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Das Hohenfurcher Prinzenpaar Cindy Baum (3.v.r.) und Christoph Ranz (daneben), eingerahmt von (v.l.) Svenja Schratt (3. Präsidentin), Johannes Linder (1. Präsident), Theresa Götz (Hofdame) und Sabine Berghofer (2. Präsidentin).

Prinzenpaar vorgestellt

Faschings-Dynastie in Hohenfurch

Das bestens gehütete Geheimnis in der Schönachgemeinde ist gelüftet: Johannes Linder, Präsident des Faschingsclubs Hohenfurch, stellte am 11.11. Christoph Ranz und Cindy Baum als „Prinz Christoph I. zum Bayerischen Hofe der Melodie“ und „Prinzessin Cindy I. Thronfolgerin vom Königreich der Narren“ vor. Die Prinzessin führt damit eine lange Tradition fort.

Hohenfurch – Der Startschuss für die fünfte Jahreszeit in Hohenfurch ist gelungen. Doch von wegen Startschuss: Es war ein Donnerschlag mit Pauken und Trompeten, der den Gästen bei der Hauptversammlung des Faschingsclubs Hohenfurch um die Ohren geflogen ist. So was hat’s wahrlich noch nie gegeben. Eine Prinzessin in der vierten Generation der Obernarren aus dem Hause Zeidelmeier. Dementstprechend die Reaktion aller Gäste im vollbesetzten Saal des Gasthofes Negele. Das Narrenvolk tobte, sogar Tränen der Rührung flossen.

Die Großeltern von Prinzessin Cindy als „Peter I. von der Trompetenburg“ und „Waltraud I. vom Blumenschloss“ im Fasching 1974.

Präsident Johannes Linder hatte die Spannung vor der Bekanntgabe des Paares in die Höhe getrieben. Drumrumgeeiere, dazwischen genüssliche Züge aus dem Bierglas, verschmitztes Grinsen. Dann die Bekanntgabe der Prinzessin. Den Vornamen Cindy bekommt Linder gerade noch raus, der Nachname Baum geht im Getöse unter. Doch wer wird Prinz? In der hintersten Ecke des Saales sitzt er, belanglos dreinschauend. Aber in der Runde auch kein Unbekannter. Ebenfalls ein Vollblutnarr. Und zwar ein musikalischer. Es ist Christoph Ranz aus Altenstadt.

Was alle Insider der Hohenfurcher Narrenschar bereits wissen, müssen die Besucher Stück für Stück verdauen. Häppchenweise, sonst glaubt man es nicht. Der Urgroßvater der kommenden Regentin Cindy, Josef Zeidlmaier, war 1971 Gründungsmitglied des FCH. Damit war der Weg geebnet, dass dessen Sohn Peter einer der ersten Prinzen werden musste. Mit seiner Ehefrau Waltraud wurden die beiden 1974 zu den Regenten „Peter I. von der Trompetenburg“ und „Waltraud I. vom Blumenschloss“ gewählt. Fast schon selbstverständlich, dass bei ihrem Geschöpf der Liebe, also Tochter Silvia, Narrenblut in den Adern floss. Mit ihrem Ehemann Manfred Baum bestieg Silvia 1991 den Hohenfurcher Narrenthron. Als „Manfred II. von der Monetenburg“ und „Silvia II. vom Birkenschloss“ schwangen sie die Zepter. Und jetzt ist also deren Tochter Cindy an der Reihe, um das Narrenhaus Zeidlmaier als Hochburg zu erhalten. Nebenbei: Großcousin Matthias „Löwe“ Zeidlmaier, heute im Elferrat, schwang 2014 mit seiner Sandra ebenfalls das Zepter des Prinzen.

Die Eltern von Prinzessin Cindy als „Manfred II. von der Monetenburg“ und „Silvia II. vom Birkenschloss“ im Fasching 1991.

Wie von Präsident Linder zu erfahren war, begann die Suche nach einem Prinzenpaar Ende August. Als „Viererbande“ hatten Johannes Linder, Sabine Berghofer, Svenja Schratt und Matthias Zeidlmaier Cindy Baum im Visier. Die 19-Jährige tanzte schon zwei Jahre in der Garde, war eine Wunschprinzessin. Man überzeugte Cindy mit mehreren Stamperln „Prinzenschnaps“. Die offizielle Zusage kam nach Rücksprache mit ihrem Arbeitgeber, dem Krankenhaus in Augsburg, wo sie als Kinderkrankenschwester arbeitet. „Wir bügeln alle Argumente nieder. Nur auf die Arbeitsstelle nehmen wir Rücksicht“, ist einer der Leitsätze des Präsidenten.

Schließlich musste noch ein Prinz her. „Unser Wunschkandidat war ganz klar Christoph“, erzählt Svenja Schratt. Der 26-Jährige war fünf Jahre lang Tänzer in der Garde, kennt alle Abläufe, ist bestens geeignet. Darüber hinaus spielt er seit sechs Jahren Posaune in der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle. Ihn wirft also nichts um. Nicht mal der Prinzenschnaps in härterer Dosierung.

Als Christoph die Viererbande bei sich zu Hause anrücken sieht, weiß er sofort, was die Uhr geschlagen hat. „Er hat sofort zugesagt, wir hätten uns die Getränke sparen können“, sagt Sabine Berghofer. Und weil’s so gut flutscht, nehmen sie ihn gleich noch in die Vorstandschaft des Vereins auf. Punktlandung. Auf alle Fälle soll es für die neuen Regenten „ein grandioser Fasching“ werden. Hoffentlich. Vor allem mit viel Humor. Den hat der Prinz auf alle Fälle. Erst spät in der Nacht hat er seine Freundin per SMS über seine Regentschaft informiert. Schönau!

Hans-Helmut Herold

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