Was wird aus dem Münzgebäude? Da soll jetzt ein Ideenwettbewerb Möglichkeiten aufzeigen. foto: archiv

Ideenwettbewerb fürs Münzgebäude in Schongau

Schongau - Die Schongauer CSU fordert ein Nutzungskonzept für das historische Münzgebäude. Der Vorschlag, einen Ideenwettbewerb durchzuführen, wurde im Stadtrat einstimmig angenommen.

Seit dem Auszug der Polizeiinspektion im Jahr 2008 steht das historische Münzgebäude leer - sieht man einmal ab von der CSU, die sich dort in einigen wenigen Erdgeschoss-Räumen regelmäßig trifft. Doch das kann natürlich keine Dauer-Nutzung sein, das ist allen klar. Die SPD hatte sich das Münzgebäude Ende vergangenen Jahres auch schon einmal angeschaut und könnte sich dort unter anderem ein Café vorstellen. Doch bisher scheiterten alle Pläne, wie etwa von den Vereinen Rolliwelten oder Support, an der Finanzierung.

Jetzt sah sich die CSU veranlasst, mit dem Thema in den Stadtrat zu gehen. Vor allem, weil man sich Sorgen mache, andere Projekte wie ein wiederholt geforderter Nach- oder Wiederaufbau des Lechtors könnte einigen wichtiger sein (siehe Kasten). „Manchmal vergisst man, dass das Münzgebäude uns gehört und wir da unsere Hausaufgaben machen müssen“, sagte Fraktionschef Michael Eberle. Auch die Bürger würden sich durchaus Gedanken machen. Kürzlich etwa sei eine Anfrage für ein Ritteressen an ihn herangetragen worden. „Wir könnten uns dort die Bücherei zusammen mit der Volkshochschule und einem Literaturcafé vorstellen“, so Eberle. Das würde die Altstadt erheblich beleben.

Das sei aber nur einer von vielen Vorschlägen. Deshalb wolle man einen Ideenwettbewerb starten. „Ein Büro soll sich anschauen, was dort möglich ist“, so Eberles Wunsch. Es sei auch der richtige Zeitpunkt, weil das Münzgebäude ein Teil der Stadtmauer ist, die derzeit aufgemöbelt wird - und für die sich die Stadt um hohe Zuschüsse bemüht. Da könnte das Münzgebäude auch darunter fallen, so die Überlegung.

Friedrich Zeller (SPD) stimmte Eberle sowohl beim Vorzug vor dem Lechtor-Wiederaufbau als auch beim Ideenwettbewerb zu. „Wir müssen in unsere Bestandsimmobilien investieren, da stehen etliche nicht gut da. Dabei müssten unsere Gebäude die Schönsten sein.“ Es müsse Leben ins Münztor, das Geld für den Ideenwettbewerb sei gut investiert.

Die Idee, die Münztor-Bücherei wieder in die Altstadt zu bringen, verfolgt Leiterin und CSU-Stadträtin Kornelia Funke schon seit Jahren. Bei täglich 30 bis 100 Besuchern sei dort ordentlich Betrieb, der die Altstadt beleben könne. „Natürlich wäre das ein städtebaulicher Gewinn, aber ich muss die Euphorie etwas dämpfen“, warf Stadtbaumeister Ulrich Knecht ein. Man habe das schon einmal untersucht, sowohl vom Platz als auch von der Statik sei das im Münzgebäude nicht unterzubringen. Doch auch ein Begegnungszentrum der Bücherei wäre eine Idee, laut Funke gebe es für Kooperationen mit der VHS auch Förderungen.

bo

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