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Zwei Minister ohne Berührungsängste: Von links Barbara Fischer (mit Huhn), Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Jürgen Fischer.

Besuch auf dem Fischerhof

Minister Brunner und 10 000 Hennen

Der bayerischen Landwirtschaftsminister besuchte den Fischerhof in Hohenfurch. Beim anschließenden agrarpolitischen Dialog waren Biber, Wolf und Ausgleichsflächen die Themen.

Hohenfurch – Mit Kalb und Kuh auf Du und Du, vom Huhn zum Ei – heut live dabei: Normalerweise kommen zu diesen Führungen auf dem Erlebnisbauernhof Fischer in Hohenfurch Schulklassen aus der Umgebung, Familien oder interessierte Kunden des landwirtschaftlichen Betriebes. Diesmal kündigten sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Landtagsabgeordneter Harald Kühn sowie Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei Barbara und Jürgen Fischer an.

„Die Frage, ob von Ihnen jemand schon einmal auf einem Hof war, brauche ich ja nicht zu stellen?“, scherzte Landwirtschaftsmeister Jürgen Fischer bei der Begrüßung. Er und seine Frau führen ihren landwirtschaftlichen Betrieb seit 2005 – durch ständige Erweiterungen und Veränderungen haben sie sich und ihren Kindern eine vielversprechende Zukunftsperspektive geschaffen.

Neben dem Milchviehstall mit 50 Kühen samt Nachzucht haben die Fischers mit ihrem Geflügelhof einen zweiten Betriebszweig aufgebaut. Hier leben 10 000 Legehennen: 3000 in Bodenhaltung mit Voliere und Wintergarten. Die anderen 7000 sind im neu gebauten Stall samt Auslauf untergekommen und genießen die Vorzüge der Freilandhaltung. Aber nicht nur Legehennen, sondern auch Masthähnchen, Enten und Gänse haben ihren Platz auf dem Fischerhof.

Diskussion unter Landwirten beim Janser in Schwabniederhofen. Auch Biber und Wolf waren ein Thema.

„Kreativ, innovativ und zukunftsorientiert aufgestellt“ – das ist der Fischerhof, attestiert Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Der familiengeführte Betrieb sei ein gutes Beispiel für Einkommensmöglichkeiten zusätzlich zur Milchviehwirtschaft. Hierin sieht er die Zukunft der bayerischen Landwirte. „Nicht die Hektarzahl, sondern Einfallsreichtum und Qualifikationen der Betriebsleiter sind dabei entscheidend.“

Das machte Brunner anschließend auch den Gästen des agrarpolitischen Dialogs im Gasthof Janser in Schwabniederhofen deutlich. „Qualität statt Quantität“ lautet die Devise, die sich in Zukunft noch besser vermarkten lässt, „denn für hervorragende, regionale Produkte entwickelt sich eine stetig wachsende Käuferschicht“.

Die Einschätzung des Landwirtschaftsministers war anschließend beim Thema Biber und Wolf gefragt. Da Jäger mittlerweile in besonderen Fällen Biber schießen dürfen, kündigte Brunner auch den Wolf betreffend in Kürze Lösungsvorschläge an: „In fünf Jahren würde über dieses Thema sicher noch viel emotionaler diskutiert werden.“

„Mit den Flächenschonend umgehen“

Auch Hohenfurchs Bürgermeister Guntram Vogelsgesang nahm an dem agrarpolitischen Dialog teil: „Für Gemeinden wird es immer schwieriger, Boden zu erwerben und Ausgleichsflächen auszuweisen“, schildert er seine Erfahrung. In dieser Hinsicht pflichtet Landwirtschaftsminister Brunner dem Hohenfurcher Bürgermeister bei und sieht Handlungsbedarf. Er will mit Kommunalpolitikern ein Konzept erarbeiten: „Trotzdem muss mit Flächen schonend umgegangen werden“, mahnt Brunner. Bevor ein Baugebiet ausgewiesen werde, müsse erst einmal Leerstand beseitigt werden. „Die Frage ist, wie schaffen wir es, die Ortskerne vitaler zu machen?“, gibt Brunner zu bedenken. Hier müsse der Hebel angesetzt werden.

von Franziskus Reich

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