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Drei Mitbürger, die nicht nur von Menschlichkeit reden, sondern diese auch praktizieren. Von links: Johann Scheurer, der für den Annahme- und Zustelldienst verantwortlich ist, Angelika Kretzler und Josef Epple mit den weihnachtlich verpackten Paketen.

Für die Ukraine

Packen für die Weihnachtsüberraschung

Hohenfurch - Es ist doch eigentlich so einfach, einem Mitmenschen ein Lächeln zu schenken. Dieses Lächeln soll durch die Paketaktion des Vereins „Familien helfen Familien“ ermöglicht werden. Mit den Weihnachtspäckchen sollen auch in diesem Jahr wieder notleidenden Familien, Waisen, armen Kindern und alten Menschen in der Ukraine eine Freude bereitet werden.

An verschiedenen Sammelpunkten konnten am vergangenen Wochenende Päckchen und Pakete sowie Geldspenden abgegeben werden, die dann einem Sammeltransporter zugeführt wurden. In der Schönachgemeinde nahm Johann Scheurer die Spenden entgegen. Seit über 20 Jahren ist er die gute Seele an der Abgabestation. Am Ende wird er die Pakete mit seinem Pkw nach Kellershof fahren, wo einer der Johanniter-Trucks steht.

Pakete für den guten Zweck

Eine der ersten Spenderinnen ist Angelika Kretzler. Für sie ist es mehr als selbstverständlich, sich an der Aktion zu beteiligen. „Uns geht es einfach so gut, da muss man doch bereit sein, etwas zu geben“, sind ihre Gedanken. Seit sie sich zurückerinnern kann, hat sie zur Vorweihnachtszeit Pakete für einen guten Zweck gepackt. Auf die Frage, warum sie gerade an dieser Aktion teilnimmt, weiß sie schnell Antwort: „Hier weiß ich, dass meine Sachen gut ankommen.“

XXL-Packerl - wenn schon, denn schon

Scheurer deponiert das nächste Paket im Laderaum seines Pkws. Eines vom Maße XXL. Das hat Gertraud N. angeschleppt. „Wenn schon, denn schon, mit halben Sachen machen wir nichts“, ist ihre Devise. Auch sie begründet ihre Spendierfreude damit, „dass wir doch alles haben“. Deshalb darf man nicht vergessen, auch an andere zu denken. Gertraud N. ist seit Anfang an dabei, für sie gehört diese Aktion einfach zur Weihnachtszeit. Dies gilt auch für Erna Linder, die bis von Reichling zum Hohenfurcher Pfarrhof kommt. Als gebürtige Hohenfurcherin kommt sie mit ihren Bekannten zusammen, um gemeinsam etwas Gutes zu tun.

Mehr Spendierfreude erwartet

Etwas wehmütig blickt Ingrid Gutschik auf die gelieferten Pakete auf der Ladefläche. Sie hätte mehr Spendierfreude erwartet. Klägliche Ausbeute in Hohenfurch. Sie stellt fest, dass die Menschen spendiermüde geworden sind. Die heute 57-Jährige erinnert sich, dass sie schon als 20-Jährige ihre Weihnachtspäckchen für Bedürftige damals in die Schule in Peiting gebracht hat. Das will sie auf alle Fälle fortführen.

Endlich ein Mann in den Reihen der Anlieferer. Josef Epple sieht man schon von Weitem leuchten. Besser gesagt sein Paket, welches Ehefrau Finni in rotes Sternchenpapier gewickelt hat. Das gibt auch der Sepp gleich zu, dass er mit dem Einpacken nichts zu tun hat. „In einer glücklichen Ehe folgt der Mann einfach der Frau, dann harmoniert es“, gibt er zum Besten. Er sei nur für die niederen Dienste zuständig, also das Anliefern.

Junge Menschen kennen diese Probleme nicht

Nachdenklichkeit kommt auf. Eine ältere Dame bewegt sich mit ihrem Rollator auf die Gruppe zu. Es ist Paula Welz, die den weiten Weg von ihrem Haus an der Schönach bis zum Pfarrheim zurückgelegt hat. Die 84-Jährige hat von der Aktion in der Tageszeitung gelesen und wollte unbedingt auch helfen. „Man muss an diese Menschen einfach denken“, erinnert sie, die die harte Zeit im und nach dem Weltkrieg nicht vergessen hat. Welz zeigt gewissermaßen Verständnis für die jungen Menschen, die sich an dieser Spendenaktion nicht beteiligen. „Die sind immer in Vollem aufgewachsen, die kennen solche Probleme nicht.“

Hans-Helmut Herold

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