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Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner (links) überreichte den Hubert-von-Herkome r Kunst- und Kulturpreis an den Hohenfurcher Künstler Egon Stöckle. 

Kunst- und Kulturpreis

Hohe Ehre für Hohenfurcher Künstler Stöckle

Es ist für den Hohenfurcher Bildhauer Egon Stöckle eine großartige Würdigung seiner künstlerischen Leistungen: Bei einem Festakt im Historischen Rathaus in Landsberg ist ihm der Hubert-von-Herkomer Kunst- und Kulturpreis verliehen worden, die höchste Auszeichnung der Stadt Landsberg. Stöckle ist in der Reihung der neunte Preisträger, dem dieser Ehrenpreis überreicht wurde.

Hohenfurch – Die Mitteilung an den Künstler Egon Stöckle schlug im Sommer diesen Jahres wie ein Blitz aus heiterem Himmel ein: Stöckle werde von der Stadt Landsberg für den höchsten Kulturpreis der Stadt ausgewählt (wir haben berichtet).

Wie unter Fachkreisen bekannt ist, kann man sich für diesen Preis nicht bewerben, man muss für diesen Preis von einem sachkundigen Gremium vorgeschlagen werden. Und: Dieser Preis wird nur alle drei Jahre an einen Künstler vergeben, der sich für die Stadt Landsberg besonders verdient gemacht hat. Mit dem Preis sind die Kunstrichtungen Musik, Fotografie und Bildende Künste sowie Film und Literatur abgedeckt.

„Das künstlerische Schaffen von Egon Stöckle zieht sich quasi durch die Straßen und Plätze der Lechstadt wie ein roter Faden“, sagte in der Laudatio die Kunsthistorikerin Gudrun Szczepanek. In einer Präsentation gliederte sie die verschiedenen Themen seiner Arbeiten: „Mann & Frau“, „Keilmänner“, „Läufer & Torso“, „Schattentiere“, „Köpfe“ und „Häuser & Türme“ sowie immer wieder der „gute Hirte“ sind von Stöckle in Holz, Stein und natürlich in Bronze gearbeitet worden.

Laudatorin: Entscheidung der Jury „gut nachvollziehbar“

Sei es der „Gute Hirte“ im Pfarrzentrum Mariä Himmelfahrt oder der Brunnen am Rupert-Meyer Platz: „Alle seine Werke werden wegen ihrer teilweise schlichten Formen, aber enormer Ausdruckskraft, geschätzt.“ „Dass sich die Jury in diesem Jahr für den Bildhauer Egon Stöckle entschied, ist gut nachvollziehbar“, so die Laudatorin.

Stöckles Arbeiten prägen an vielen Orten das Stadtbild, nehmen Bezug auf die Geschichten, die sich in der Stadt ereignet haben. „Durch die Kunstwerke bleiben diese Geschichten in lebendiger Erinnerung“, so Szczepanek weiter. Dabei betonte sie auch, dass es nicht nur die Inhalte seiner Skulpturen und Plastiken seien, die überzeugten, sondern auch deren künstlerische Qualität. Dazu gehört die ausdrucksvolle Formensprache mit Sinn für Humor genauso dazu wie die Abstraktion vom Gegenstand auf das Wesentliche.

Meisterschüler bei Professor Heinrich Kirchner

In kurzen Schritten skizzierte Szczepanek den künstlerischen Lebensweg von Egon Stöckle: 1936 in Kaufbeuren geboren, studierte er von 1954 bis 1959 in München Philosophie und Theologie. Da für ihn ein rein theoretischer Beruf undenkbar war, wollte er seine handwerklichen Fähigkeiten nutzen. Ein Studium an der Kunstakademie in München dauerte fünf Jahre. Er war Meisterschüler bei Professor Heinrich Kirchner.

Nach einem Studienaufenthalt in Irland arbeitet Stöckle seit 1964 als freischaffender Bildhauer. Zu seinen wichtigsten Auftraggebern zählen Kirche und öffentliche Hand.

Oberbürgermeister überreicht Preis

Der Hubert-von-Herkomer- Preis, mit dem ein Preisgeld von 7000 Euro verbunden ist, wurde von Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner überreicht. Auch er bedankte sich bei Stöckle dafür, in der Stadt große künstlerische Akzente gesetzt zu haben. Dabei erinnert er an eine der jüngsten Arbeiten von Stöckle, der die zwei Büsten des mutigen Ehepaares Alois & Maria Elsner in Bronze gegossen hat. Erinnerungen an die KZ-Außenlager, in die von den beiden Hilfsmittel eingeschmuggelt wurden.

Und Stöckle selbst? Er blieb wie immer bescheiden. „Meine Arbeit habe ich immer als einen Dialog zwischen dem Auftraggeber, dem Betrachter und mir gesehen“, sagte er. Kurz, bündig und ausdrucksvoll.

HANS-HELMUT HEROLD

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