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Die Mafia schlägt in Hohenfurch gnadenlos zu: Erst wird Bürgermeister Guntram Vogelsgesang einbetoniert, dann in der nahen Schönach versenkt. „Der taucht doch so gerne“, so ein Kommentar bei der Zeremonie. 

Rathaussturm in Hohenfurch

Mafia-Methoden an der Schönach: Bürgermeister einbetoniert und versenkt

Der Sturm auf das Rathaus am Rosenmontag durch die Narren des Faschingsclubs Hohenfurch hat Tradition. Und man ist gewohnt, dass die Truppe dabei vor allem mit dem Bürgermeister nicht zimperlich umgeht. Der bekommt immer gnadenlos sein Fett ab. Nur – in diesem Jahr war das Fett frischer Beton. Ohne Verzögerer. „Erst einbetonieren, dann in der Schönach entsorgen“, so die Devise. Die Mafia hatte die Finger im Spiel.

Hohenfurch – Guntram Vogelsgesang hätte sich sein letztes Stündchen sicherlich anders vorgestellt: Aus und vorbei mit dem Dasein des Bürgermeisters der Schönachgemeinde. Ausgepfiffen hat er jetzt, der „schwarze Vogel“. Aus dem Pfeifen wurde ein letztes Gurgeln im Wasser der Schönach . . . .

Hier die ganze Geschichte: Es sieht an diesem Rosenmontag eigentlich alles ganz friedlich aus. Sogar der Weihnachtsbaum vor dem Rathaus ist wieder schneebedeckt. Die Narren haben sich angekündigt, um zusammen mit Bürgermeister Vogelsgesang die Flagge vor dem Rathaus zu hissen.

Doch schon beim Anrücken der Truppe hat Vogelsgesang ein mulmiges Gefühl. Vor allem beim Anblick des Betonmischers nebst Sand, Wasser, Beton und Schaufeln. Drei Herren in schwarzen Anzügen übernehmen das Kommando: Patro Lorenzo, El Stromingo und Don Promillo. Die Schuldfrage ist schnell geklärt. Vogelsgesang ist ein Schwarzer, ein Rabenschwarzer. Gehört er doch einer Partei an, die immer von christlicher Nächstenliebe spricht. Die mit dem C am Anfang. Genau das ist sein Problem, seit Prinzessin „Cindy I. Thronfolgerin vom Königreich der Narren“ das Zepter mit ihrem Prinzen schwingt.

Die Großmutter von Cindy, die vor 44 Jahren als Prinzessin „Waltraud I. vom Blumenschloss“ regierte, ist seit Urzeiten eingefleischtes SPD- Mitglied. „Und Hohenfurch muss wieder rot werden“, so der Gedanke der Narrenfamilie. Wen kann man da besser überzeugen, als die Herrn in den schwarzen Anzügen, wenns um Entsorgung geht?

Ohne Spuren zu hinterlassen, versteht sich. Und schnell muss es gehen, natürlich auch ohne viel Sauerei. Es geht wirklich ganz schnell. El Stromingo und Don Promillo packen den Vogelsgesang und stecken ihn in einen Kübel. Sie haben Erbarmen – mit seinen Schuhen. Italienische Maßarbeit. Erhaltenswert. Deshalb wird der Bürgermeister in Gummistiefel gesteckt.

Patro Lorenzo schmeißt den Mischer an. Sand, Beton und Wasser rein, gut durchmischen und fertig die Mischung. Kraft hat er ja, der Guntram. Aber die Mafiosi noch mehr. Mit dem Hubwagen wird das schwarze Häufchen Elend unter dem Gejohle der Meute zur Schönach gefahren. Am Ufer neben der tiefsten Stelle eine letzte Ehrenbezeugung für den fast schon Verblichenen. Das Lied vom guten Kameraden und ein letztes Salutieren. Das war’s. „Schönau!“

Hans-Helmut Herold

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