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Letzte Chance für den Verkehrsverein Hohenpeißenberg: Vorstandschaft sucht Nachfolger

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Von: Theresa Kuchler

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Sie suchen nach einer Nachfolge für den Vorstand des Verkehrsvereins (v.l.): Eva Rößle, Ursula Oberstolz, Gisela Lang, Christian Prokosch und Thomas Dorsch.
Sie suchen nach einer Nachfolge für den Vorstand des Verkehrsvereins (v.l.): Eva Rößle, Ursula Oberstolz, Gisela Lang, Christian Prokosch und Thomas Dorsch. © Gronau

Nach rund 70 Jahren Bestehen steht der Verkehrsverein Hohenpeißenberg vor dem Aus. Eine letzte Chance will die scheidende Vorstandschaft dem Verein aber noch geben – und in der Öffentlichkeit nach Nachfolgern suchen.

Hohenpeißenberg – Immer wieder konnte Bürgermeister Thomas Dorsch die Vorstandschaft des Hohenpeißenberger Verkehrsvereins dazu bringen, noch eine Amtsperiode dranzuhängen. Doch inzwischen reichen selbst die besten Überredungskünste nicht mehr aus: In der jüngsten Jahreshauptversammlung haben sich alle Vorstandsmitglieder für eine Auflösung des Vereins ausgesprochen. Ein Weiterbestehen wäre nur mit einer neuen Vorstandschaft möglich. „Wir suchen ein Rettungsteam, das den Verein in die Zukunft führt“, formulierte es Dorsch bei einem Pressetermin im Hohenpeißenberger Rathaus.

Eva Rößle ist seit 35 Jahren Mitglied im Verkehrsverein. 2001 übernahm sie das Amt der ersten Vorsitzenden – und jetzt will sie den Schlussstrich ziehen. „Es kommt ja keiner mehr“, erklärte sie resigniert. Bei der Jahreshauptversammlung im August sei außer den Vorstandsmitgliedern nur eine weitere Person erschienen. „Das ist frustrierend“, betonte auch Ursula Oberstolz, die zweite Vorsitzende.

Der Zeitgeist als Grund für das schwindende Interesse

Dabei ist es nicht so, als sei der Verein, der sich seit Jahrzehnten für die Pflege und Förderung des Tourismus im Ort einsetzt, dünn besetzt: 49 Mitglieder sind es aktuell, darunter 13 Gastgeberhäuser. „Wir haben schon alle durchgefragt, aber keiner ist dazu bereit, den Vorstand zu übernehmen“, sagte Rößle zerknirscht.

Der Grund für diese Entwicklung? „Der Zeitgeist“, sind sich die Vorstandsmitglieder einig. So weiß Kassier Christian Prokosch: „Es ruft ja keiner mehr beim Verkehrsverein an und fragt nach einem Zimmer.“ Inzwischen liefe das alles über Online-Portale wie „booking.com“, wo sich jeder selbst in wenigen Klicks eine Übernachtung buchen kann.

„Nur ein Häufchen“ ist übriggeblieben

Dieser Trend führt bei den Mitgliedern scheinbar dazu, vom Vereinsgeschehen Abstand zu nehmen – oder wenigstens an Versammlungen teilzunehmen. „Der Haufen ist immer kleiner geworden. Inzwischen ist es nur noch ein Häufchen“, brachte es Beisitzerin Gisela Lang auf den Punkt.

Tatsächlich hat sich in der Tourismusbranche allerhand getan, seit man sich in der Gemeinde im Pfaffenwinkel vor knapp 70 Jahren zu einem Verkehrsverein zusammenschloss. Damals seien die Gäste – vor allem Familien – nach Hohenpeißenberg gekommen, um einige Tage Urlaub zu machen, weiß der Bürgermeister. Das sei stark zurückgegangen. „Jetzt kommen Tagesausflügler her.“

Einen Funken Hoffnung gibt es noch - wenn sich Nachfolger finden

Und die werden mittlerweile hauptsächlich durch den Tourismusverband Pfaffenwinkel betreut. Doch auch der Verkehrsverein konnte in den vergangenen Jahrzehnten ein breites Angebot für Touristen und Einheimische auf die Beine stellen. Vor allem die Führungen am Meteorologischen Observatorium, die der Verein organisiert, sind beliebt. Genauso gut kommen das Ferienprogramm und der Badesee „Stiefelweiher“ an, an dessen Förderung Eva Rößle und ihr Team maßgeblich beteiligt waren.

Bürgermeister Dorsch fände es mehr als schade, wenn der Verkehrsverein nun tatsächlich aufgelöst wird. „Von kommunaler Seite tut es mir natürlich leid. Es war immer eine konstruktive und gute Zusammenarbeit“, richtete er sich dankbar an die Vorstandschaft. Doch noch besteht ein Funken Hoffnung: Wenn sich insgesamt sechs neue Mitglieder finden lassen, die die Ämter des ersten und zweiten Vorsitzenden, Kassiers, Schriftführers, Beisitzers und Revisors bekleiden, kann es weitergehen.

Bei der nächsten Versammlung im Januar wird sich entscheiden: Gibt es ein Fortbestehen oder doch die Vereinsauflösung? „Zumindest kann keiner sagen, man hätte nicht alles versucht“, so Dorsch.

Info: Bei Interesse an einer Mitgliedschaft im Verkehrsverein ist Eva Rößle unter 08805/1290 für weitere Auskünfte zu erreichen.

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