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Die „Grüne Sonne“ ist wieder aufgegangen: Tausende Techno-Fans feiern auf dem Hohen Peißenberg

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Von: Theresa Kuchler

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Sonnenschein und Bergpanorama: Tausende Besucher strömten am Samstag zur „Grünen Sonne“ auf den Hohen Peißenberg.
Sonnenschein und Bergpanorama: Die Besucher, die am Samstag zur „Grünen Sonne“ auf den Hohen Peißenberg strömten, konnten den ganzen Tag bei besten Festival-Bedingungen feiern. © Ralf Ruder

Wenn über Stunden hinweg wummernde Bässe vom Hohen Peißenberg ertönen, ist die „Grüne Sonne“ aufgegangen. Am Samstag (25. Juni) konnte das Musikfestival endlich wieder steigen.

Hohenpeißenberg – Kurz nach Sonnenuntergang erstrahlt der Himmel über dem Hohen Peißenberg für einige Minuten in goldenen Funken. Es steht gerade DJ Tiga aus Kanada auf der Panoramabühne, als die ersten Feuerwerkskörper hinter der Tribüne nach oben schnellen. Die Menge, die schon seit den Mittagsstunden zu den elektronischen Klängen der „Grünen Sonne“-Künstler tanzt, verfällt in begeistertes Jubeln. Dann erlischt das Licht der letzten Rakete und das Wummern der Bässe hat die Aufmerksamkeit der Festivalbesucher zurück.

Zwei Jahre konnte die „Grüne Sonne“ nicht über dem Hohen Peißenberg aufgehen. Am Samstag kehrte das Musikfestival dann zurück: Bei strahlendem Sonnenschein und beeindruckendem Bergpanorama strömen ab 11.30 Uhr gut 3000 Besucher zum Tanzen und Feiern auf den Bayerischen Rigi.

Das „Grüne Sonne“-Festival lockte die Elektro-Szene wieder auf den Hohen Peißenberg - 3000 Besucher

Nach langem Corona-Stillstand ist die Stimmung unter den überwiegend jungen Festivalbesuchern ausgelassen. „Ich bin so froh, dass man endlich wieder feiern kann und dass das Wetter auch noch so gut ist“, sagt etwa Melissa Rieger aus Wessobrunn. Für die 19-Jährige ist es das erste „richtige Festival“, das sie besuchen kann – und sie ist begeistert. „Zuerst war ich etwas skeptisch, wie es so werden wird“, gesteht sie. „Aber jetzt ist es noch besser, als ich es mir vorgestellt habe.“

„Endlich wieder feiern“: Melissa Rieger, Stephanie Schüßler und Vanessa Rügemer (v.l.) genießen das Festival auf dem Hohen Peißenberg.
„Endlich wieder feiern“: Melissa Rieger, Stephanie Schüßler und Vanessa Rügemer (v.l.) genießen das Festival auf dem Hohen Peißenberg. © Theresa Kuchler

Auch Veranstalter Phil Falkner nimmt eine durchweg positive Stimmung auf dem Gelände wahr. „Jeder hat Bock“, sagt er. Der „Grüne Sonne“-Organisator ist heilfroh, dass das Festival heuer nach Plan steigen kann. Lange Zeit haben er und sein Team abgewartet und beobachtet, ob die Pandemie die Veranstaltung zulässt. „Auf gut Glück“, wurde dann im Januar in den Vorverkauf gestartet. „Wir haben drauf spekuliert, dass es klappt.“

Etwa die Hälfte der 3000 Besucher hatten ihr Ticket schon 2019 gekauft und seitdem in der Schublade aufbewahrt. So auch eine junge Australierin, die 2020 extra zur „Grünen Sonne“ nach Hohenpeißenberg reisen wollte – und ihren Festivalbesuch nun eben zwei Jahre später nachholt.

Sie ist wohl die Besucherin mit dem weitesten Anfahrtsweg. Die meisten Gäste kommen aus dem Landkreis oder der näheren Umgebung, wie ein Blick auf die Nummernschilder der parkenden Autos verrät. Einige Besucher nehmen aber auch die Fahrt mit dem Shuttlebus von Frankfurt, Nürnberg oder Rosenheim in Kauf, um auf dem Hohen Peißenberg zu den Beats von 20 renommierten DJs zu tanzen.

„Grüne Sonne“ 2022 in Hohenpeißenberg: Veranstalter brachten genug Sicherheitspersonal auf

Welche Künstler am Samstag auflegen, stand weitestgehend schon vor drei Jahren fest. Sie waren bereits für das Line-Up für die „Grüne Sonne“ 2020 eingeplant. „Das war ein Vorteil“, sagt Falkner. „Dafür sind uns viele Lieferanten und Gastrofirmen weggebrochen, die es wegen Corona nicht mehr gibt.“ Probleme, ausreichend Sicherheitskräfte zu finden, hatten die Veranstalter der „Grünen Sonne“ allerdings nicht – anders als beim„Puls“-Festival auf Schloss Kaltenberg, das vor wenigen Wochen mangels Securities kurzfristig abgeblasen werden musste.

Von zwei Bühnen aus brachten 20 DJs bei der „Grünen Sonne“ die Feiernden zum Tanzen: Im Zelt und unter freiem Himmel.
Von zwei Bühnen aus brachten 20 DJs bei der „Grünen Sonne“ die Feiernden zum Tanzen: Im Zelt und unter freiem Himmel. © Ralf Ruder

Gegen 16.30 Uhr setzt ein Rettungshubschrauber neben dem Festivalgelände zur Landung an. Wie sich schnell herausstellt, ist die Lage aber nicht so ernst, wie sie scheint. „Der Heli war gerade zufällig in der Nähe“, berichtet ein Sanitäter. Er sei gelandet und der mitreisende Arzt habe einen Besucher mit Medikamenten versorgt, der sich das Knie verdreht hatte. „Da hätten wir eigentlich keinen Heli gebraucht.“

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Insgesamt verläuft die „Grüne Sonne“ friedlich. Die Sanitäter sprechen von einem „absolut ruhigen“ Festival mit den üblichen Verletzungen wie Bienenstichen oder umgeknickten Füßen. Schlägereien oder extreme Alkoholausschreitungen habe es keine gegeben, so die Bilanz gegen 0.30 Uhr. Um diese Zeit ist das Gelände immer noch gut besucht. Und die Bässe werden noch bis um 4 Uhr morgens weiter über den Hohen Peißenberg schallen.

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