„Gib Gas, Oma!“: In dieser Szene lässt der Hohenfurcher Erfinder Michael Bernert (14) seine Großmutter Eleonore (76) auf seinem Senioren-Roller bergauf fahren.. Dass sie Freude an der Fahrt hat, ist an ihrem Gesichtsausdruck abzulesen.
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„Gib Gas, Oma!“: In dieser Szene lässt der Hohenfurcher Erfinder Michael Bernert (14) seine Großmutter Eleonore (76) auf seinem Senioren-Roller bergauf fahren.. Dass sie Freude an der Fahrt hat, ist an ihrem Gesichtsausdruck abzulesen.

Enkel Michael (14) hat für „Jugend forscht“ Roller für Senioren entwickelt

Oma Bernert als flottes Versuchskaninchen

Michael Bernert aus Hohenfurch ist Tüftler mit Leib und Seele. Vor wenigen Tagen erst hat er beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ neben anderen Preisen den 1. Platz in der Kategorie Arbeitswelt gewonnen. Jetzt will er auch den Landeswettbewerb gewinnen und überlässt nichts dem Zufall: Deshalb muss seine Oma Eleonore (76) ihm als Versuchskaninchen helfen und herhalten.

Hohenfurch – Der Wettbewerb „Jugend forscht“ ist gewissermaßen Impulsgeber für Michael Bernert. Der 14-jährige Schüler der Pfaffenwinkel-Realschule denkt sich im Vorfeld der Veranstaltung immer wieder tolle Dinge aus, die er dann zu dem Wettbewerb präsentiert. Konnte er im vergangenen Jahr in der Lechsporthalle der Jury sein Projekt „Opas Tabletten-Sortierer“ erfolgreich vorführen, hat er sich für dieses Jahr erneut ein Gerät für Senioren ausgedacht.

Michael Bernert hat neben den schriftlichen Erklärungen zu seinem Projekt „Senioren werden wieder mobil“ auch einen kurzen Video-Spot gedreht. Dabei hat er ein von ihm entwickeltes und gebautes Dreirad mit seinem Handy von allen Seiten her gefilmt und auch ein paar Fahrtaufnahmen gedreht.

Testperson schnell gefunden

Das wollte er für den Landeswettbewerb steigern. Also musste eine weitere Person mit ins Spiel kommen, die für ihn die Testperson spielt. „Wer könnte nicht geeigneter sein als seine Oma Eleonore“, so der Gedankenblitz von Michael. Schließlich ist der Roller ja für Senioren gedacht.

Und die Oma ließ sich nicht lange bitten, ist sie mit ihren 76 Lenzen doch noch rüstig und unternehmungslustig in Sachen „Enkeltüftelei“. Jetzt war die Oma die Hauptperson, auf die es ankommt.

Hoch zum Wasserhochbehälter

Einfach auf einer geraden Strecke zu fahren, war für Michael zu wenig. Er wollte die Oma ein längeres Steilstück bergauf fahren lassen, um damit zu beweisen, dass seine Erfindung so richtig Power unter der Haube hat. Als Teststrecke diente die mehrere hundert Meter lange Auffahrt zum Wasserhochbehälter der Gemeinde Hohenfurch.

Oma Bernert war kein bisschen aufgeregt, als sie den Prototyp ihres Enkels übergeben bekam. Beide Hände an die Lenkgabel, die Füße auf die Trittflächen aus Edelstahl – und los. Ihr Gesichtsausdruck verriet, dass sie es kaum erwarten konnte, Gas zu geben. Ihre Haltung glich geradezu einem Gladiator auf seinem Streitwagen.

Enkel kommt nicht mehr hinterher

„Gib Gas Oma“, so die Aufforderung von Michael. Die Kiste rollte an und beschleunigte überraschend schnell. Michael hetzte daneben her, die Oma immer im Blick. Nicht lange, dann kam ein weiteres Kommando: „Oma, weniger Gas.“ Sonst hätte Michael keine Chance mehr gehabt, neben der strahlenden Oma auf den Berg zu kommen.

Insgesamt vier Mal musste Oma Bernert rauf und runterdüsen, dann war alles im Kasten. Michael überprüfte sofort auf seinem Laptop die Aufnahmen. Ein „bestens, Oma“, hörte man ihn rufen, die Oma hat ihre Sache gut gemacht.

Jetzt kann sie ihm nur noch die Daumen drücken, wenn er am 16. April beim Landeswettbewerb seine Erfindung der Jury vorführt. Leider wieder nur online, aber das neue Video mit Oma Bernert wird bestimmt keine Fragen offen lassen. Und was sagt die Oma zu der Erfindung? „Ganz leicht, beweglich und eine tolle Kurvenlage.“

Hans-Helmut Herold

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