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Haben vier Monate Stallpflicht gut überstanden: Wenn man diese Hennen auf dem „Fischerhof“ sieht, kann man wirklich von glücklichen Hühnern sprechen.

Nach der Stallpflicht auf dem Hühnerhof Hohenfurch

Endlich unter freiem Himmel picken

Endlich wieder unter freiem Himmel im Kies scharren und aus dem Erdreich einen Regenwurm ziehen. Die lange Durststrecke der Stallpflicht ist für die Hennen auf dem Hohenfurcher „Fischerhof“ vorbei. Seit Mitte November war das Federvieh dazu verdonnert, in den Stallungen zu bleiben. Jetzt haben die Tiere ihre grenzenlose Freiheit wieder.

Hohenfurch – Irgendwie sehen die glücklichen Hühner vom „Fischerhof“ noch glücklicher aus. Seit wenigen Tagen haben sie ihre Freiheit wieder. Die Stallpflicht nach der Vogelgrippe ist aufgehoben, die weiß- und braungefiederten Hennen grasen wieder im Außenbereich der Stallung. Richtig beruhigend wirkt das gleichmäßige Gaggern der Hühner auf den Besucher. Nichts ist ihnen ob der langen Stallpflicht verhaltensmäßig anzumerken. Die Hennen sind frech und neugierig wie eh und je. Fast auf den Tag genau waren die Tiere vier Monate lang in ihren Stallungen. Da stellt sich die Frage, wie die Tiere diese Zeit über die Runden gebracht haben. Ein Besuch auf dem „Fischerhof“ bei Barbara Fischer gibt Auskunft.

7000 Freilandhühner scharren derzeit auf dem „Fischerhof“. Die gleiche Anzahl war der Stallpflicht unterworfen. Durch den neuen großen Hühnerstall, der im vergangenen Jahr in Betrieb genommen wurde, gab es kein Problem für die Tiere. „Der Stall wurde geräumig und großzügig gebaut. Dazu kommen seitlich zwei Wintergärten, in denen je 3500 Tiere locker Platz haben“, beschreibt es Barbara Fischer. Eigentlich ist der Stall für weitere 500 Tiere ausgelegt, aber die Fischers wollen den Tieren mehr Platz als vorgeschrieben zur Verfügung stellen. Wichtig war zu der Stallpflichtzeit ein Sandboden mit Kieselsteinen, dazu jede Menge gepresster Grasstopsel. „Die Tiere müssen den ganzen Tag beschäftigt sein, dann gibt es keine Probleme mit ihnen. Die brauchen einfach eine Aufgabe“, erklärt Fischer. Dabei stellt sie weiter fest, dass die Tiere ihren gesamt zur Verfügung stehenden Auslauf bis in den letzten Wiesenwinkel gar nicht ausnutzen. „Vor allem wenn ein Milan kreist, kommt von einer Henne ein Warnschrei und alle flüchten in Richtung Stall“, beschreibt es die Hofbesitzerin.

Und wie sah es mit dem Verkauf der Eier aus? Als die Stallpflicht begann, durften ja die ersten zwölf Wochen lang die Eier als „Freilandeier“ verkauft werden. Danach bedruckten die Fischers ihre Verpackungen mit der Aufschrift „Zum Schutze unserer Tiere vorübergehend in Bodenhaltung“. Der Verbraucher sollte keineswegs irgendwie verunsichert oder gar getäuscht werden. „Vor allem der persönliche Kontakt zum Verbraucher durch unsere Direktvermarktung war von großem Vorteil. Da kam keinerlei Zweifel an der Qualität auf“, erklärt Fischer. Ein großer Vorteil, wenn man nicht vom Großhandel abhängig ist. Für die weiteren 3000 Hühner in Bodenhaltung wurde während der Stallpflicht einfach Platz geschaffen. Ganz simpel: Man hat 800 Stück zum Suppenhuhn verarbeitet, dann stand automatisch für die restlichen genügend Platz zur Verfügung.

Wegen günstiger Lage keine Angst vor Vogelgrippe

Das Gespenst der Vogelgrippe schleicht aber weiter durch Deutschland: Das Friedrich-Loeffler-Institut sieht keine Anzeichen für ein Abklingen der Geflügelpest, in der vorletzten Wochen dokumentierten die Experten die viertgrößte Fallzahl an Nachweisen seit dem Ausbruch im Novenber 2016 – allein 66 Ausbrüche wurden heuer registriert. Die Forscher gehen deshalb weiter von einem hohen Risko für Tierhaltungen aus, unter anderem in der Nähe von Rastplätzen von Wasservögeln. In Hohenfurch ist Barbara Fischer jedoch nicht groß besorgt. Man sei eh nie in einem gefährdeten Gebiet gewesen, sagt sie. „Wir haben eigentlich eine gute Lage“ – der Lech sei immerhin fünf Kilometer entfernt. Besonderes Maßnahmen habe sie deshalb nicht ergriffen. Dennoch ahnt Fischer: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass es immer wieder Thema ist.“

Hans-Helmut Herold

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