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Im Jahr 2014 ist Sabine Vogelsgesang mit der Staatsmedaille für besondere soziale Verdienste ausgezeichnet worden. Da gratulierte auch Peter Maffay.

Nachruf auf eine außergewöhnliche Frau

Krank und trotzdem immer für andere da: Jetzt starb Sabine Vogelsgesang in den Armen ihres Mannes

Die Nachricht vom Tode von Sabine Vogelsgesang aus Hohenfurch hat alle, die sie kannten, tief erschüttert: Mit 48 Jahren ist sie an den Folgen ihrer schweren Erkrankung gestorben. Damit verliert der Landkreis eine außergewöhnliche Frau.

Hohenfurch –   Mit der Verleihung der Staatsmedaille für besondere soziale Verdienste ist das soziale Engagement von Sabine Vogelsgesang vor vier Jahren bereits  gewürdigt worden. Aber auch als Botschafterin der Tabaluga-Kinderstiftung hat sie sich  einen Namen gemacht.

Das Leben von Sabine Vogelsgesang war geprägt von ihrer Erkrankung. Mit einem schweren Herzfehler am 26. August 1970 im Münchner Krankenhaus Rechts der Isar geboren, gaben ihr die Ärzte eine maximale Lebenserwartung von fünf Jahren. Sie sollten sich täuschen. Trotz aller Widrigkeiten entwickelte sich Sabine zum Teenager, machte eine Berufsausbildung als Groß- und Außenhandelskauffrau und ließ sich dann zur Buchhaltungsfachkraft im Haus des Bayerischen Handels ausbilden. Seit 1994 arbeitete sie als selbstständige Buchhalterin, zuletzt als Angestellte im Betrieb ihres Mannes.

1993 hatte Sabine ihren späteren Mann Guntram Vogelsgesang in einem Tanzlokal in Unterhaching kennengelernt. Sie wurden ein festes Paar, Sabine wurde schwanger. Am Münchner Odeonsplatz wird sie dann (wohl versehentlich) von einem Passanten die lange Rolltreppe hinuntergestoßen und verliert dadurch ihr Kind.

1993 schlossen Sabine und Guntram Vogelsgesang den Bund für Leben. Sabines unerfüllter Wunsch nach Kindern führte dazu, dass sie jedem Kind, das aus ihrer Sicht schlecht behandelt wird, helfen wollte. 2002 gründete sie einen Verein, der den Münchner Rosenball wieder aufleben ließ. Die ersten Bälle sind für die Elterninitiative Kinderklinik Großhadern. 2006 suchte sie ein anderes Projekt für ihre Unterstützung und wurde bei der Tabaluga-Kinderstiftung fündig. Anlass war ein Besuch des CSU-Kreisverbandes Weilheim-Schongau, dem Vogelsgesang als Kreisvorsitzende der Frauenunion angehörte. Sie schaffte es, allein mit dem Rosenball insgesamt 130 000 Euro zu spenden.

Neben dem Rosenball organisierte Sabine Vogelsgesang weitere Aktionen, z.B. für die an Leukämie erkrankte Peitingerin Nina Wahl sowie Benefizkonzerte und vieles mehr. Von einem Schlaganfall im Juli dieses Jahres hat sie sich nicht mehr erholt. Am vergangenen Dienstag ist sie daheim in Hohenfurch in den Armen ihres Mannes und im Kreis ihrer engsten Freundinnen gestorben. 

Das Requiem mit anschließender Beisetzung findet am Samstag, 1. September, um 14 Uhr in Hohenfurch statt. Anstelle von Blumen wird um eine Spende für die Tabaluga-Kinderstiftung gebeten.

mg

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