Hund überlebt Giftköder knapp, Kater stirbt

Altenstadt - Tierarzt Michael Schneider aus Altenstadt schlägt Alarm. Der Grund sind Giftköder, die in diesen Tagen wieder vermehrt gegen Mäuse und Wühlmäuse ausgelegt werden - und denen auch Haustiere zum Opfer fallen. Ein Kater ist bereits gestorben, ein Hund überlebte knapp.

Wenn Sebastian Hofmann (29) dieser Tage mit seiner Mia kuschelt, ist das, als würden die Beiden einen extra Geburtstag feiern. Denn beinahe hätte die Dackeldame die Köderattacke nicht überlebt. Tierarzt Michael Schneider erinnert sich noch gut an den Tag, als Hofmann Mitte April aufgeregt mit seinem Hund in seine Praxis kam. „Die Hündin hat stark gezittert und hatte Krämpfe. Zudem hatte sie bereits mehrfach erbrochen und ein beginnendes Lungenödem.“

Hofmann, Diplom-Forstingenieur aus Straubing, hatte zuvor im Auftrag einer Baumschule Pflanzungen im Forstbereich zwischen Schwabbruck und Ingenried vorgenommen. Dabei muss die zweijährige Mia, die ihn bei seiner Arbeit oft begleitet, vermutlich mit einer Maus in Berührung gekommen sein. Hofmann: „Mia liebt es, Mäuse zu fressen, und ich denke, dass sie auch diesmal eine erwischt hat.“ Michael Schneider reagierte schnell und schickte Hund und Herrchen in die Tierklinik nach Weilheim. Dort konnte dem Rauhaardeckel „quasi in letzter Minute“ noch geholfen werden. Heute ist die Hundedame wieder putzmunter, hat den Spaß am Leben nicht verloren und begleitet ihr Herrchen wieder bei seinen Arbeitseinsätzen.

Weniger Glück hatte Kater Maxi (5). Ende April brachte sein Schongauer Frauchen ihn in die Praxis von Schneider. Da befand sich Maxi bereits in einem erbarmungswürdigen Zustand. „Er hatte Blut erbrochen, ein massives Lungenödem und bekam keine Luft mehr. Ich konnte nichts mehr für ihn tun, außer ihn von seinem Leiden zu erlösen“, sagt der Tierarzt.

Und dabei schwingt eine gehörige Portion Wut und Fassungslosigkeit mit in seinen Worten über ein solches Vorgehen. „Solche Köder werden oft von Forstleuten ausgelegt“, sagt er und wünscht sich, „dass die vielleicht ein bisschen nachdenken, bevor sie so etwas tun und ob es überhaupt nötig ist, Giftweizen auszulegen“. An eine bewusste Handlung eines Hunde- oder Tierhassers glaubt er nicht. „Ich denke, das war einfach grob fahrlässiges Verhalten.“

Sebastian Hofmann, selbst Forstbeamter, meint, „dass es nicht unbedingt ein Förster gewesen sein muss, der den Köder ausgelegt hat“, sagt: „Ich weiß, dass auch Jäger mit solchen Ködern hantieren, um damit Greifvögel oder Füchse zu erlegen.“ Er muss es wissen, er ist selbst Jäger.

Geschockt von der Nachricht zeigte sich auch Tierheimleiterin Elke Keller aus Schongau, der allerdings keine weiteren Fälle bekannt sind. Auch sie würde sich wünschen, „dass da mehr aufgepasst und nachgedacht wird“. Schließlich sei ein Vergiftungstod für ein Tier „ausgesprochen grausam“. Und dabei verweist sie darauf, „dass es mittlerweile auch Köder geben soll, die nicht giftig sind“. Ganz ausschließen, das weiß sie, ließe sich solches Handeln aber nie.

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