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Prinz Michael III. und Prinzessin Christina I. begeisterten mit einem romantischen und gekonnten Prinzenwalzer. Im Hintergrund Garde und Elferrat.

Hohenfurcher Inthronisationsball

Die Großmacht aus Alt-Niederfurch

Hohenfurch - 44 heißt die Schnapszahl zum Jubiläum des Faschingsclubs Hohenfurch. Demgemäß drehten die Hohenfurcher Narren beim Inthronisationsball in der Peitinger Schloßberghalle richtig auf. Eine Überraschung gab es auch noch.

Jedes Jahr im Fasching geht Hohenfurch auf Reisen. Da es im Ort keine entsprechende Räumlichkeit mehr gibt, wurde daraus quasi eine Mission: die närrische Zeit in faschingsmäßig unterentwickelte Gemeinden zu bringen. Der neue Präsident Johannes Linder meisterte seine Feuerprobe bravourös und begrüßte die Faschingsgesellschaft, die bereits zum zweiten Mal in der vollbesetzten Schloßberghalle zu Gast war, mit einem dreifachen „Schönau!“.

Feiern können die Hohenfurcher. Auch, wenn sie sich die „Zutaten“ aus den Nachbargemeinden ausgeliehen hatten. Das Prinzenpaar Prinz Michael III. vom Reich der Basilika und Prinzessin Christina I. vom Palast des gläsernen Reichs kommt samt Hofdame Andrea Salzmann aus Altenstadt, die Musik lieferte die hervorragende SOG Big Band unter der Leitung von Marcus Graf mit ihren ausgezeichneten Sängern Ramona Knopp und Herbert Haseitl. Lediglich Hofmarschall Tobias Linder hielt die Hohenfurcher Fahne hoch.

Mit von der Partie war das scheidende Prinzenpaar Prinzessin Sandra I. zur königlichen Burg am Schlossanger und Matthias I. Prinz Löwenherz von Giesings Höhen, die „eine Person im Saal ein bisserl bedrängten“. Nämlich Bürgermeister Guntram Vogelsgesang, den sie mit handfesten Indizien als den im Schönach-Kurier gesuchten „Rosen-Schänder“ enttarnten. Der habe nämlich seine Sabine mit einem Bett voller Rosenblätter und einer Flasche Gemeindesekt verführen wollen.

Vogelsgesang machte gute Miene zum bösen Spiel und rückte, verkleidet mit Umhang, Hut, schwarzer Maske und einer Rose zwischen den Zähen, den Gemeindeschlüssel heraus. Da das wertvolle, mit Kirchengold überzogene und Swarowski-Steinen besetzte Stück diesmal aber in die Nachbargemeinde ging, musste der zweite Schongauer Bürgermeister und Cousin des Faschingsprinzen Tobias Kalbitzer seine Hand dafür ins Feuer legen, dass der Schlüssel nach der fünften Jahreszeit auch wieder zurück kommt.

Für viel Gelächter sorgte anschließend die Antrittsrede des Prinzenpaars, das die genannten Anwesenden aufforderte, sich „kurz bemerkbar zu machen, damit wir auch wissen, worüber wir lachen“. In ihrer Regierungszeit wünschten sie sich für die drei Schönach-Gemeinden Altenstadt, Schwabniederhofen und Hohenfurch die „interkommunale Zusammenarbeit Alt-Niederfurch“ eine „Großmacht, in der jeder vom anderen lernen“ könne. Die hinterherhinkenden Hohenfurcher Fußballer zum Beispiel vom Tabellen-Erstplatzierten Altenstadt.

Der romantischen Prinzen-Walzer des Paars riss die Besucher zu Begeisterungsstürmen hin. Minigarde und Garde legten sich ebenfalls zum Jubiläum gehörig ins Zeug. Der sehnlich erwartete Showtanz der großen Garde, bei dem Präsident Johannes Linder höchstselbst das Tanzbein schwang, ließ nichts zu wünschen übrig. Zur Musik aus den letzten 44 Jahren wechselten die Tänzer mehrmals die Garderobe und lieferten akrobatische Höhepunkte am laufenden Band.

Höhepunkte gab es auch mit den Hohenfurcher Faschings-Urgesteinen Sylvie von Scharfzahn und ihrer Kollegin Tänsch vom strahlenden Zahnsteinbelag, die den neuesten Tratsch aus der Hohenfurcher High Society präsentierten. Weder ein ohne Handbremse am Berg geparktes Auto noch das Laufband im Schlafzimmer, ein „sportlich im Kinderkriegendes“ Pärchen oder nackerte Gardeweiber im Whirlpool entgingen ihren spitzen Zungen.

Bilder: Hohenfurch feiert Inthroball

Dem ganzen die Krone auf setzte aber wieder einmal Jürgen Fischer mit seiner Feuerwehrkapelle. Diesmal mit dem neuen stark pigmentierten Musikerkollegen „Albi“ aus Eritrea, „nicht verwandt mit Dieter Dreher“. Vom Rathausvorzimmer, wo Vize-Bürgermeister Josef Epple seine Oktoberfest-besuchende Frau vertrat, bis zur neuen Pilgerstätte in der Ortsmitte, genannt Rewe, war nichts vor seinem Spott sicher. Als Zugabe durften die Besucher lautstark mitreimen, bevor Fischer in Darth-Vader-Maske nach Star Wars-Manier wünschte: „Möge der Spaß mit euch sein!“

Die angekündigte Überraschung ist übrigens ein großer Jubiläumsball am 1. April in der Stadthalle Weilheim, bei dem unter anderem alle ehemaligen und das amtierende Prinzenpaar da sein werden. Zudem wird ein Drei-Gänge-Menue geboten. Der Kartenvorverkauf startet bald.

Ursula Fröhlich

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