Das Biomasse-Heizkraftwerk (re.): Dort könnten sich Betriebe ansiedeln, die die Abwärme daraus nutzen. Foto: fkn

Industrie soll zur Energie kommen

Altenstadt - Das Biomasse-Heizkraftwerk Altenstadt produziert mehr Wärme, als abgenommen werden kann. Die Gemeinde macht jetzt den Weg frei, dass sich dort eventuell noch andere Betriebe ansiedeln, die die Wärme abnehmen und nutzen können.

Das Biomasse-Heizkraftwerk vor den Toren der Stadt Schongau, aber noch auf Altenstadter Flur, ist ein Betrieb mit Genehmigung durch das Bundes-Immissionsschutzgesetz. Eine Erweiterung oder Veränderung war bzw. ist schwierig, weil dafür erst ein Bebauungs- und Flächennutzungsplan aufgestellt werden muss, um Baurecht zu schaffen. „Aber weil wir ohnehin Gespräche mit den Nachbarkommunen Schongau und Peiting im Zuge des Standortentwicklungskonzepts für die Region führen, haben wir uns schonmal überlegt, wie wir diesen Bereich überplanen könnten“, sagte Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Zum Tagesordnungspunkt „Heizkraftwerk Altenstadt“ hatte sich der Gemeinderat daher Ilka Siebeneicher und Werner Dehm von der Augsburger Bürogemeinschaft für Ortsplanung, Stadtentwicklung und Architektur (Opla) eingeladen. Diese hatten sich im Vorfeld Gedanken gemacht, wie man den Bebauungs- und Flächennutzungsplan dahingehend ändern könnte.

Laut Siebeneicher könnte man das bestehende Betriebsgelände zukünftig als „Industriegebiet ausweisen für Gewerbebetriebe, Lagerräume und öffentliche Betriebe, die der Energiegewinnung durch die Verarbeitung von regenerativen Rohstoffen dienen“. Und die dabei Abnehmer der Kraft-Wärme-Kopplung des Heizkraftwerks wären. „Denn es ist doch im Interesse aller, dass wir Industrie dahin bekommen, wo wir die Energie schon haben“, sagte Hadersbeck dazu.

Wichtig war einigen Gemeinderäten in diesem Zusammenhang, den Bereich der Stoffe einzugrenzen, die dann zukünftig eventuell verbrannt oder getrocknet würden. „Sie können über den Bebauungs- und Flächennutzungsplan die Stoffe ausschließen, die sie nicht haben wollen“, erklärte dazu Werner Dehm vom Büro Opla.

Dementsprechend einigte sich das Gremium darauf, als zukünftige Nutzung die Wärmeabnahme zur Behandlung und Trocknung von Klärschlamm sowie von Reststoffen aus Biogasanlagen und aus der chemischen Industrie auszuschließen. Ebenso unzulässig seien auf dem Gelände des Heizkraftwerks Tankstellen sowie Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche oder sportliche Nutzung.

Auch in Sachen Optik hat sich das Planungsbüro so seine Gedanken gemacht: Die maximale Gebäudehöhe liegt bei 24 Metern, „das entspricht der Höhe des jetzigen Kesselhauses“, sagte Siebeneicher. Die Gebäudelänge könne durchaus bei weit über 50 Meter liegen. Als Dachformen kämen Pult-, Flach- und Sheddach in Frage.

In Sachen Grüngestaltung sind die Möglichkeiten relativ begrenzt: „Die derzeit vorhandenen Grünflächen sind schon Ausgleichsflächen für die frühere Kraftwerkserweiterung, es wird also nichts Neues angelegt, es geht darum, den Bestand zu schützen“, erklärte Planerin Ilka Siebeneicher. Für zukünftige Veränderungen auf dem Betriebsgelände sind daher schon Ausgleichsflächen in Schwabniederhofen vorgesehen.

Mit all diesen Vorgaben und Planungen waren die Gemeinderäte einverstanden. Und so folgten die Aufstellung des Bebauungsplanes „Heizkraftwerk Altenstadt“, die Billigung des Vorentwurfs und der Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung der Bevölkerung. Gleiches gilt für den Flächennutzungsplan.

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