Besuch im Impfzentrum: Landrätin Andrea Jochner-Weiß wurde von Impfzentrums-Leiter Christian Achmüller von den Johannitern begrüßt. Foto: landratsamt
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Besuch im Impfzentrum: Landrätin Andrea Jochner-Weiß wurde von Impfzentrums-Leiter Christian Achmüller von den Johannitern begrüßt.

Bis neuer Impfstoff kommt, will der Betreiber die Abläufe weiter verbessern – Landrätin zu Besuch

Impf-Pause für Optimierungen nutzen

  • Boris Forstner
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Landkreis – Bei der offiziellen Eröffnung des Impfzentrums im ehemaligen Peißenberger Krankenhaus war Landrätin Andrea Jochner-Weiß natürlich vor Ort. Doch wollte sie nach den ersten Tagen mit Praxis-Erfahrung wissen, wie sich die Abläufe entwickelt haben und welche Schwierigkeiten es gibt im Umgang mit dem Impfstoff.

Auch die Hotline des Impfzentrums und die zu Beginn mangelnde Erreichbarkeit kam dabei zur Sprache. „Das Verfahren wurde geändert, damit sollten die Kapazitätsprobleme behoben sein“, sagte Impfzentrums-Leiter Christian Achmüller von den Johannitern.

Weniger Beschwerden seit Callcenter-Start

Seinen Worten zufolge haben sich seit der Umstellung auf ein Callcenter die Beschwerden deutlich verringert. Kurz sei die Ansage auf Englisch erfolgt, was die Anrufer irritierte, „aber da war der vorgegebene Text noch nicht eingegeben. Das ist schnell korrigiert worden“, so Achmüller. Der Feueralarm vom Mittwoch, als ein Melder in einem Nachbartrakt auslöste, sei abgehakt, da kam noch am selben Tag ein Techniker und habe sich darum gekümmert.

„Bis dahin vergeben wir vorerst auch keine neuen Termine mehr, weil wir keine Planbarkeit haben.“

Impfzentrums-Leiter Christian Achmüller

Das größte Problem sei der fehlende Impfstoff. Am Neujahrstag seien die letzten Imfpdosen verabreicht worden, die nächsten sollen erst in einer Woche am 8. Januar kommen. „Bis dahin vergeben wir vorerst auch keine neuen Termine mehr, weil wir keine Planbarkeit haben“, so Achmüller. Einigen mussten bereits zugesagte Termine wieder abgesagt werden, doch die stehen ganz oben auf der Warteliste und werden direkt kontaktiert, wenn wieder Impfstoff verfügbar ist.

Die Woche Pause wollen Achmüller und sein Team nutzen, um die Abläufe weiter zu verbessern. „Zu optimieren gibt es immer etwas, vor allem müssen wir den Aufenthalt der zu Impfenden Besucher verkürzen“, sagte Achmüller. Auch der Ärztliche Impf-Leiter Dr. Christian Wittermann war nicht untätig und hat neue Spritzen besorgt, mit denen ohne Qualitätsverlust pro Impf-Fläschchen nicht nur fünf, sondern sechs Dosen gewonnen werden können – beim derzeit knappen Impfstoff wären das 20 Prozent mehr, was durchaus ins Gewicht fällt.

„Wir spüren auch, dass ein großer Teil der Bevölkerung sich schnell impfen lassen möchte. Ich bitte aber alle noch um etwas Geduld.“ 

Landrätin Andrea Jochner-Weiß

„Ich bin froh und dankbar, dass wir jetzt diesen wichtigen Schritt gehen können, um die Pandemie erfolgreich zu bekämpfen“, sagte Landrätin Jochner-Weiß. „Wir spüren auch, dass ein großer Teil der Bevölkerung sich schnell impfen lassen möchte. Ich bitte aber alle noch um etwas Geduld. Wir werden in den ersten Tagen und Wochen nur kleine Stückzahlen der Impfdosen von den Herstellern erhalten. Deshalb ist es notwendig und richtig, dass wir am Anfang die besonders betroffenen Risikogruppen vorrangig impfen lassen.“

Derzeit könne noch nicht jeder, der es möchte, auch geimpft werden. Die Impfstrategie sieht vor, zunächst die Schwächsten zu schützen, also die besonders gefährdeten Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie das Personal vor Ort. Wenn berücksichtigt wird, dass jede Person eine zweite Impfung erhalten muss und die Zuweisungen des Impfstoffes auf dem jetzigen Niveau bleibt, können weitere Termine voraussichtlich erst Ende Januar erfolgen, das wären maximal 3000 Personen in den ersten sechs Wochen. BORIS FORSTNER

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