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Die Hohenfurcher bauen auf Fernwärme aus Biogasanlage

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Hohenfurch - Statt mit Öl, Pellets, Holz oder Kohle könnten die Hohenfurcher schon bald ihre Häuser mit der Wärme aus der Biogasanlage von Max Braunegger versorgen. So an die 150 Dorfbewohner wollten sich auf der Informationsveranstaltung im „Gasthof Negele“ informieren.

„Ich jedenfalls freue mich über jeden, der anschließt“, meinte Bürgermeister Guntram Vogelsgesang.

Die Biogasanlage von Max Braunegger befindet sich etwa 300 Meter nördlich von Hohenfurch. Der Generator, mit einer Leistung von 300 Kilowatt, ist bereits seit September 2009 in Betrieb. Nur werden derzeit lediglich 15 Prozent der produzierten Wärme für den biologischen Gärprozess gebraucht. „85 Prozent werden in einem Notkühler runtergekühlt“, erklärt Braunegger.

Wärme stabil produzieren und dann vermarkten, das sei die Strategie von Anfang an gewesen. Dieses Ziel hat der 44-jährige Unternehmer aus Hohenfurch jetzt erreicht. Interesse für die Wärme aus der Biogasanlage ist da. Vorausgesetzt der Gemeinderat stimmt zu, sollen die Schule und das Rathaus an das Fernwärmenetz der Biogasanlage angeschlossen werden. Ebenso hätten sich bereits zwölf Hausbesitzer und zwei Gewerbebetriebe dazu entschlossen.

Im Konzept, das Thomas Hartmann vom Kemptener Verein „renergie Allgäu“ vorgestellt hat, wird auch das Gasthaus Negele als Wärmeabnehmer mit eingeplant. „Wenn die alle anschließen, ist das Ganze wirtschaftlich“, hat der Betriebswirt aus Kempten hochgerechnet.

Möglich ist zudem, die Wärme aus der Biogasanlage zur Heutrocknung und für die Stallbeheizung zu nutzen. Auf die Frage von Peter Matzner (er war einer der Zuhörer), wie viele angeschlossen werden könnten, meinte Thomas Hartmann, es sei nicht seriös, diese Frage zu beantworten. „Es wird nach Bedarf gebaut.“ Zunächst im Oberdorf, weil die eingeplanten Objekte nah an der Biogasanlage liegen. Eine genaue Nutzungsplanung gebe es allerdings erst dann, „wenn wir genau wissen, wer an das Netz will.“

Zunächst ist ein Leitungsnetz von 2,5 Kilometern geplant. Die Kunststoffrohre werden in einer Tiefe zwischen einem und eineinhalb Metern verlegt. Das Angebot ist verlockend. Die Kosten für die Hausanschlüsse liegen so zwischen 2500 und 4000 Euro. „Momentan ist es so geplant, dass Max Braunegger diese Kosten komplett übernimmt“, ermunterte Thomas Hartmann zur Nutzung der Wärme aus der Biogasanlage. 68 Euro kostet die Megawattstunde, acht Cent die Kilowatt/Stunde. „Ein Wert, der sich sehen lassen kann“, meinte der Referent und verwies auf den Ölpreis, der sich momentan bei 90 Cent pro Liter eingependelt habe.

Bürgermeister Guntram Vogelsgesang wollte wissen, wie es mit der Versorgung des Unterdorfes aussieht. Auch da müsse man die Wirtschaftlichkeit prüfen, so der Experte aus Kempten. Aber es gebe keinen Grund, Teile des Ortes auszuschließen. Denn vieles sei machbar.

Wie geht es weiter: Ab sofort werden Fragebogen ausgegeben und von Max Braunegger bis 31. Januar ausgewertet. Erst dann könne eine genaue Kalkulation erfolgen. Das Ziel des Infoabends sieht Thomas Hartmann so: „Interesse und Begeisterung für regionale Nahwärmeversorgung auf der Basis erneuerbarer Energien schaffen.“

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