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Fachgerecht „entsorgt“ ein dreifaches Schönau: Die Hohenfurcher Narren haben Bürgermeister Guntram Vogelsgesang im wahrsten Sinne des Wortes in die Tonne gesteckt, ihn bis Aschermittwoch entmachtet.

Rathaussturm in Hohenfurch

Hohenfurchs Bürgermeister in der Tonne entsorgt

Hohenfurch - Der Sturm auf das Rathaus am Rosenmontag durch die Narren des Faschingsclub Hohenfurch hat Tradition. Und man ist gewohnt, dass die Truppe dabei nicht zimperlich umgeht.  Vor allem mit Bürgermeister Guntram Vogelsgesang. Ihn haben sie gestern regelrecht entsorgt.

Da sitzt er im Hohenfurcher Rathaus hinter seinem Schreibtisch mit sehr gemischten Gefühlen. Nervös trommelt Guntram Vogelsgesang mit dem Kugelschreiber auf der Glasplatte, ahnt, dass der Vormittag nichts Gutes für ihn bringen wird. Vorsorglich hat er schon mal sein dienstältestes Jacket angezogen.

Punkt 11.11 Uhr zerreißt ein Donnerschlag die noch verschlafene Gemeinde. Die Narren sind los, ziehen durch das Dorf. Endstation das Rathaus. Endstation auch für den Bürgermeister? Symbolisch wird eine Leiter ans Dach angelehnt, danach lädt Lenzi Huber nochmal kräftig seinen Handböller nach. Es dürfen auch bitteschön ein paar Grän Schwarzpulver mehr sein. Der Rumms haut schier den Bürgermeister vom Sessel.

Freiwillig und nahezu furchtlos tritt er der Horde entgegen. Nur beschützt durch die ängstlichen Augen seiner Ehefrau Sabine. Der wilde Haufen greift zu, der Bürgermeister wehrt sich. Er hat aber nicht die geringste Chance. Die kräftig gebauten Burschen werfen sich förmlich auf ihn. Ach ja, diese entpuppen sich als Johannes Linder und Lenzi Huber, Präsident und Gardetänzer ihres Zeichens.

Sabine Vogelsgesang hat derweil große Befürchtungen. Nicht um ihren Guntram, sondern um die Entsorgungsgebühren. Denn sie sieht mit an, wie eine übergroße Mülltonne angekarrt wird.

Die Versuche des Hohenfurcher Gemeindeoberhauptes, aus den Klammergriffen der Männer zu entwischen, enden kläglich. Joe & Lenzi beginnen mit der Entsorgung. Der Bürgermeister wird in die Tonne verfrachtet.

Wurde der Begriff „gnadenlos“ noch nicht richtig definiert, die Hohenfurcher Narren haben ihre ganz eigene Version. Wenn schon, denn schon: Das heißt Schluss mit lustig, Schluss mit Symbolik. „Hände weg oder Finger ab“, so der neue Slogan vor dem Rathaus, bevor der Deckel der Mülltonne gänzlich vom Präsidenten geschlossen wird.

„Warum diese knüppelharte Strafe?“, wird sich sicher mancher fragen. Ganz einfach. Die Hohenfurcher Narren gründen die interkommunale Gemeinschaft „Alt-Nieder-Furch“. Aus drei mach eins. Vogelsgesang konnte kein Prinzenpaar aus seiner Gemeinde hervorbringen, die Nachbarn aus Altenstadt mussten herhalten. Also, weg mit dem „alten Sack“. Es muss gespart werden. Nicht gespart haben Guntram und seine Ehefrau Sabine bei der anschließenden Einladung zu einer kräftigen Brotzeit. „Schönau !“

Hohenfurchs Bürgermeister in der Tonne entsorgt - die Bilder

Hans-Helmut Herold

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