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Viele Fragen zu ihrem Naturgarten beantwortete Ines Thomas (3.v.li.) aus Hohenfurch.

Tag der offenen Gartentür

Viel Herzblut und jede Menge Grün

Der Tag der offenen Gartentür hat jetzt wieder Hundertschaften interessierter Besucher angelockt. Der Blick in Nachbars Garten, um sich Anregungen zu holen und zu fachsimpeln, erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Hohenfurch/Schönberg – Gärten mit Aussicht: So kann man die drei Gärten in Schönberg sowie den einen in Hohenfurch auf den Punkt bringen. Und damit ist nicht nur der schöne Ausblick in die umliegende Landschaft gemeint, sondern auch die Entwicklungsmöglichkeiten sowie das nachhaltige, Insekten- und tierfreundliche Gärtnern, das in diesen Gärten betrieben wird.

Mut gehört dazu, einen außergewöhnlich schönen Garten zu bekommen. Der Mut, auf konventionelle Rasenflächen und typische Baumarktpflanzenpracht zu verzichten und etwas anderes zu wagen. „Am Anfang standen immer wieder Leute kopfschüttelnd vor der Steinwüste in unserem Garten“, berichtet Ines Thomas. Aus der Steinwüste ist längst ein blühendes Paradies aus bunt blühenden und duftenden Staudengewächsen mit Gartenteich, idyllischen Mäuerchen, kleinem Bachlauf und wind- und blickgeschützten Sitzplätzen geworden. Und auch wenn ihr Sohn anfänglich dem Fußball-tauglichen Rasen nachtrauerte, genießt er jetzt doch die lauschigen Nischen der kleinen Garten-Oase, in die die Kinder sich zurückziehen und aus den Hochbeeten stibitzte Erdbeeren oder Möhren genießen können.

Gemüseanbau – und zwar nach den Regeln von Maria Thun, der Pionierin der biodynamischen Landwirtschaft –, ist das Hauptthema im Hanggarten von Ulla Küspert, die als Selbstversorgerin das ganze Jahr über von dem dort angebauten Gemüse lebt. Zudem betreut sie auch den Garten von Schauspielerin Andrea Sihler-Tech. Wobei es sich bei dem 7000 Quadratmetern großen Hanggrundstück schon eher um eine Parkanlage handelt. Alte Bäume, Obstbäume, eine Vogelschutz-Dornenhecke und eine Wildgehölzhecke sowie ein großer Bauerngarten beherrschen hier das Bild.

„Bei den Obstbäumen haben wir ein Problem mit Wühlmäusen“, erzählt Andrea Sihler-Tech, in deren Garten sich am Sonntag unzählige Menschen tummelten. Für die Gartenarbeit hat sie zudem einen Helfer aus Sierra Leone engagiert, der davon träumt, eine Ausbildung zum Gärtner zu machen. Und die grüne Wiese soll laut Hausherrin in absehbarer Zeit zur Blumenwiese werden. Dazu muss aber der Boden, der durch ehemalige Nutzviehhaltung beeinträchtigt ist, ausgemagert werden.

Auch die angeblich „pflegeleichte“ Staudenmischung, die mehrere große Beete ziert, verursacht auf diesem Untergrund viel Arbeit. „Ich hatte gelesen, dass die Pflege nicht viel Zeit beansprucht. Hier müssen wir allerdings mulchen und regelmäßig jäten“, so Sihler-Tech, die noch dabei ist, mit dem Garten, der wachsen muss, Erfahrungen zu sammeln. Ganz glücklich ist sie über ihren Gemüsegarten, der anfänglich gar nicht so geplant war. Aber selbst gezogenes Gemüse schmeckt einfach besser als alles, was man so zu kaufen bekommt, schwärmt sie. Zudem kann sie ihren Mann, der als Food-Fotograf arbeitet, mit urwüchsigem Gemüse beliefern.

Wie sie hatten auch alle anderen Gärtner beim Tag der offenen Gartentür zahlreiche Tipps und Tricks auf Lager, die sie gerne an die Besucher weitergaben. Und eine Besucherin traf es auf den Punkt, als sie meinte: „Da steckt bei allen Gärten viel Herzblut drin.“

Ursula Fröhlich

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