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Warum Wetter und Klima nicht das Gleiche sind - neuer Pfad vermittelt Wissenswertes am Hohen Peißenberg

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Von: Kathrin Hauser

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Freuen sich über die Eröffnung des neu gestalteten „Wetter- und Klimapfades“ v.l.: Gertrud Nöth, Thomas Elste, Thomas Dorsch, Norbert Wetter und Christian Plaß-Dülmer. Wetterpavillon soll erneuert werden
Freuen sich über die Eröffnung des neu gestalteten „Wetter- und Klimapfades“ v.l.: Gertrud Nöth, Thomas Elste, Thomas Dorsch, Norbert Wetter und Christian Plaß-Dülmer. © Foto: Gronau

Der „Wetter- und Klimapfades“ auf dem Hohen Peißenberg wurde modernisiert, erweitert und nun öffentlich vorgestellt. Die elf Tafeln sollen informieren und dazu beitragen, die Wetter- und Klimaveränderungen stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.

Hohenpeißenberg – Wetterbeobachtung hat auf dem Hohen Peißenberg eine jahrhundertelange Tradition. Schließlich befindet sich dort das älteste Bergobservatorium der Welt, in dem seit dem Jahr 1781 meteorologische Daten erfasst wurden und werden. Dass die Arbeit der Wissenschaftler im Meteorologischen Observatorium des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf dem Hohen Peißenberg weit über das Beobachten des Wetters – was seit rund drei Jahren komplett von Computern übernommen wird – hinausgeht, wurde bei der offiziellen Vorstellung des modernisierten und erweiterten „Wetter- und Klimapfades“ deutlich.

Zur Einweihung des neuen Pfades war auch eine Delegation aus Offenbach, wo die Zentrale des DWD ihren Sitz hat, nach Hohenpeißenberg gereist. „Der DWD ist stolz darauf, auf dem Hohen Peißenberg eine so lange Tradition zu haben“, sagte Norbert Wetter, der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes. Mit der Neugestaltung des „Wetter- und Klimapfades“ solle das Engagement in der Region noch tiefer verankert werden, sagte Wetter: „Wir wollen zudem Anstoß geben, sich mit den Themen Wetter, Klima und Klimawandel intensiver auseinanderzusetzen.“

Insbesondere beim Klimawandel gehe es um die verständliche Vermittlung von wissenschaftlichen Fakten und Erkenntnissen. Wetter kündigte an, am Observatorium auf dem Hohen Peißenberg festzuhalten und sprach von Plänen, die Einrichtung noch auszubauen und zu erweitern.

60 Mitarbeiter erforschen den menschengemachten Klimawandel

„Ich freue mich, dass wir den neu gestalteten Lehrpfad einweihen können“, sagte der Leiter des Meteorologischen Observatoriums auf dem Hohen Peißenberg, Christian Plaß-Dülmer. Auf dem Hohen Peißenberg würden mit gut 60 Mitarbeitern die Zusammenhänge des menschengemachten Klimawandels erforscht. Neben der Forschung sähen seine Mitarbeiter und er sich in der Verantwortung, das Wissen auch weiterzugeben. „Deshalb haben wir dem ,Wetter- und Klimapfad’ ein neues Design gegeben.“

Der neu gestaltete Wetter-Lehrpfad hat elf Tafeln, auf denen unter anderem der Unterschied zwischen Wetter und Klima, der Aufbau der Atmosphäre und die Auswirkungen des Klimawandels auf dem Hohen Peißenberg erklärt werden. Auf jeder Tafel ist eine Quizfrage. Über QR-Codes lassen sich die Informationen vertiefen.

Der Wetterpfad beginnt am Unteren Parkplatz und endet hinter der Wallfahrtskirche, wo die Wanderwege aufeinandertreffen und es einen freien Blick aufs Observatorium gibt. Die reine Gehzeit beträgt gut 15 Minuten. Wer sich über die QR-Codes weitere Informationen einholt, benötigt rund eine halbe Stunde für den Lehrpfad. Die Reihenfolge ist beliebig, die Tafeln bauen nicht aufeinander auf.

Menschen sollen niederschwellig erreicht werden

Der „Wetter- und Klimapfad“ wurde vor elf Jahren auf Initiative von Thomas Elste aufgestellt, der als Wissenschaftler im Observatorium arbeitet. „Es war mir ein Anliegen, dass wir die Menschen niederschwellig erreichen“, sagte Elste beim Termin auf dem Hohen Peißenberg über seine Beweggründe damals. Es sei ihm nun auch wichtig gewesen, den Lehrpfad zu modernisieren und inhaltlich auf den neuesten Stand zu bringen. Ganz neu gestaltet werden soll auch der Wetterpavillon, bei dem dann der „Wetter- und Klimapfad“ enden soll.

Eine neue Tafel steht vor dem alten Pfarrhaus, wo sich das Beobachterzimmer befindet. Tafel Nummer sieben beschäftigt sich mit der Geschichte der Wetterbeobachtung auf dem Hohen Peißenberg und verdeutlicht, wie stolz Hohenpeißenberg auf diese Tradition ist.

„Wir haben nicht das Ziel, irgendwann Merlot am Hohen Peißenberg anzubauen“

Das verdeutlichte Dorsch auch bei der Eröffnung: „Wetterbeobachtung gehört bei uns am Berg schon lange dazu und darauf sind wir sehr stolz.“ Durch den Klimawandel habe diese und die wissenschaftliche Auswertung der Ergebnisse noch eine neue Dimension erhalten: „Wir haben nicht das Ziel, dass wir irgendwann Merlot am Hohen Peißenberg anbauen.“ Es müsse nun den Menschen vermittelt werden, was mit dem Klima geschehe. Das passiere auf dem „Wetter- und Klimapfad“ auf niederschwellige Weise, die bei den Bürgerinnen und Bürgern gut ankomme. „Der Lehrpfad wird stark frequentiert, man sieht immer Leute vor den Tafeln stehen“, sagte der Bürgermeister.

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