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Für seine Tätigkeit als Leichenwärter wurde Hans Linder (re.) von Bürgermeister Vogelsgesang geehrt.

Bürgerversammlung Hohenfurch

Rege Bautätigkeit im Dorf

Dass in der Schönachgemeinde ein gutes Klima zwischen Bürgern und Rathaus besteht, das zeigte sich ein weiteres Mal bei der jüngsten Bürgerversammlung im Gasthof Negele, zu der rund 40 Bürgerinnen und Bürger gekommen waren. „Das ist der normale Schnitt, wenn wir die Seniorenbürgerversammlung dazunehmen, dann sind wir quasi auch 80 Leute“, scherzte Bürgermeister Vogelsgesang.

Hohenfurch Zunächst ehrte Guntram Vogelsgesang Hans Linder für seine Tätigkeit als Leichenwärter. 20 Jahre lang hätte er alles im Griff gehabt, und, wo notwendig, auch deutliche Worte gefunden, sagte der Bürgermeister in seiner Laudatio. Insgesamt 230 Beerdigungen hatte Linder in dieser Zeit begleitet. Und wie es seine Art ist, hatte er auch selbst seinen Nachfolger vorgeschlagen. Seine Aufgaben übernahm Karl Gistl, als Vertretung steht Michael Scheuerer zur Verfügung.

Um den Friedhof an sich ging es unter anderem auch beim Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters. Die Umstellung auf einen „freien Friedhof“ ohne Vertragsbestattungsunternehmen sei bislang problemlos verlaufen. Neue Urnen-Erdgräber wurden im Nord-Osten ausgewiesen. Die Thujen-Hecken wurden durch leichter zu bearbeitende Eiben ersetzt, und geplant seien drei neue Container für nicht mehr benötigtes Material.

Ein weiteres Thema war die Bautätigkeit im Dorf. „Die Häuser werden höher, die Bauanträge haben deutlich zugenommen“, stellte Vogelsgesang fest. Waren es 2013 noch insgesamt 16, im vergangenen Jahr 31, so wurden 2017 bisher bereits 15 Bauanträge genehmigt, „und das Jahr ist noch nicht mal zur Hälfte rum“, so Vogelsgesang. Die gemeindlichen Bauplätze im Blumenweg und der Wettersteinstraße seien alle vergeben, es gelte weiterhin das Einheimischenmodell, das insofern angepasst wurde, dass die Mindestwohndauer in Hohenfurch nun drei Jahre beträgt. „Ich denke, wir haben den Bedarf im letzten Jahr gut gedeckt“, bewertete der Bürgermeister die Situation.

Aber nicht nur wurde seitens der Gemeinde Grund verkauft, sondern auch erworben. So ging der Tennisplatz mit rund 6000 Quadratmetern in Gemeindeeigentum über. Der Rathauschef kann sich ebenfalls vorstellen, über den Fußballplatz zu verhandeln. Auch 5,5 Hektar im Naturschutzgebiet „Steinhalden und Flussauen des Lechs zwischen Hohenfurch und Kinsau“ gehören jetzt der Gemeinde. Der Kindergarten sei mit seinen 50 Plätzen komplett ausgebucht, der Krippenbereich habe jedoch noch freie Kapazität. Es freue ihn, dass laut einer Befragung der Zufriedenheitsgrad der Eltern hoch sei. Auch die Umstellung des Caterings für Kindergarten und Schule sei gut gelungen. Nach der Sanierung der Ostfassade der Schule gehe es als nächstes um den Notausgang von Keller und Aula sowie um die Toiletten im Keller und vor der Turnhalle.

Dringend Helfer suche der Bauhof für die zahlreichen gärtnerischen Flächen, unter Umständen müsse sonst eine Gärtnerei beauftragt werden. Für die Feuerwehr plant die Gemeinde die Anschaffung eines Schlauchverlegesystems nach dem Peißenberger Modell zum Hochwasserschutz. Dies hält der Rathauschef für äußerst sinnvoll, da damit in kürzester Zeit eine Barriere verlegt werden kann. Finanziert über Spenden der Raiffeisenbank und der Feuerwehr, sei nun im Bereich der Raiba ein Defibrillator installiert worden, dort sei er videoüberwacht und gut zugänglich untergebracht. Jedoch wurde in der Freinacht ein dazu in der Nähe angebrachtes Hinweisschild abgerissen. „Ich weiß nicht, was das noch mit Freinachtsscherzen zu tun hat“, ärgerte sich Vogelsgesang.

Bezüglich der laufenden Verkehrsmessungen an der B17 ging trotz Radiomeldungen die Anzahl der Geschwindigkeitsübertretungen nicht zurück. Es habe bereits viele Gespräche zum Thema „Fußweg an der B17“ gegeben, so Vogelsgesang. Eine Prüfung habe ergeben, dass der Fußweg zwischen Schönachbrücke und Bushäuschen (Richtung Schongau) zu einem Fuß/Radlweg verbreitert werden könne, zulasten der Fahrbahnbreite der B17. Dadurch erhoffe man sich eine Verringerung der Geschwindigkeit.

Der Vorschlag des Denkmalamtes, das Vorzeichenbild an der St. Ursula Kapelle zu konservieren und nicht mit einer neuen Bildtafel zu verdecken, sondern diese eher neben die Kapelle zu stellen, stieß beim Förderverein auf wenig Gegenliebe, zumal „nahezu nichts mehr Sinnvolles“ erkennbar sei. Der Förderverein plädiere daher, ein Nachbild darüber anzubringen.

Einen Appell an die Bürger richtete Vogelsgesang schließlich in Bezug auf die Altpapiersammlungen der Vereine. Es käme mehr Geld zusammen, wenn die Regeln für Papier und Pappe besser eingehalten würden, insbesondere bei der Mischung in den Säcken. Der Dank des Rathauschefs galt allen, die sich zum Wohle des Dorfes engagierten. Er selbst wurde ebenfalls für seine Arbeit gelobt.

Myrjam C. Trunk

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