meinte Stefan Lukats.

Markus Rieger legte noch eins drauf: „Das neue Haus ist kleiner als das alte und es steht nicht im Fokus, da es von der Straße nach hinten versetzt ist. Die Abstände passen auch, und außerdem gefällt es mir, wenn bei der Bebauung eine Mischung entsteht. Wenn alles gleich ausschaut, ist das doch nicht schön.“

„Ja“ bei drei Gegenstimmen

Um eine erneute Grundsatzdiskussion während der jüngsten Sitzung zu vermeiden und die Gemüter zu beruhigen, schlug Rieger vor, sich in naher Zukunft noch einmal zusammenzusetzen, um die Leitlinie neu zu definieren. Der Vorschlag erhielt einstimmiges Kopfnicken, der Bauantrag wurde abgesegnet, allerdings mit drei Gegenstimmen.

Einigkeit hingegen bestand bei einem Zuschuss für die Hohenfurcher Fußballabteilung. Abteilungsleiter und Gemeinderat Matthias Zeidlmaier schloss sich selbst zu diesem Thema aus dem Rat aus, um keinen Einfluss auf das Ergebnis zu nehmen. „Das wäre nicht nötig“, erklärte Bürgermeister Guntram Vogelsgesang, doch er respektierte Zeidlmaiers Entscheidung.

Hohenfurcher Fußballer haben gespart und bekommen jetzt mehr

Einleitend erklärte das Gemeindeoberhaupt, dass die Fußballabteilung bei der Erneuerung der Flutlichtanlage der Gemeinde viel Geld gespart habe: „Das Ganze hat 30 000 Euro gekostet, und wir haben damals einen Zuschuss von 10 000 Euro zugesagt. Da die Verantwortlichen aber so fleißig waren und alle erdenklichen anderen Zuschüsse ausgeschöpft haben, haben sie den Anteil der Gemeinde auf 2500 Euro reduzieren können.“

Jetzt stehe ein neues Großprojekt an: Die Bewässerung des Sportplatzes. Bisher wurde dafür Wasser aus dem Hydranten entnommen und mit Schläuchen und Straßenbrücken zum Platz geleitet. Die neue Variante soll mit einer Druckerhöhungsanlage funktionieren, die eine gezielte Bewässerung gewährleiste. „Das ist ökonomischer und auch ökologischer“, erklärte Vogelsgesang.

Einstimmiger Gemeinderats-Beschluss

Auch über eine Zisterne habe man nachgedacht, doch in dieser Größenordnung sei das nicht rentabel. Gemeinderat Bernd Langegger stieß das auf. „Bei einem sinkenden Grundwasserspiegel habe ich ein Problem damit, wenn ein Sportplatz mit Trinkwasser bewässert wird“, erklärte der Landwirt.

Doch wie man das Blatt auch drehte und wendete, es kristallisierte sich die geplante Lösung doch als die beste heraus. Denn auch bei einem Zisternenbau oder einer anderen Art der Regenwassersammlung müsste man eine Art Doppelsystem bauen, um eine zuverlässige Bewässerung sicherzustellen.

Die neue Anlage wird mit rund 20 000 Euro veranschlagt. Der ursprüngliche Vorschlag Vogelsgesangs, der Fußballabteilung einen Zuschuss von 5000 Euro zu gewähren, wurde auf Betreiben Josef Schmidbauers auf 7500 Euro erhöht, da dies der Betrag sei, den die Abteilung bei der Flutlichtanlage eingespart hätte. Dem folgten letztlich alle Räte einstimmig.

Christine Wölfle

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