1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau
  4. Hohenfurch

Diebstahl mit unhandlicher Beute: Unbekannte klauen 15-Meter-Weide samt Wurzelwerk

Erstellt:

Von: Theresa Kuchler

Kommentare

Wie diese Kätzchenweide sah der Baum aus, der Roland Kellhammer aus seinem Waldgrundstück nahe Issing gestohlen wurde.
Wie diese Kätzchenweide sah der Baum aus, der Roland Kellhammer aus seinem Waldgrundstück nahe Issing gestohlen wurde. © Theresa Kuchler

Roland Kellhammer aus Hohenfurch ist Opfer eines ungewöhnlichen Diebstahls geworden: Unbekannte haben ihm einen Baum geklaut. Samt Wurzelwerk wurde die gut 15 Meter hohe Kätzchenweide aus seinem Wald nahe Issing gerissen.

Hohenfurch/Issing – Roland Kellhammer steht auf dem Waldboden, der von dicken Erdklumpen übersät ist. „An dieser Stelle haben sie die Weide samt Wurzelwerk herausgerissen“, sagt der 58-Jährige aus Hohenfurch. Er ist immer noch fassungslos über den Diebstahl, der sich hier vor Kurzem ereignete: Unbekannte haben eine Kätzchenweide gestohlen, die sich über Jahrzehnte auf dem Waldgrundstück nahe Issing zu einem stolzen Baum entwickelt hatte. Gut 15 Meter hoch war sie gewachsen, zu einer Bilderbuch-Weide mit kräftigem Stamm und breiter Krone.

Es war Gründonnerstag, als Kellhammer auffiel, dass in seinem Wald etwas nicht stimmte. „Zuerst dachte ich, da war ein Wildschwein unterwegs“, erinnert sich der Hohenfurcher an den Moment, als er den aufgerissenen Boden am Rand des Grundstücks entdeckte. Bei genauerem Hinsehen dämmerte es ihm schließlich: An dieser Stelle hatte immer die Weide gestanden.

Wie es aussieht, waren die Diebe bei ihrer Aktion gut ausgerüstet. „Da muss ein Lkw oder Traktor mit Kran im Einsatz gewesen sein“, sagt Kellhammer und zeigt nach oben. An der Fichte, die dem Tatort gegenübersteht, lassen sich noch die Spuren erkennen, die auf den Einsatz schweren Geräts hinweisen: abgebrochene Äste und verletzte Rinde.

Waren die Baumkätzchen das Motiv der Diebe?

Weshalb ausgerechnet die Kätzchenweide zum Diebesgut wurde, kann Kellhammer nur erahnen. In einem Punkt ist er sich aber sicher: Brennholz war nicht das Motiv.. „Wenn’s der Dieb auf Brennholz abgesehen hätte, hätte er die Buche, den Ahorn oder die Esche daneben genommen“, sagt der 58-Jährige. „Das ist wertvolleres Brennholz.“ Er glaubt vielmehr, dass es die Baumkätzchen waren, die es den Verbrechern angetan hatten. Vor Ostern haben die nämlich zu blühen begonnen: flauschige, gelbe Buschen an den Zweigen, die gerade für Osterschmuck begehrt sind.

Der Tatzeitpunkt des Diebstahls würde diese These jedenfalls stützen – der Baum-Klau liegt schließlich bereits drei bis vier Wochen zurück. „Wahrscheinlich haben sie es auf die Kätzchen für Ostern abgesehen und der Rest wurde zu Brennholz“, sagt Kellhammer.

Welches Schicksal der Kätzchenweide auch widerfahren sein mag: Roland Kellhammer ist über jeden Hinweis zum Diebstahl dankbar. „Die Polizei kann da nämlich wenig machen“, sagt er. „Aber vielleicht weiß ja jemand, wo die Weide hingekommen ist.“

Hinweise zur gestohlenen Weide bitte bei Familie Kellhammer unter 08861/20320 melden.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Schongau-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare