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„Wasser marsch“: In mehrstündigen und meist nächtlichen Aktionen wird in Hohenfurch Eis gemacht. Max Fichtl, Lukas Wöhnl, Valentin Trepte und Florian Wöhnl (von rechts) sind so manche Nacht im Einsatz.

Schlittschuhlaufen auf Natureis

„Wasser marsch“ auf dem Eisplatz in Hohenfurch

Hohenfurch - Am Wochenende soll’s rund gehen auf dem Eisplatz in Hohenfurch. Das wünschen sich die kleinen und schon etwas größeren Schlittschuhläufer und mehr noch die jungen Leute, die in mehrtägiger Arbeit bemüht waren bzw. sind, auf dem Areal Natureis zu zaubern, das auch den Ansprüchen der Schlittschuhläufer genügt.

Vorausgesagte zweistellige Minusgrade versprechen jedenfalls für die nächsten Tage ideale Voraussetzungen. Seit vergangenen Montag sind „Chef“ Max Fichtl, Lukas Wöhnl, Florian Wöhnl, Christian Götz, Andreas Scheurer und Valentin Trepte in Sachen Eisbereitung schon im Einsatz. Meist nachmittags, aber auch in den Abendstunden.

„Da gibt es immer viel zu tun“, nennt Lukas Wöhnl Schneehöhen von zehn bis 15 Zentimeter und Minustemperaturen erste Voraussetzungen, um das Unternehmen Eisbereitung überhaupt in Angriff nehmen zu können. „Die Schneeschicht wird erst mit privaten Pkw festgefahren, da müssen wir Runden um Runden drehen“, spricht Lukas Wöhnl den ersten Einsatz an. Anschießend heißt es „Wasser marsch“, und das ist die hauptsächliche Tätigkeit an den nächsten zwei bis drei Tagen.

Zunächst wird der Schnee eingeweicht. Wenn die Fläche, meist über Nacht, zu Eis gefroren ist, wiederholt sich die Spritzaktion mehrmals. Bis zu sechsmal und unter Umständen sogar mehr muss immer wieder gespritzt werden. „Da kommt uns zugute, dass wir teilweise in Schichtbetrieb arbeiten“, spricht Wöhnl die ungewöhnlichen Spritzzeiten an. „Manchmal spritzen wir nach der Mittagschicht, also gegen Mitternacht, und auch nach der Nachtschicht in den frühen Morgenstunden sind wir im Einsatz.“

Eisfläche nach Luftlöchern absuchen

Zwischendurch müssen die fleißigen Helfer die Eisfläche nach Luftlöchern absuchen. „Die werden dann mit Schnee gestopft und wieder gespritzt“, nennt Wöhnl die zusätzliche Arbeit. Wie viel Liter Wasser an den vier oder fünf Tagen verspritzt wird, kann er allerdings nicht sagen.

Hat das Eis eine Dicke von fünf und mehr Zentimetern, kommt der Zamboni zum Einsatz. Den haben die Hohenfurcher früher einmal vom ESV Kaufbeuren abgekauft und hergerichtet. Mittels der Maschine wird das Eis gefräst und glatt gemacht. Ist auch die Arbeit getan, dann haben die meist jungen Schlittschuhläufer endlich freie Fahrt. Vielleicht schon am heutigen Freitag, aber spätestens am Samstag soll es losgehen. Wenn’s zwischendurch nicht wieder kräftig schneit und die Minustemperaturen einigermaßen stabil bleiben.

Vier bis fünf Stunden waren die Hohenfurcher „Eismeister“ bis zur Eröffnung des Laufbetriebs täglich im Einsatz. Bei oftmals zweistelligen Minusgraden und klirrender Kälte. „Aber uns macht das Spaß, wir machen das gerne“, spricht Lukas Wöhnl auch für die Kollegen. „Wenn man das Natureisstadion hat, dann soll man das auch nutzen können. Für unsere vielen Kinder und Jugendlichen machen wir das gerne“, verspricht er. „Und wenn unser Natureisstadion von Hobby-Eishockeyvereinen gemietet wird, dann kommt sogar etwas Geld in die Vereinskasse.“ Dann gibt’s aber zusätzliche Einsätze, die Linien werden mit Farbe und Pinsel aufgetragen. Wie in früheren Zeiten. Die jungen Leute machen die Arbeit umsonst. Schon seit Jahren. Das weiß auch Hohenfurchs verantwortlicher Eishockey-Abteilungsleiter Michael Kees. Für sie gibt’s mal ein paar Bier, und vielleicht auch eine kleine Brotzeit.

Jetzt hoffen die Hohenfurcher aber, dass sich der Einsatz gelohnt hat und dass die kühlen Temperaturen noch lange anhalten.

Dietmar Friebel

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