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Samba bis die Trommeln glühen: Pura Vida sind am Start.

10. Gaudiwurm

Lichterspektakel beim Hohenfurcher Nachtfasching-Jubiläum

Zwanzig Jahre ist es her, da haben es die Hohenfurcher erstmals zur nächtlichen Dämmerstunde quer durch den närrischen Ort krachen lassen. In diesem Jahr gab’s damit am Samstag ein Jubiläum: Zum 10. Mal hat sich der im Zweijahres-Turnus stattfindende Gaudiwurm beim Hohenfurcher Nachtfasching durch die Straßen der Gemeinde geschlängelt.

Hohenfurch – Zwei, drei Donnerschläge durchbrechen die abendlichen Stunden im Zentrum der Gemeinde. Die örtlichen Böllerschützen geben den Startschuss für ein wahrhaftiges Lichterspektakel. Die Narren werden losgelassen, der Zug aus Wagen und (leider nur) wenigen Fußgruppen setzt sich in Bewegung.

Die Kälte des sternenklaren Abends wird locker weggesteckt oder weggetrunken. Wie eine Lawine wälzt sich der Zug an den Zuschauern vorbei. Zum großen Teil sind die Themen der Wagen hochaktuell. Vor allem die Lichteffekte kommen besonders zur Geltung.

Das i-Tüpfelchen des Hohenfurcher Nachtfaschings jedoch, da sind sich die Zuschauer am Hauptplatz einig, sind die Narrengruppen zu Fuß. Hautnah am Publikum, geradezu zum Anfassen, Umarmen und natürlich zum Mittrinken. Da erntet einmal mehr die Fußtruppe der Abteilung Turnen mit ihrem Motto „Leuchtzwerge auf Wunsch der Prinzessin“ stürmischen Beifall.

Nachtfasching in Hohenfurch - die besten Bilder

Elegant gekleidet mit Narrenkappen. In breiter Formation 5 + 1. Die Herren neben FCH-Präsident Johannes Linder entpuppen sich als ehemalige Präsidenten mit Anhängsel. Der abgesetzte Bürgermeister Guntram V. darf sich im Außenbereich dazugesellen. Aber nur für diese eine Nacht.

Gleich dahinter wäre sie marschiert. Die Blaskapelle der Gemeinde, die immer mit ideenreichen Kostümen den Marsch geblasen hat. Aber in diesem Jahr Fehlanzeige. Leider! Doch auch verständlich. Gegen die dröhnende Geräuschkulisse monotoner Notenabfolgen wäre der Hohenfurcher Klangkörper mit seiner Stimmungsmusik hilflos.

Der Prinzen- und Gardewagen rückt an. Auf dem Unterdeck die Garde, obenauf Prinzenpaar und Hofstaat. „Ludwig Maximilian I. vom Stern des Südens“ & „Alexandra I. vom Reich der schimmernden Lichter“ geben sich die Ehre. Gefolgt vom Nachwuchs, der im nächsten Wagen fährt.

„Wenn die Jäger auf dem Hochsitz träumen, fängt die Landjugend an aufzuräumen“, so der deutliche Hinweis der Hohenfurcher Landjugend. Der Mottowagen ein Bollwerk gegen die „Schwarzkittel“. Die Singolder Faschingschaoten lassen Aprés Ski-Stimmung aufkochen. Hüttenzauber in eisigem Fels. Dazu darf der Glühwein natürlich nicht fehlen. Jedes Jahr eine zündende Idee hat die Schweiger-Familie. Als Fußgruppe mit Schneepflug räumen sie die Wege frei. „Aus und vorbei mit Schulfrei im kommenden Winter.“

In den „Hambacher Forst“ wagt sich mit ihrem Mottowagen die Landjugend Schwabbruck, es folgen der „Schuh des Manitu“, das etwas zu lang geratene „Geisterschiff“ der Schwabegger Gauditruppe und das „Haus des Geldes“ aus Mering.

Dass Ideen grenzenlos nach oben sein können, zeigt die Gruppe aus Seeg. Sie haben sich das Motto „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch auf die Fahne geschieben. Dazu ein astreines Vierer-Karussell auf den Wagen gebaut, mit Seitenschaukel. Spitze, diese Idee hat gezündet.

Burggen präsentiert sich hochaktuell. Die „Salome-Bar“ lässt grüßen. Stangerltanz ist angesagt, in wilden Positionen. „Wirst du daheim nicht durchgenommen, im Salome bist du immer willkommen“, so das Credo.

Ein nasses Thema wählt die Faschingsgesellschaft Epfach. „In Schongau weard’s Trinkwasser knapp, drum pump mas künftig in Denklingen ab“, so ihr Motto.

Wer die Landjugend Altenstadt kennt, weiß, dass die überall hineinstochern. Und sie haben Bonebergers „Zigeunerbraten“ auf’s Tablett gebracht, der jetzt Pusztabraten heißt.

Die Trommlergruppe „Pura Vida“ macht’s nochmal richtig vor, wie eine coole Nachtfaschings-Beleuchtung aussehen kann. Die Trommeln sind von innen beleuchtet und setzen einen ganz besonderen Akzent. Wie auch der Prinzenwagen aus Schongau mit seiner Lichterkette. Dazu der Kirchturm, der sich zur Seite geneigt hat und seinen Schmollmund zeigt. Der bleibt in dieser Nacht bestimmt nicht ungeküsst, im großen Festzelt gibt’s bestimmt jede Menge Möglichkeiten.

VON HANS-HELMUT HEROLD

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