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Die Blaskapelle Hohenfurch zeigte beim Jahreskonzert, was sie vor dem Musikfest so drauf hat.

Jahreskonzert der Blaskapelle Hohenfurch 

Mit voller (Ton-)Kraft voraus

Als rustikaler Klangkörper, dessen Markenzeichen eine ausgeprägte Tonkraft ist, präsentiert sich die Blaskapelle Hohenfurch. Knapp 200 Besucher konnten sich beim Jahreskonzert einen Eindruck davon verschaffen, wie die knapp 40 Bläser ein halbes Jahr, bevor sie das große Bezirksmusikfest ausrichten, so drauf sind.

Hohenfurch – Dirigent Wilhelm Binder, der seit 2009 den Taktstock führt, hatte ein ansprechendes Programm zusammengestellt, worin Stücke der traditionellen Blasmusik ebenso ihren Platz hatten wie Werke zeitgenössischer Komponisten. Wie frisch, ja wie überzeugend die Musiker in den verschiedenen Registern ans Werk gehen, zeigte sich bereits in der festlichen Eröffnung: Die Ouvertüre „The Olympic Spirit“, die John Williams zur Eröffnung der olympischen Sommerspiele 1988 in Seoul geschrieben hatte, wurde kraftvoll und rhythmisch sicher dargeboten. Nach dem „Chanson Napolitaine“, in dem Bernd Sedlmeier als Solist auf der Trompete gefordert war, folgte ein „Andantino“,, das Albert Loritz nach einer Musik des französischen Komponisten und Organisten Cesar Franck arrangiert hatte. Der Mittelteil dieses Werks habe in manch einer Probe zu „einem reizvollen Klima“ geführt, kommentierte Bernd Sedlmeier unter dem Schmunzeln der Zuhörer gar zweideutig.

Die „Free World Fantasy“ – darin beschreibt der holländische Komponist Jacob de Haan eine Welt ohne Krieg – hat Wilhelm Binder mit schönem Dirigat wuchtig eröffnet. Diesem Werk steht die „Celebration Ouvertüre“ von Kees Vlak, ebenfalls ein Tonschöpfer aus der Niederlande, in nichts nach. Schön und elegant, weil das Tempo nicht so langsam genommen, wurde der Mittelteil musiziert, der an ein Wiegenlied erinnert. Markant und energisch der Übergang vom ruhigen zweiten in den aufwühlenden dritten Teil, der die Befreiung der Völker charakterisiert.

Jugendkapelle mit „Baby Elefant Walk“

Nach der Pause war die Jugendkapelle dran – heuer ohne Kinder und Jugendliche aus Kinsau. Wilhelm Binder hatte mit den Buben und Mädchen vier Stücke einstudiert: den Marsch „Trumpet Voluntary“, den Titel „Can you feel the love tonight“ von Elton John, den lustigen „Baby Elefant Walk“ von Henry Mancini (echt pfiffig, auch weil das Piccolo einen reizvollen Akzent setzte) sowie die Zugabe „Asia Rock“ von Dizzy Stratford.

Mal ein anderer Auftakt zum zweiten Teil: Wilhelm Binder, Uli Linder, Lorenz Linder und der 14-jährige Quirin Zörr, der zuvor schon witzig bei der Jugendkapelle moderierte, intonierten den Posaunenwalzer von Robert Müller.

Danach gab’s wahre Evergreens, Melodien aus dem „Weissen Rössl“. Das Arrangement des Stefan Schwalgin ist gewöhnungsbedürftig und unterscheidet sich doch von anderen Bearbeitungen mit Stücken aus der Feder eines Ralf Benatzky oder eines Robert Stolz. Schade: Das Tempo beim Schlusslied „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“ war zu schnell. Auch ist in diesem Werk – wie vereinzelt in anderen Stücken – deutlich geworden, was in der Kapelle noch ausbaufähig ist: das Piano-Spiel. Vor allem in hohen Einsätzen, die vor allem im Holzregister weich und lieblich klingen sollen, ist es eine Überlegung wert, ob anstelle aller Flöten und Klarinetten nur ein paar dieser Instrumentalisten eingesetzt werden und die Es-Klarinette an bestimmten Stellen pausiert. Weitere Stücke waren „Tarzan“ von Phil Collins, die Polka „Meine Leidenschaft“ von Alexander Pfluger und der 1912 erschienene Marsch „Mein Regiment“ von Hermann Ludwig Blankenburg. Traditionelles auch in den zwei Zugaben: erst die Polka „Böhmisch klingt’s bei uns“ und danach der Marsch „Berliner Luft“. Woran wie viele andere in der aufwändig dekorierten Schulturnhalle bestimmt auch die österreichischen Gäste – Vorstand Veronika Grimm hieß die Musikkameraden aus Altach willkommen – ihre Freude hatten.

Johannes Jais

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